1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Icking

Die Ickinger Sozialdemokraten: Ein halbes Jahrhundert solidarische Lokalpolitik

Erstellt:

Von: Andrea Kästle

Kommentare

Ickinger SPD feierte im Rittergütl ihr 50-jähriges Bestehen
Rote Prominenz: Die Ickinger SPD feierte im Rittergütl ihr 50-jähriges Bestehen. Gäste waren unter vielen anderen Landesvorsitzender Florian von Brunn (vorne li.), Kreischef Klaus Barthel (3. v. li.) und natürlich der Ehrenvorsitzende der Ickinger Genossen, Gerhard Jakobi (stehend mit rotem Schal). © Sabine Hermsdorf-Hiss

Die Ickinger Genossen feiern ihren 50. Geburtstag mit 70 geladenen Gästen nach - inklusive Kabarett, Musik und Klassenkampf.

Icking – Sich in einer privilegierten Gemeinde wie Icking einzusetzen für soziale Angelegenheiten – das ist eine nicht immer dankbare Aufgabe. Die örtliche SPD stellt sich ihr seit über fünf Jahrzehnten wacker, weswegen die Beteiligten bei der Nachfeier des 50. Geburtstags am Samstag im Rittergütl allen Grund hatten, anzustoßen auf das, was sie vor Ort geleistet haben. Die 70 geladenen Gäste ließen sich munter unterhalten mit Grußworten und einem Sketch, gefolgt von Musik und Kabaretteinlagen von Wolfgang Ramadan.

Aktuelle Nachrichten aus Icking lesen Sie hier.

Die Ickinger Sozialdemokraten: Ein halbes Jahrhundert solidarischer Lokalpolitik

Gekommen waren auch Parteifreunde aus den umliegenden Gemeinden. Den weitesten Weg hatten Genossen aus Kochel auf sich genommen. Neben dem dortigen Gemeinderatsmitglied Klaus Barthel – ehemaliger Bundestagsabgeordneter und aktueller SPD-Kreisvorsitzender – hatte auch Robert Kühn nach Icking gefunden. Der Rathauschef von Bad Wiessee war überregional bekannt geworden mit seiner „Roten Bank“, auf die er sich gern mit seinen Bürgern zum Ratschen trifft. Ebenfalls auf der Gästeliste: der in Icking aufgewachsene Florian von Brunn, Co-Landesvorsitzender und Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Von Brunn erinnerte die versammelten Genossen an die großen Zeiten, die ihre Partei unter dem visionären Willy Brandt erlebt hatte – und umriss schon einmal die Themen des nahenden Wahlkampfs: Bürgergeld, Windkraft, Stammstrecke, bezahlbarer Wohnraum.

SPD Icking - 52 Jahre Klassenkampf und Solidarität

Gäste und Gastgeber ergingen sich aber nicht groß in Sentimentalitäten. Ortsvorsitzende Beatrice Wagner und Gründungsmitglied Gerd Jakobi erinnerten in ihren Redebeiträgen daran, wie vor 52 Jahren sechs Genossen in der Alten Post (heute Klostermaier) zusammenkamen, um den Ortsverein aus der Taufe zu heben. „Wir waren“, meinte Jacobi, der von 1984 an 14 Jahre im Gemeinderat saß, „ein Mann zu wenig, der Wirt der Post ist dann eingesprungen“. In der Folge habe man einiges erreicht, so zum Beispiel, dass die Dorfstraßen eben nicht, wie zwischendurch geplant, auf sieben Meter verbreitert worden sind. „Wir können stolz sein auf die maßvolle Ortsgestaltung“, meinte auch Wagner.

Ehrung für 50-jährige Mitgliedschaft

Überdies habe die SPD die beiden Einheimischenprogramme in Icking federführend angeschoben – und ansonsten die Gemeinde kulturell bereichert, indem sie ein eigenes Theater auf die Beine stellte, aus dem inzwischen das Theater im Zelt hervorgegangen ist. Entsprechend fuhren die Beteiligten vor Ort auch die besten Ergebnisse ein, nachdem die allererste Premiere über die Bühne gegangen war mit der „Lokalbahn“ von Ludwig Thoma. „Danach hatten wir drei Leute im Gemeinderat“, erzählte Konrad Sedlmeier, der gemeinsam mit Karin Siebert geehrt wurde für 50-jährige Mitgliedschaft.

Wertekompass der Ickinger SPD nach wie vor intakt

Derweil wurde von verschiedenen Seiten immer wieder die Frage aufgeworfen, die man sich im Münchner Süden, in dem die Arbeiterschaft nicht wirklich zu Hause ist, durchaus stellen kann: „Wozu brauchen wir die SPD?“ Eine Antwort: Indem sich der Ortsverein einen „grünen Daumen“ zulegte, meinte Robert Kühn, nehme dieser in jener Beziehung durchaus eine Vorbildfunktion ein. Klaus Barthel gab hingegen die Parole aus: „Heute ist eher mehr als weniger Klassenkampf angesagt.“ Und Gerd Jakobi unterstrich das Motto des Abends: „Z’ammleben“. Das würde auch heute, genau 50 Jahre, nachdem die Bundes-SPD mit Willy Brandt das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte eingefahren hatte, noch gelten. „Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität“ seien Werte, für die man sich auch am linken Isarhochufer einsetzen müsse. „Mitwirkung heißt, andere zu kritisieren und sich kritisieren zu lassen“, sagte er, und: „Die Begegnung mit Menschen war im Ortsverein immer das Wichtigste.“

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare