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Immer wieder müssen in Icking Bäume weichen, wie hier zuletzt am Eck Wenzberg/ Ludwig Dürr-Straße. Dagegen setzt sich nun der Bund Naturschutz mit einem offenen Brief zur Wehr.

Offener Brief an Bürgermeisterin

BN: Icking soll dem Kahlschlag Einhalt gebieten

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Nach Ansicht des Bund Naturschutz (BN) ist es in Icking fünf vor zwölf, was den Baumbestand angeht. Vorsitzende Beatrice Wagner hat sich in einem offenen Brief an Bürgermeisterin Margit Menrad gewandt. Sie fordert ein Umdenken, „bevor hier alles kahl geschlagen ist“.

Icking – Dass Bäume in Icking nicht die gebührende Achtung finden, findet Beatrice Wagner, Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz, schon lange. Zwei Vorfälle in jüngster Vergangenheit haben sie in ihrer Meinung bestärkt. Da war einmal die Fällung von Lärchen auf dem Kita-Platz an der Ecke Wenzberg/Kirchenleite. „Da ist die Gemeinde mit schlechtem Beispiel vorangegangen“, sagt sie.

Beatrice Wagner Vorsitzende des Bund Naturschutz in Icking

Noch dramatischer fand die Paartherapeutin, dass vor einer Woche auf dem Grundstück am Eck Wenzberg/ Ludwig-Dürr-Straße mehrere, etwa 80 Jahre alte Bäume zu Boden gingen. Ein Bürger haben sich sogleich bei ihr gemeldet. „Wir standen dann da und mussten ohnmächtig und teilweise mit Tränen in den Augen zusehen, wie das Grundstück leer geräumt wurde“, sagt Wagner. „Aus unserer Sicht hätten einige Bäume stehen bleiben können, trotz geplanten Neubaus.“ Es wäre nur ein bisschen Fantasie und Kreativität gefragt gewesen.

Laut der BN-Vorsitzenden gibt es inzwischen Architekten, die darauf spezialisiert sind. So werde unter dem Stichwort „Baubotanik“ versucht, lebende Pflanzen in künstliche Baute zu integrieren. Das wäre bei der Erweiterung des Horts möglich gewesen, anstatt erst abzuholzen und dann zu bauen. „Dieses Vorgehen ist wirklich das einfachste und unkreativste“, findet Wagner. „Das kann jede Gemeinde.“ Wie sehr Bäume zur Identität einer Ortschaft beitragen, illustriert die Naturschützerin am Beispiel der – nur in Icking – wachsenden Birnbäume, die früher vor jedem Bauernhof standen. Auf diese Besonderheit war man zurecht stolz. Nun aber seien die beiden letzten Exemplare für den Supermarkt geopfert worden. „Ohne jedes Bewusstsein dafür, welcher ideelle Wert unwiderruflich zerstört wurde.“

Wagner beklagt auch, dass eine Liste schützenswerter Bäume offenbar in Vergessenheit geraten ist. So gab es angeblich Anfang der 1990er Jahre einen Gemeinderatsbeschluss, einzelne Bäume und Baumgruppen gezielt unter Schutz zu stellen. Die „Ersterfassung“, die unter Mitarbeit des Wolfratshauser Forstamts entstanden sei, habe 68 Bäume beinhaltet. Sehr viele dieser Bäume seien mittlerweile verschwunden, besonders viele in den vergangenen fünf Jahren. „Eine fatale Entwicklung“, findet Wagner. Zumal jeder um den ökologischen und klimatischen Wert wisse.

Die BN-Vorsitzende schlägt nun vor, diese Liste zu aktualisieren und zu kommunizieren. Außerdem fordert sie, für die zum Zweck der Kita gefällten Bäume Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Ihre Idee besteht darin, an der Straße in Richtung Dorfen eine Apfelbaumallee anzulegen und diese fachmännisch pflegen zu lassen. Über diesen Antrag, so ihre Bitte, möge in der nächsten Gemeinderatssitzung gesprochen werden. „Die Anzahl an Menschen, denen Baumfällungen widerstreben, wird täglich mehr“, schreibt sie. „Es muss sich etwas ändern.“

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