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Das Geothermieproekt in Holzkirchen: Die Ickinger lassen prüfen, ob man die Zentrale auch im Wald errichten könnte. 

Bauausschuss der Gemeinde Icking

Geothermieprojekt soll in den Wald

Icking - Der Bauausschuss empfiehlt dem Ickinger Gemeinderat, dem Vorbescheidsantrag zur Errichtung einer Geothermiezentrale zuzustimmen. Trotzdem will man weiter die Situierung des Bauvorhabens an einem Alternativstandort im Wald verfolgen.

Lange wurde am Montagabend um eine Entscheidung gerungen. Wie berichtet hatte Dr. Markus Wiendieck, Geschäftsführer der Erdwärme Bayern, im Juli den ersten Vorbescheidsantrag zurückgezogen. Nachdem sich der Gemeinderat im August nochmals mit Standortalternativen beschäftigt hatte, lag dem Bauausschuss nun erneut ein Antrag auf Vorbescheid vor. Aber auch wenn das Projekt an sich positiv beurteilt wurde, hielten einige Räte den geplanten Standort, westlich von Attenhausen oberhalb der Autobahn, aufgrund seiner exponierten Lage und wegen des zu großen Eingriffs in die Landschaft weiterhin für ungeeignet. Und das, obwohl das Bauvorhaben nach der neuen Planung näher an den Wald gerückt und zur östlichen Grundstücksgrenze ein begrünter Wall mit einer Höhe von zwölf Metern errichtet werden soll.

Da der Gemeinderat Wiendieck in der Augustsitzung gebeten hatte zu prüfen, inwieweit eine Verschiebung des Bauvorhabens in den westlich anschließenden Wald möglich wäre, stellte dieser in der Sitzung am Montag noch zwei Alternativplanungen vor. Die Realisierung dieser Varianten sah er allerdings als problematisch an. So müssten bei der ersten Option zwei Hektar Wald gerodet werden, und es würde die Gemeindegrenze überschritten. Dies mache neben der Beteiligung des Forstamtes auch die Beteiligung der Gemeinde Berg nötig.

Bei der zweiten Variante werde keine Gemeindegrenze überschritten, aber eine der Luftkühleranlagen der Geothermiezentrale würde sich außerhalb des Waldes befinden – und es müsste trotzdem ein Hektar Wald gerodet werden. Der Wall würde außerdem bei dieser Lösung wegfallen.

Die Leiterin des Ickinger Bauamts, Cornelia Zechmeister, berichtete, dass laut dem zuständigen Förster eine Variante im Wald nur dann in Betracht kommt, wenn keine andere Alternative möglich ist. Auch werde die Gemeinde Berg aus Zeitgründen wohl nicht mitziehen bei der Aufstellung eines Bebauungsplans.

Dennoch bewertete Verena Reithmann (Unabhängige Bürgerliste Icking/UBI) die Alternativen als einen ersten Vorschlag, den man andenken könne. Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) betonte, dass man schließlich nach einem Weg suche, um die Gemeinde so wenig wie möglich zu belasten. Deshalb seien die Alternativen interessant. Josef Mock (UBI) plädierte dafür, die Anlage unbedingt in den Wald zu verschieben. Alles andere sei keine Lösung für die umliegenden Anwohner. „Es kann nicht sein, dass der Wald mehr wert ist als der Schutz der Bevölkerung.“ Lisa Häberlein (SPD) sprach sich dafür aus, der Variante zwar zuzustimmen. Sollte allerdings eine Alternative realisierbar sein, so Häberlein in Richtung Wiendieck, „dann schwenken Sie um“.

Wiendieck erklärte, dass er eine Rodung des Waldes bedauern würde. Auch müsste geprüft werden, ob sich die Rodung nicht negativ für den Lärmschutz zur Autobahn auswirke. Er erklärte sich aber grundsätzlich zu einer Bebauung im Wald bereit. Allerdings verwies er auf den Zeitfaktor und darauf, dass dann alles vorliegen müsse, inklusive einer Rodungsgenehmigung vom Forstamt. Unter dieser Voraussetzung werde er seine Bereitschaft gegenüber Bürgermeisterin Margit Menrad schriftlich bestätigen.

Sollte der Gemeinderat der Empfehlung des Bauausschusses (4:3 Stimmen) folgen, steht als nächster Schritt die Aufstellung eines Bebauungsplanes an – zur Sicherung der Erschließung und der Lärm- und Immissionsschutzmaßnahmen. Im Rahmen dessen will man prüfen, ob nicht doch eine Situierung des Bauvorhabens im Wald möglich ist. Der Vorbescheidsantrag wird in der nächsten Gemeinderatssitzung am Montag, 26. September, um 19.30 behandelt.

yvi

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