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Gegenstand vieler Diskussionen: Die Wiese am Egartsteig, nach der Eigentümerfamilie auch Huberwiese genannt. Sie dient unter anderem als Trampelpfad für die Schüler.

„Wir sind keine Spekulanten“

Bebauung der Huberwiese: Die Eigentümer äußern sich

Icking – Um die Bebauung der Huberwiese wird viel gestritten und diskutiert. Im Juli entscheiden die Bürger. Jetzt nimmt Stephan Huber, der Eigentümer der Wiese, zum Thema Stellung.

Viel ist in den vergangenen Monaten über die Wiese am Egartsteig (Huberwiese) geredet, geschrieben und spekuliert worden. Ein Bürgerentscheid über den Erhalt der Wiese findet am Sonntag, 10. Juli, statt. Jetzt nimmt der Eigentümer der Wiese Stellung. Unsere Mitarbeiterin Yvonne Zuber sprach mit Stephan Huber über Fehlinformationen, Besitzverhältnisse und die Bebauung der Wiese.

Herr Huber, warum gehen Sie jetzt an die Öffentlichkeit?

Nachdem die Wiese seit Januar 2015 Thema in der Gemeinde und in der Berichterstattung der örtlichen Zeitungen ist und es nun zum Bürgerentscheid kommt, möchten wir, die Familie Huber, auch Stellung dazu nehmen. Wir würden gerne in einigen Punkten, auf sachlicher Ebene, Klarheit schaffen.

Die Wiese wird von vielen Bürgern als öffentliche Fläche wahrgenommen, obwohl es eine landwirtschaftliche Fläche ist. Wie wird die Wiese derzeit genutzt?

Stephan Huber, Eigentümer der Wiese am Egartsteig.

Es handelt es sich um eine landwirtschaftliche private Fläche. Sie wird jedoch von vielen Ickingern und Schülern als Trampelpfad zur Abkürzung genutzt. Der Pfad ist regelmäßig, über die ganze Wiese hinweg, mehr als drei Meter breit. Außerdem wird diese Futtermittelwiese von einigen Bürgern als Müllablade- und Hundeauslaufplatz gesehen. Die Anlieger nutzen sie als Zugang zu ihren Gärten. Zur Futtermittelerzeugung kann diese Fläche schon lange nicht mehr genutzt werden. Momentan geht das Gras in die Biogasvergärung.
 
Sie haben einen Antrag auf Baulandausweisung gestellt?
 
Fakt ist, dass wir im November 2014 einen Antrag auf Erweiterung des Bebauungsplanes am Egartsteig an die Gemeinde gestellt haben. Nach mehrmaliger Abstimmung in öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates wurde mehrheitlich beschlossen, über eine Bebauung und den Ankauf einer Teilfläche für gemeindliche Zwecke zu diskutieren. Im September 2015 wurde auf Antrag der Ickinger Initiative eine nichtöffentliche Klausurtagung zur Ortsentwicklung abgehalten. Ergebnis dieser Tagung war, dass die Gemeinde Icking Flächen benötigt, um zukünftige Projekte wie Niederschlagswasserbeseitigung, bezahlbarer Wohnraum für Einwohner oder Erweiterung der Bildungsstätten, realisieren zu können. Die Gemeinde besitzt für solche Projekte selbst keine Flächen mehr. Deshalb wurde im Gemeinderat beschlossen, mit dem Grundstückseigentümer Verhandlungen zu führen und einen Kaufvertragsentwurf aufzusetzen. Dies entspricht der üblichen gesetzlichen Vorgehensweise in solchen Fällen.

Von verschiedenen Seiten wurden Sie und ihre Familie als Grundstücksspekulaten bezeichnet. Was sagen Sie dazu?

Die Wiese ist seit Generationen im Familienbesitz und war sogar bis 1982 im Flächennutzungsplan der Gemeinde Icking als Wohnbaufläche ausgewiesen. Dieses Grundstück sollte damals wie auch heute zur Sicherung unseres landwirtschaftlichen Betriebes, auch für die nächsten Generationen, dienen. Wir waren und sind keine keine Spekulanten und Bauträger und wollen auch keine Wohnblocksiedlung bauen. Bei einer Bebauung würden wir uns selbstverständlich an die Ortssatzung der Gemeinde Icking halten und hier auch bezahlbaren Mietwohnraum für Ickinger schaffen.

Es kursierte eine Fotomontage über die geplante Bebauung der Wiese....

Die Vertreter der Bürgerinitiative „Unser Icking“ haben im Februar 2015 ein Infoblatt samt Fotomontage von einer massiven Bebauung der Wiese mit mehstöckigen Häusern verteilt. Diese Fotomontage widerspricht jedoch vollkommen den Richtlinien von Bebauungsplänen beziehungsweise der Ortssatzung der Gemeinde Icking. Bei einer Grundstücksgröße von 1000 Quadratmetern würde einen maximale Gebäudegrundfläche von 150 Quadratmetern sowie eine Gebäudehöhe von Erdgeschoss plus erster Stock zulässig sein. Es stellt sich die Frage, ob dieses Informationsblatt bewusst zur Abschreckung und zur Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren dienen sollte. Wie auch in der Bürgerversammlung durch Herrn von Braunschweig bestätigt, beziehen die Interessensvertreter des Bürgerbegehrens ihre Informationen vorwiegend aus Zeitungsartikeln oder durch Hörensagen. So ist es zu einer Vielzahl von Fehlinformationen an die Ickinger Bürger gekommen.

Man hört, dass mit Unterstützung ihrer Familie konnten bereits einige Projekte in Icking verwirklicht werden konnten.

Wir wollen die Bürger wissen lassen, dass die Familie Huber bereits zukunftsweisende Projekte wie zum Beispiel das Einheimischenmodell Spatzenloh, den heutigen Sportplatz und die Tennisanlage mit dem Verkauf unseres Grundes zu günstigen Konditionen gefördert hat. Diese Projekte sind ortsprägend und bieten vielen Ickingern einen dörflichen Treffpunkt oder eine neue Heimat und somit Lebensqualität für alle Bürger in Icking.

Was erhoffen Sie sich?

Wir würden uns wünschen, dass sich alle Bürger ausreichend objektiv informieren und die manchmal subjektiven, mutmaßenden Veröffentlichungen kritisch hinterfragen.

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