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Streitobjekt: Um die Huberwiese wird in Icking heftig gerungen. Jetzt entscheiden die Bürger. 

Huberwiese in Icking

Countdown zum Bürgerentscheid

Icking - Viel gestritten und diskutiert wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren über die Huberwiese: Wie die Zukunft der letzten großen innerörtlichen Freifläche aussehen soll, darüber entscheiden am Sonntag, 10. Juli, die Ickinger Bürger. Unsere Zeitung hat wichtige Fragen und Antworten rund um den Bürgerentscheid zusammengefasst.

Wo liegt die Huberwiese?

Die Wiese, eine landwirtschaftliche Fläche, befindet sich in Icking, zwischen Talberg und Egartsteig, unterhalb der Schulen. Das Areal mit herrlicher Aussicht ins Isartal ist in privater Hand, wird aber von vielen Bürgern als öffentliche Grünfläche wahrgenommen. Im östlichen Bereich ist die Wiese bereits bebaut.

Wie groß ist die Wiese?

9488 Quadratmeter.

Was soll mit dem Bürgerentscheid geklärt werden?

Die Frage, über die die Bürger entscheiden werden, lautet: „Sind Sie dafür, dass die Wiese Ecke Egartsteig/Ludwig-Dürr-Straße (Huberwiese) nicht bebaut wird und dass die Gemeinde Icking den Ankauf dieser Wiese oder Teils hiervon für Zwecke der Bebauung unterlässt?“

Was ist dem Bürgerentscheid vorausgegangen?

Im Januar 2015 beschäftigte sich der Gemeinderat mit einem Antrag des Grundeigentümers Stephan Huber. Dieser hatte beantragt, den Bebauungsplan „Egartsteig Nord“ so zu erweitern, dass von seinem 9488 Quadratmeter großen Grundstück 6333 Quadratmeter als Bauland ausgewiesen werden. Die restliche Fläche, rund ein Drittel, bot er der Gemeinde zu günstigen Konditionen an. Der Gemeinderat hatte sich damals in der Sitzung mehrheitlich dafür ausgesprochen, dem Vorhaben positiv gegenüberzustehen. Auch sollten mit dem Eigentümer Verhandlungen geführt werden. Im März folgte ein Antrag der Ickinger Initiative im Gemeinderat, den Beschluss wieder aufzuheben sowie den Antrag auf Umwandlung in Bauland abzulehnen. Der Antrag scheiterte. Zugestimmt wurde nur dem Antrag der Gruppierung auf eine Klausurtagung zum Thema Ortsentwicklung. Die UBI stellte im Mai einen Antrag auf die Durchführung einer Bürgerwerkstatt, die in ein Ratsbegehren münden sollte. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Wie reagierten die Ickinger auf eine mögliche Bebauung der Huberwiese?

Viele Bürger machten ihrem Unmut Luft. Etliche Briefe und Mails an die Gemeinde wurden verfasst. Eine Unterschriftenaktion gegen eine Bebauung wurde gestartet und schließlich 325 Unterschriften an die Gemeinde übergeben. In der Bürgerversammlung wurde eine Bürgerstiftung angeregt. Zudem wurde von den Bürgern immer wieder mangelnde Transparenz in Sachen Huberwiese moniert.

Was war der Auslöser für das Bürgerbegehren?

Nachdem man sich lange bedeckt gehalten hatte, gab Bürgermeisterin Margit Menrad in der Gemeinderatssitzung Ende Februar 2016 öffentlich bekannt, dass der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung mehrheitlich beschlossen habe, eine Teilfläche der „Huber-Wiese“ zu erwerben. In den Haushaltsplan für das Jahr 2016 wurden anschließend mit der Mehrheit der Stimmen noch 550 000 Euro für Grundstückserwerb eingestellt. Daraufhin wurde von der Bürgerinitiative „Unser Icking“, die sich inzwischen formiert hatte, ein Bürgerbegehren initiiert. In Rekordzeit, nämlich in einer Woche, trugen die Initiatoren weit mehr als die nötigen Unterschriften zusammen.

Was sind die Positionen und Argumente der Bürgerinitiative und der Gruppierungen im Gemeinderat?

Die Bürgerinitiative „Unser Icking“ ruft die Bürger dazu auf, mit „Ja“ für den Erhalt der Wiese zu stimmen. Sie betonen, dass es nicht nur um die Freihaltung einer einzelnen – wenn auch besonders prägenden – Grünfläche geht, sondern auch um eine Weichenstellung zur Bewahrung der Landschaft und des ländlichen Charakters des Ortes.

Die Ickinger Initiative appelliert ebenfalls an die Wahlberechtigten, mit „Ja“ zu stimmen, um den Charakter Ickings zu erhalten. Auch die Ickinger SPD empfiehlt ein „Ja“, allerdings zu dem Zweck, zeitlichen Spielraum zu gewinnen. Es solle der Versuch unternommen werden, die ganze Wiese zu erwerben, für eine noch zu klärende, am Gemeinwohl orientierte Nutzung.

 Dagegen wirbt das Lager der Unabhängige Bürgerliste, Ickinger CSU und Parteifreie Wählergemeinschaft dafür, am Sonntag „Nein“ anzukreuzen. Mit dem Erwerb des Grundstücks könne die Gemeinde eine Fläche für die Erfüllung künftiger Pflichtaufgaben vorhalten. Besonders wird die zentrale Lage in der Nähe zu Kindergarten, Grundschule, Haus der Kinder und Gymnasium hervorgehoben. Der Vorratserwerb am Egartsteig sei gerade auch für die nachfolgenden Generationen wichtig.

Wann und wo können die Bürger am Sonntag, 10. Juli, ihre Stimme abgeben?

Ihr Kreuzchen machen können die Ickinger am Sonntag von 8 bis 18 Uhr im Rathaus, in der Grundschule und im Vereineheim Dorfen. Das vorläufige Ergebnis wird um zirka 19 Uhr im Rathaus bekannt gegeben.

Yvonne Zuber

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