Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, wenn sie den Verkehr nicht behindern. Ab wann dies allerdings der Fall ist, ist nicht eindeutig.
+
Aktuell gibt es laut Philipp Federspieler von den Grünen gerade mal einen Radweg - von Icking nach Dorfen.

Laura Beckerath-Leismüller enttäuscht: „Nicht nachvollziehbar“

Beitritt zur Radl-Allianz: Ickinger Grüne scheitern mit Antrag im Gemeinderat

  • vonAndrea Kästle
    schließen

Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort der Stunde. Im Ickinger Gemeinderat ging der Antrag der Grünen, der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) in Bayern“ beizutreten, trotzdem nicht durch.

Icking – Kein einziger Vertreter der anderen Fraktionen wollte sich den Antragstellern anschließen, was Laura Beckerath-Leismüller, die Dritte Bürgermeisterin „nicht nachvollziehbar“ war. „Alle reden vom Umweltschutz – aber eine solche Initiative wird abgelehnt.“

Aktuell gebe es, hatte Philipp Federspieler – Vize der Ortsgrünen, der zwar nicht im Gremium sitzt, den Antrag aber erläutern durfte – gerade einen Radweg von Icking nach Dorfen. Eine Verbindung für Biker zwischen Ebenhausen und Holzen sei wenigstens in Planung. Aber damit komme man auf Dauer nicht aus: „Um Radfahren für unsere Bürger sicher und attraktiv zu machen, sind ein rascher Ausbau der Radverkehr-Infrastruktur innerhalb unserer Gemeinde sowie Verbindungen mit unseren Nachbargemeinden dringend erforderlich.“

Standpunkt der SPD: „Das Geld kann man besser nutzen“

Im Nachgang der Gemeinderatssitzung hat die SPD eine Pressemitteilung verfasst, in der sie ihren Standpunkt präzisiert. „Radfahren ist umweltfreundlich und gesund, das unterstützen wir zu 100 Prozent“, schreibt Ortsvorsitzende Beatrice Wagner. Aus diesem Grund sei die Gemeinde dem Projekt Alltags-Radverkehrsnetz des Landratsamts angeschlossen. „Mit diesem Projekt wurde bereits der aktuelle Fahrradnetz im Landkreis erfasst und zukünftige Wege in die Vorplanung aufgenommen.“

Die SPD unterstützt neben der Umsetzung des fehlenden Radwegs nach Ebenhausen auch eine Verbindung von Icking/Irschenhausen über Mörlbach in Richtung Bachhausen sowie eine Route nach Wolfratshausen. „Hier ist eine Fahrradbrücke am Ickinger Wehr in die Pupplinger Au im Gespräch, die eine einfache und sichere Verbindung in Richtung Wolfratshausen oder auch Kloster Schäftlarn darstellt“, so Wagner. Damit bleiben den Fahrradfahrern die gefährlichen Serpentinen am Wolfratshauser Berg erspart. „Bevor hier aber konkrete Planungen angestrebt werden können, müssen Gespräche mit dem Straßenbauamt und den Grundstückseigentümern geführt werden“, so Wagner. Zum Wehrbetreiber (Uniper) sei bereits ein Kontakt hergestellt. Darüber hinaus werde derzeit ein Verkehrsstrukturplan für Icking erstellt, um die verschiedenen Straßentypen zu analysieren. Er bezieht sich zunächst auf das Schulzentrum und die Hauptschulwege.

Die von den Grünen ins Spiel gebrachte „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen“ würde laut Wagner bei „keinem der beiden Projekte einen Vorteil bringen“. Vielmehr wäre die Mitgliedschaft erst einmal mit Kosten verbunden. Es geht neben den 1000 Euro Mitgliedschaft pro Jahr, auch um eine halbe Verwaltungsstelle. Unter dem Strich kommt Wagner zu dem Ergebnis, dass Icking das Geld besser nutzen kann, etwa für einen Gutachter, der die Straßen inspiziert.

Die Wege sollten idealerweise auch nach Schäftlarn, Wolfratshausen und auch an den Starnberger See führen. Innerorts sehe es nicht viel besser aus, es fehlten eigene Fahrspuren für Radler an der B 11 und auch zum Schulzentrum. 1000 Euro hätte die Mitgliedschaft bei der Arbeitsgemeinschaft, der die Gemeinde Pullach schon angehört, gekostet im Jahr. Allerdings wären auch Personalkosten auf Icking zugekommen: Wer, was das Ziel ist, als „fahrradfreundliche Gemeinde“ zertifiziert werden will, muss sich eine Weile einen eigenen Radverkehrsbeauftragten leisten. „Da hätte ja bei uns eine halbe Stelle gereicht“, meinte von Beckerath-Leismüller.

Im Rat wollte sich den Grünen aber niemand anschließen. Man sei in Sachen Radwege schon Teil des Alltags-Radverkehrsnetzes des Landratsamts, zudem sei die Gemeinde dabei, einen Verkehrsstrukturplan zu erstellen. Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen, begründete nach der Sitzung Julian Chucholowski die Haltung der SPD (siehe Kasten), „würde zu diesen beiden Projekten keinen Vorteil bringen. Die Mitgliedschaft wäre für uns erst einmal nur mit Kosten verbunden“.  

ak

Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare