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137 331 Hektoliter Bier haben deutsche Brauereien 2016 laut Statistischem Bundesamt ihren Mitarbeitern spendiert.

Drogenbeauftragte geißelt Haustrunk

Flüssiger Lohn soll abgeschafft werden

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Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung will das Freibier für Brauerei-Mitarbeiter abschaffen, doch die Brauer und Gewerkschaften winken ab. Der Ickinger Brauer Maximilian Stocker meint, der Fokus solle eher auf harten Drogen liegen.

IckingGünstige Kredite für Bankangestellte, preiswerter Strom für Mitarbeiter von Energieversorgungsunternehmen, kostenlose Kohle für Bergmänner, Freiflüge für Stewardessen: Annehmlichkeiten, die häufig sogar im jeweiligen Manteltarif festgeschrieben sind. Das gilt auch für den sogenannten Haustrunk, sprich Freibier, das Brauereien traditionell ihren Mitarbeitern spendieren. Doch dieser steuerfreie Deputat-Lohn, das heißt, Gratis-Gerstensaft aus eigener Produktion, ist der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, ein Dorn im Auge. „Das Zahlungsmittel in Europa ist der Euro, und das ist auch richtig so“, sagt die CSU-Politikerin.

Es muss nicht immer Bier sein

Dass die privaten Kühlschränke der Brauereimitarbeiter stets gut gefüllt sind, ist laut Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, seit Jahrzehnten im Manteltarifvertrag der bayerischen Brauer geregelt. Aber: Es muss nicht immer Bier sein, der Deputat-Lohn wird auch in Form von alkoholfreien Getränken gewährt. „Stimmt“, sagt Maximilian Stocker. Der 25-jährige Ickinger arbeitet als Brauer und Mälzer im Tegernseer Brauhaus – und darf monatlich 78 Liter herzoglich-bayerische Spezialitäten mit nach Hause nehmen. Dazu weitere 78 Liter Gerstensaft, die Stocker nach eigenen Worten „sehr, sehr günstig“ von seinem Arbeitgeber erwerben kann. Alternativ bekommt er Limonade, Apfelschorle und Spezi der Marke Frucade kostenlos – oder er greift zum Tafelwasser aus dem Hause Tegernseer.

Stocker: „Bier sollte man in Maßen genießen“

Den Haustrunk hat der 25-Jährige bereits während seiner Ausbildung bei der Paulaner-Brauerei in München kennen und schätzen gelernt. Zum Alkoholiker habe ihn das „Zuckerl“ nicht gemacht: „Bier ist ein Genussmittel, das man in Maßen genießen sollte.“ Das ihm kostenlos zur Verfügung stehende Kontingent „schöpfe ich auch nicht jeden Monat aus“. In der Regel teile er den Haustrunk mit Familie und Freunden, er betont allerdings: „Teilen heißt schenken, denn ich darf das mir überlassene Bier nicht weiterverkaufen.“

Dem Vorstoß der Drogenbeauftragten Mortler kann der junge Ickinger wenig abgewinnen. „In einer Brauerei wird nun einmal Alkohol hergestellt“, sagt Stocker. Der CSU-Politikerin Mortler, die einen Hopfenhof bei Lauf an der Pegnitz betreibt, empfiehlt er, den Fokus statt auf Bier auf harte Drogen zu richten.

Auch Arbeitnehmer verteidigen die Tradition

Dass das Ende des Haustrunks bevorsteht, glaubt Stocker nicht. Sogar Großbrauereien, die als „Pfennigfuchser“ verschrien seien, würden großen Wert auf die Gratis-Versorgung ihrer Mitarbeiter legen. Krombacher zum Beispiel gewährt seinen Angestellten 45 Liter pro Monat – das stärke die Identifikation der Mitarbeiter mit der Felsquellwasser-Marke. Auch Arbeitnehmervertreter verteidigen die Tradition des Haustrunks: „Es gibt keine Veranlassung, an dieser Errungenschaft zu rütteln – zumal Bier ein legal hergestelltes Produkt ist“, sagt Claus-Harald Güster, Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss und Gaststätten.

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