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Eine schöne Tradition ist das Neujahrskonzert der Isartaler Blasmusik um Adi Stahuber. 

Neujahrskonzert

Von der Bierpolka zu Frank Sinatra

Ebenhausen –Das Neujahrskonzert der Isartaler Blasmusik war wieder ein voller Erfolg. Die Musiker um Adi Stahuber spielten für einen guten Zweck.

Für mehr als nur Begeisterung sorgten Adi Stahuber und seine Isartaler Blasmusik beim Neujahrs-Benefizkonzert in St. Benedikt in Ebenhausen. Schon seit vielen Jahren spielen die Musiker hier auf Einladung des Pfarrgemeinderates für einen guten Zweck. Der Erlös geht diesmal an ein Heim für Kinder mit Behinderungen am Ammersee.

Märsche, Polka, Blues: Die Musiker um Adi Stahuber zeigten die ganze Palette ihres Könnens. „Wir wollen ja, dass sie hier einen schönen Nachmittag haben“, sagte der Dirigent aus dem Nachbarort Baierbrunn, der auf gewohnt sympathisch-humorvolle Art durch das Programm führte. Auch heuer hatten sich die „Isartaler“ prominente Verstärkung geholt. Zum einen „Hausorganist“ Pierre Schuy, der jeweils bei „Highland Cathedral“, der „Europa Hymne“ und „An der schönen blauen Donau“ das Intro übernahm, als auch Mike Dallmann mit seinem Dudelsack sowie Claus Weißerth, Solopaukist von den Augsburger Philharmonikern. „Gerade bei Märschen wie ,Die Sonne geht auf‘ braucht man jemanden, den man nicht überhören kann“, stellte Stahuber seinen Kollegen vor. „Und wenn wir ihn schon hier haben, dann nehmen wir ihn auch.“ Überhaupt lebte das Konzert durch die vielen Solisten wie etwa den Trompeter Jochen Kopp („Des großen Kurfürsten Reitermarsch“) oder den Posaunisten Simon Forster.

Seit 60 Jahren existiert die Isartaler Blasmusik, absolvierte bereits Auftritte in Dubai und ist in Andrew Lloyd Webbers „Die Akte Odessa“ zu hören. „Aber wir sind nicht die einzigen Geburtstagskinder“, leitete Stahuber zum nächsten Stück über. „Dieses Jahr gibt es etwas zu feiern, dass uns alle angeht, nämlich 500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot.“ Da jedoch eine Bierpolka „nicht ins Gotteshaus passt, erinnern wir jetzt mit ,New York, New York‘ an ein anderes Geburtstagskind: Frank Sinatra feiert seinen 100. Geburtstag.“

Dass aber ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Dirigenten und Musikern nicht nur auf viele Proben und gegenseitiges Verständnis zurückzuführen ist, zeigt eine Anekdote, die Stahuber über seinen mittlerweile verstorbenen Kollegen Carlos Kleiber erzählte. Beim Einüben einer Beethoven-Symphonie war er sich mit seinem Klarinettisten nicht so ganz einig, wie diese gespielt werden sollte. „Da sagte der Musiker, dass ihm im Traum Beethoven erschienen wäre und gesagt hätte, dass er mit Kleibers Interpretation gar nicht einverstanden sei.“ Doch der Dissidentenkollege wusste zu kontern: „Er erzähle in der nächsten Probe, dass auch er von Beethoven geträumt hätte.“ Und? Was hat der große Komponist zu ihm gesagt? „Er kennt den Klarinettisten nicht.“ 

Sabine Hermsdorf

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