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Beim Schimpfen: Django Asül in Dorfen.

Cappuccino, Kängurus und Bürgerwehr

Besuch von einem Großen: Django Asül zu Gast in Dorfen

Icking – Da kam ein Großer nach Icking ins Vereineheim: Kabarettist Django Asül verfeuerte in Dorfen "Die letzte Patrone" - und traf voll ins Schwarze.

Er zählt zu den besten politischen Kabarettisten des Landes, und er nahm auch in Dorfen kein Blatt vor den Mund. Der gebürtige Niederbayer Ugur Bagislayici alias Django Asül präsentierte im voll besetzten Vereineheim im Rahmen der Veranstaltungsreihe Icking Abo Dorfen sein sechstes Soloprogramm „Die letzte Patrone“.

Themen hatte Asül jede Menge im Gepäck, allen voran „die Flüchtlinge“. Mit denen scheine es sich im Wesentlichen so zu verhalten wie mit Kängurus, die als besondere Tierart vielleicht Ansiedlungsbedarf in Bayern erheben werden. Ein unter Umständen berechtigtes Anliegen, mit der kleinen Einschränkung der Einheimischen, dass „ab einer bestimmten Menge auch hier die Quantität eine Rolle spielt“. Auch der „Cappuccino-Stammtisch“ des Marktes Hengersberg werde wohl Mitspracherecht beantragen, weil bloß „weil wir gegen irgendwen und irgendwas nicht wirklich was haben, muss der oder das noch lange nicht hier sein“.

Nachdem ein politischer Kabarettist sich nicht um politische Korrektheit kümmern muss, ging es in diesem Stil weiter. Von der Behauptung, dass sowieso nicht „jeder Marokkaner ein Nordafrikaner ist und außerdem da auch mal Anständige dabei sind“ ging es über Carsten Maschmeyer, den „Mehrheitseigner von Veronika Ferres“ und seinen unsinnigen Finanztipps („die Millionärsformel“) zur Hengersberger Bürgerwehr, die für Ruhe und Ordnung steht, aber beim Schutz wenig attraktiver Frauen gegen sexuelle Übergriffe lieber auf deren „natürlichen ästhetischen Schutzmechanismus“ setzen möchte. Auch die mehr oder minder echten Bemühungen um die Energiewende blieben nicht unkommentiert. Schließlich werde die Umwelt umso kürzer belastet, „je schneller man Auto fährt“.

Auch die Arbeit von „Integrationsbeauftragten“ blieb vom Kabarett nicht verschont, wenn ihnen von der Bühne aus das Gütesiegel „Sternzeichen Rindviech mit Aszendent Volldepp“ überreicht wurde. Und natürlich durfte auch die emsige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nicht fehlen, die „Granaten-Uschi“. Ihr gab Django Asül den Tipp, als friedensstiftende Maßnahme beim Einsatz ihrer Militärflugzeuge über syrischem Kriegsgebiet wenigstens einige Millionen Handzettel abwerfen zu lassen, beschriftet mit der Erkenntnis: „Terror ist pfui“.

Die „letzte Patrone“ und vielleicht am meisten Beachtung schenkte Asül dem aktuellen Europa mit seinen sonderbaren bürokratischen Auswüchsen und der schwindenden Solidarität der Länder bei der gemeinsamen Lösung von Problemen.

Souverän führte der prominente Gast überwiegend auf niederbayerisch durch sein Programm. Durch die gekonnte Darstellung typischer Stammtischbrüder, die Persiflage auf seinen eigenen Vater bis hin zum meisterhaft parodierten türkischen Onkel und dessen Reflexionen über „Menschenrechte“ trieb es dem einen oder anderen im Saal trotz der ernsten Hintergründe vor Lachen die Tränen in die Augen.

tam

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