S-Bahn-Chaos: Polizeieinsatz an der Hackerbrücke

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Auf Einkaufstour: (v.  li.) Ingrid Dirscherl (organisiert den Fahrplan), Bertold Kaltenegger (zweiter Fahrer) und Brigitte Weber (Fahrerin) sowie Luise Merker, Therese Zellner, Pauline Haim und Ingeborg Mielke. 

Ehrung zum Fünfjährigen

Diese Busfahrerin fährt Ickinger Senioren jede Woche zum Einkaufen

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Brigitte Weber fährt einen besonderen Bus: Einmal pro Woche kutschiert sie eine Schar von Senioren mit dem Bus zum Einkaufen. Für ihren Einsatz wurde die Ickingerin nun geehrt.

Icking – Das Fahren liegt Brigitte Weber offensichtlich im Blut. Schon ihre Mama war mit einem Gewerbe namens „Mietauto Anna Weber“ eine Ickinger Institution – 40 Jahre lang. Wer damals selbst nicht mobil war und irgendwo hin wollte, lieh sich Anna Weber mitsamt Auto aus und wurde ans gewünschte Ziel chauffiert.

Eine Generation später macht die Tochter beinahe das Gleiche: Seit fünf Jahren kutschiert Brigitte Weber einmal wöchentlich Senioren aus der Gemeinde mit dem Kleinbus des WSVI Icking zum Einkaufen. Dafür wurde sie am Donnerstag von Bürgermeisterin Margit Menrad ausgezeichnet. Brigitte Weber tut es „gut, wenn die Leute sich freuen. Das braucht jeder Mensch“, sagt sie über ihre Motivation.

„Ich möchte mich sozial engagieren“

Zwischen „Mietauto Anna Weber“ und Brigitte Webers Hol- und Bringservice liegt – beruflich betrachtet – ein völlig anderes Leben: Brigitte Weber, die im September 70 Jahre alt wird, aber ungemein jugendlich wirkt, arbeitete als kaufmännische Geschäftsführerin für ein medizinisches Forschungszentrum in München. Als die alleinstehende Frau mit 63 in den Ruhestand ging, war ihr klar, „dass ich mich sozial engagieren möchte“. Ihr Weg führte sie zur örtlichen Nachbarschaftshilfe. Und die machte sich Gedanken, als der Schulbus nicht mehr fuhr. Den nämlich hatten auch einige nicht mehr mobile Senioren genutzt. Eine Lösung musste her. Die Nachbarschaftshilfe fand sie im Sportverein und dessen Bus sowie in Brigitte Weber und Dr. Bertl Kaltenegger. Er vertritt Weber charmant als Chauffeur, sollte diese verhindert sein.

Seit 2012 also steuert der Acht-plus-eins-Sitzer einmal wöchentlich, in der Regel donnerstags, mit einer Schar über 80-jähriger Senioren im Fond die Ickinger Läden an. Zuvor hat Weber ihre Passagiere an deren Häusern aufgesammelt. Der Bus sei üblicherweise voll, sagt die Fahrerin, was auch daran liegt, dass sie und die mittlerweile eingeschworenen Shopping-Oldies flexibel sind. „Sollte jemand einen Fußpflege- oder Arzttermin haben, fahren wir auch mal an einem anderen Tag. Kein Problem.“

Der gemeinsame Kaffee gehört dazu 

Unumstößlich ist allerdings der gemeinsame Kaffee nach der Einkaufstour. Für Brigitte Weber „gehört der dazu, denn es geht hier nicht nur um einen Fahrdienst“. Viele ihrer Passagiere seien alleinstehend. Die Fahrt, der Kaffee, das Ratschen verschaffen ihnen Anschluss. Und wer meint, dass Krankheiten und Wehwehchen die Gespräche dominieren, hat sich geschnitten. Es geht mal ums Kochen, mal um die große Politik. Und bisweilen auch um die Busfahrerin. „Die meisten kannten mich nämlich schon als kleines Mädel und wissen einiges über mich“, sagt Weber lachend. Ab und zu kommt eine neue Anekdote hinzu. Einmal vergaß sie ausgerechnet Inge Dirscherl abzuholen. Sie organisiert immerhin Webers Fahrplan. Die musste dann zu Fuß in den Ort hinunter dem Bus hinterherlaufen. Manchmal biegt die 69-Jährige auch mal in die falsche Richtung ab, „aber meine Leute bringen mich schon wieder auf Kurs“.

Wie lange sie noch die Chauffeuse geben mag? Weber koppelt ihre finale Fahrt an einen „grauen Lappen“, den bundesdeutschen Uralt-Führerschein. Der verliert 2030 seine Gültigkeit, und sie „möchte ihn dann nicht mehr umschreiben lassen“ auf das EU-Dokument. Bis es soweit ist, könnte höchstens der geplante Discounter im Ortszentrum den Einkaufsbus stoppen. Allerdings macht es für Weber kaum einen Unterschied, ob sie hilfsbedürftige Menschen von Geschäft zu Geschäft kutschiert oder künftig zu einem einzigen Supermarkt. Der Weg von den höher gelegenen Ortsteilen hinab und wieder hinauf bleibe genauso beschwerlich, sagt die 69-Jährige und verrät, dass Bürgermeisterin Menrad ihr die weitere Unterstützung des Projekts signalisiert habe, „natürlich vorausgesetzt, der Gemeinderat stimmt zu“.

Es sieht also ganz danach aus, als könnte Brigitte Weber noch ein Weilchen auf den Spuren ihrer Mutter wandeln, äh, fahren.

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