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Powerfrau: Laura von Beckerath-Leismüller mit zwei ihrer drei Bienenstöcke. Seit fünf Jahren ist sie Hobby-Imkerin. Dadurch habe sie viel über die Zusammenhänge in der Natur gelernt, sagt sie. S o, wie sie mit ihrer Familie lebt, glaubt man der 42-Jährigen, dass ihr Herz Grün schlägt.

Konsequent in Denken  und Handeln

Bekommt Icking eine grüne Rathauschefin? 

Kandidatin Laura von Beckerath-Leismüller hält die Zeit reif für eine grüne Bürgermeisterin in Icking

Icking – In der Garage steht ein Elektrofahrrad. Vor der Haustür stapeln sich mehrere Steigen mit Lebensmitteln des regionalen Lieferservices „Ökokiste“. Bevor uns Laura von Beckerath-Leismüller ins Haus bittet, zeigt sie ihre beiden Bienenstöcke im Garten. Drei Völker betreut die Hobby-Imkerin, das dritte lebt bei ihren Eltern in Irschenhausen. Das Einfamilienhaus in Icking haben die Leismüllers vor sieben Jahren in mühevoller Eigenarbeit renoviert, auch weil das nachhaltiger ist, als abzureißen und neu zu bauen. „Fertig sind wir noch lange nicht“, sagt die Bürgermeisterkandidatin der Grünen und lacht.

In ihrer hellen, freundlichen Wohnküche mit Blick auf die Berge erzählt die 42-Jährige, die in München geboren und in Icking und Irschenhausen aufgewachsen ist, dass sie „schon immer grün gedacht und gewählt“ habe. Grünes Handeln kam mehr und mehr hinzu, und als letzte Konsequenz erfolgte 2017 der Eintritt in die Partei. Die Aufbruchstimmung seit „Greta“ gab auch der Familie einen Schub, alles noch genauer zu hinterfragen.

Die Inhaberin einer Gebäudemanagement-Firma mit 20 Mitarbeitern und dem netten Namen „Putzministerium“ fährt, wann immer es geht, mit dem E-Bike zu ihrem Arbeitsplatz in München. Dort verwaltet die Powerfrau nebenbei noch die Finanzen für ein Hotel und das Kammerorchester München. Sie überlege jedoch, sich ein kleines Elektroauto zuzulegen, gibt sie zu, denn sie könne mit ihren achtjährigen Zwillingssöhnen Enno und Otto zum Beispiel nicht bei Wind und Wetter zum Fußballtraining nach Höhenrain radeln.

Statt Flugreisen macht die sportliche Familie Wanderurlaube. Zuletzt ging es mit dem Mountainbike vom Brenner nach Venedig. „Ich freu’ mich total auf den Unverpackt-Laden in Wolfratshausen, weil das Vermeiden von Plastikmüll wieder ein Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist“, sagt die überzeugte Umweltschützerin.

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Laura Leismüller, wie sie sich selbst oft abgekürzt vorstellt oder am Telefon meldet, weist einen umtriebigen, beruflichen Lebenslauf auf. Nach Abitur, Auslandsaufenthalt und kaufmännischer Ausbildung in Köln studierte sie Betriebswirtschaft in München und gründete anschließend ein Catering-Unternehmen. Gleichzeitig sammelte sie Erfahrung als Hoteldirektorin. 2003 hob sie das „Putzministerium“ aus der Taufe. Ehrenamtlich engagierte sie sich bei der Asylhilfe Icking. Sie war Elternbeirätin im Kindergarten, Mitbegründerin der Bürgerinitiative (BI) Verkehrssicherheit und des Ortsverbands der Grünen.

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Nach dem Ministerium will sie also nun eine Gemeindeverwaltung leiten. „Ich hab’ schon öfter überlegt, als Bürgermeisterin zu kandidieren. Aber irgendwie sah ich mich da erst in zehn Jahren“, erzählt sie. Nach intensiven Gesprächen mit ihrem Mann Jörg stand fest, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei: „Ich hab’ Erfahrung in Personalführung und Finanzbuchhaltung, ich kenne Icking, ich stecke voller Elan und ich hab’ einen Mann, der mir den Rücken freihält.“

Neben grünen Themen wie Verkehrsberuhigung, Ausbau des Radwegenetzes, Förderung regenerativer Energien, vernünftiger Umgang mit Mobilfunk und maßvolle, bauliche Entwicklung liegt Laura Leismüller das soziale Leben in ihrer Heimatgemeinde am Herzen. Sie würde sich für den Ortskern einen Treffpunkt für Jung und Alt wünschen. Sie würde im Fall ihrer Wahl die Bürger viel stärker in Entscheidungen einbinden, sagt sie, vielleicht einen Jugendrat installieren. „Mir wäre es ganz wichtig, zu hören, wie es meinen Bürgern geht“, betont die 42-Jährige, die in ihrer Freizeit gerne Gäste bekocht, ins Konzert und Theater geht und töpfert.

Von ihrem ehrenamtlichen Engagement, insbesondere bei der BI Verkehrssicherheit, weiß sie, dass man in der Politik Geduld braucht, weil die Kommune vieles selbst gar nicht in der Hand hat. Davon will sich die dynamische Grünen-Kandidatin nicht entmutigen lassen. Ihr Motto lautet: „Immer schön optimistisch bleiben“.

tal

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