Eine Frau geht mit ihrem Hund spazieren.
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Kostspieliges Zamperl: In Icking soll die Hundesteuer von 25 auf 80 Euro pro Jahr steigen.

Für Kampfhunde besonders teuer

Gemeinde-Hammer nach Einnahmen-Einbuße: Hundesteuer von 25 auf bis zu 1000 Euro erhöht

Die Gemeinde Icking will bei der Hundesteuer kräftig zuschlagen: Sie soll pro Vierbeiner von 25 auf 80 Euro jährlich klettern. Einige Hunde werden besonders teuer.

Icking – Nach Einsparmöglichkeiten im corona-geschwächten Haushalt suchten die Mitglieder des Planungs- und Finanzausschusses in ihrer Sitzung am Donnerstag. Im Ausgabenbereich fanden sie wenig. Lieber wollen sie mehr Einnahmen generieren. Und da will Icking bei der Hundesteuer kräftig zuschlagen. Die bisher – im Vergleich zu anderen Kommunen zugegeben sehr moderaten – 25 Euro jährlich pro Zamperl sollen auf 80 Euro klettern. Kämmerer Stefan Fischer hatte 70 Euro vorgeschlagen. Dr. Georg Linsinger (Unabhängige Bürgerliste Icking/UBI) erhöhte auf 80.

Icking: Hundesteuer soll Corona-Einbußen decken - drastische Erhöhung

„Bei der Vielzahl an Hunden, die wir haben, und den entsprechend vielen Müllbehältern voll mit Hundekotbeuteln, die wir leeren, ist das angemessen“, meinte Linsinger. Knapp sieben Euro im Monat seien nicht die Welt. Dafür sollen der zweite und jeder weitere Hund pro Haushalt künftig ebenfalls „nur“ 80 Euro kosten. Bisher verlangte die Gemeinde, wie die meisten anderen, für den Zweithund doppelt so viel wie für den ersten, nämlich 50 Euro. Der Dritthund schlägt mit 100 Euro zu Buche. Für sogenannte Kampfhunde (unter anderem Rottweiler, Mastiff, Bullterrier) galt bisher kein Sondersatz wie andernorts. Wer einen Vierbeiner dieser Rassen hält, soll künftig 1000 statt 25 Euro pro Jahr berappen. Laura von Beckerath-Leismüller (Grüne) findet das richtig: „Das ist ein Signal, dass wir keine Kampfhunde bei uns wollen.“

Hundesteuer in Icking soll drastisch steigen: Vorher moderater Betrag

Laut Kämmerer Fischer gibt es in der Isartalgemeinde aktuell 300 Hunde. Man habe im vergangenen Jahr 8500 Euro Steuern von den Haltern eingenommen. Mit der Erhöhung könnten es 24 000 Euro sein. Entscheiden muss in letzter Instanz der Gemeinderat. Die Nachbarkommunen Schäftlarn und Berg haben ihre Sätze kürzlich ebenfalls auf 80 Euro pro Fellnase angehoben. In Münsing, Egling und Geretsried werden 40 Euro fällig, in Wolfratshausen 50.

Während die Ausschuss-Mitglieder keinerlei Beißhemmung zeigten, Hundehaltern eine 320-prozentige Gebührensteigerung zuzumuten, lehnten sie eine geringfügige Erhöhung des Hebesatzes für die Grundsteuer A und B von 280 auf 310 ab. Sie würde Kämmerer Fischer zufolge 63 000 Euro an Mehreinnahmen bringen – und für den Grundstückseigentümer im groben Durchschnitt vier Euro mehr im Monat bedeuten. Icking rangiere im Landkreisdurchschnitt (353 Prozent) zusammen mit Gemeinde Münsing bei der Grundsteuer ganz unten, sagte Fischer. In Bad Tölz liege der Satz bei 420, in Benediktbeuern bei 320.

Hundesteuer in Icking steigt: Sorge um Menschen in finanzieller Notlage

Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) sieht ein jedoch ein „psychologisches Problem“. Viele Bürger befänden sich aufgrund der Corona-Krise in einer schwierigen finanziellen Situation. Demnächst solle der Wasserpreise erhöht werden – und zwar empfindlich. „Da sollte man jetzt nicht auch noch an der Grundsteuerschraube drehen“, meinte Nipperdey.

Nicht einverstanden war der Ausschuss mit einigen Sparvorschlägen Fischers. So soll bei der digitalen Ausstattung der Grundschule einschließlich Schulung an den neuen Geräten für die Lehrer nicht geknausert werden. Dr. Philipp Geiger (Grüne), der mutmaßt, dass noch etliche Monate Pandemie zu überstehen seien, regte sogar an, Anlagen für Hybrid-Unterricht in den Klassenzimmern zu installieren. Mit denen könnten die Schüler im Homeschooling den Präsenzunterricht in der Schule verfolgen. Für das Rathaus hat die Gemeinde eine solche Anlage für 1800 Euro gekauft, damit Gemeinderäte von zuhause aus an Sitzungen teilnehmen können. Allerdings funktioniert sie nicht richtig.

Im Vereineheim Dorfen sollen heuer nach dem Willen des Finanzausschusses die Toiletten und der Boden im Saal saniert werden. Die Zeit ohne Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie sei günstig dafür, so die Räte. Großzügig wollen sie auch einem Zuschussantrag des Wintersportvereins Isartal-Icking (WSVI) begegnen. Der Verein zahlt einer Landwirtin 50 Euro pro Stunde dafür, dass sie mit ihrem Traktor ein Langlaufloipen-Spurgerät zieht. Mit dem von ihr selbst angeschafften Gerät lässt sich unter anderem eine bessere Skating-Spur herstellen als mit dem des WSVI. Beckerath-Leismüller plädierte für einen Zuschuss. Während der kurzen Schneephase im Winter-Lockdown sei sie sehr vielen Menschen begegnet, die sich über die schönen Loipen in Icking gefreut hätten.

tal

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