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Sie wollten Bayern retten. Jetzt konzentrieren sie sich lieber aufs Wesentliche: Burgi, Bärbi und Moni Well von der Schwesternpartei am Sonntag im Dorfener Vereineheim. 

Wellküren in Dorfen

Duell auf dem Autobahnrastplatz

Dorfen/Icking – Die „Wellküren“ treffen mit ihrem neuen Programm „Herz sticht“ im Dorfener Vereineheim genau ins Schwarze.

Frauen aufgepasst. Das könnte Euch gefallen. Und Männer: Ihr solltet Euch besser warm anziehen. Denn das neue Programm der Wellküren „Herz sticht“ trifft genau ins Schwarze. Nach fünf Jahren Schwesternpartei und rund 300 Wahlkampfauftritten müssen sich die drei Well-Schwestern eingestehen: „Wir wollten Bayern retten – das hat nicht funktioniert.“ Nun haben sie sich umorientiert, retten sich lieber selbst vor „hormoneller Demenz“ – und die Männer gleich mit. Am Sonntag gastierten Burgi, Bärbi und Moni Well im Dorfener Vereineheim und konzentrierten sich dabei auf das Wesentliche im häuslichen Bereich. Die neue Wahlpropaganda lautet: „Männer weg, Kinder weg. Wir probieren es jetzt mit Globuli und Stubenmusik.“ Denn wenn die Harfe und das Hackbrett erklingen, dann „entsteht so etwas wie der reinste Frieden im Paradies“, sagen sie. Also wird gegen das Altwerden kräftig musiziert.

Trotz Wintereinbruchs hatten sich zahlreiche Publikumsgäste für die beiden Auftritt der Wellküren durchs Schneegestöber gekämpft. Die einen schon am Nachmittag, die anderen am Abend. Und jedes Mal amüsierten sich die Damen im Publikum köstlich über die stichelnden Herzensangelegenheiten. Naja, und die Herren – sagen wir mal – machten gute Miene zum bösen Spiel. „Bayern ist eben noch nicht reif für den Wechsel“, sagen die Schwestern der ehemaligen Partei. Sie selbst sind dagegen schon mittendrin. Ihr Familienleben hat durch die Wahlkampfarbeit schwer gelitten. Jetzt heißt es, sich umorientieren und aufs Wesentliche konzentrieren. Und wenn die Männerwelt nicht pariert, wird so kräftig aufs Hackbrett gedroschen, dass der Rauch aufsteigt.

Durchsetzen können sich die Wellküren, das haben sie unter 15 Geschwistern schon früh lernen müssen. Und so multiinsturmental wie ihre Brüder sind sie allemal: Die Bärbi spielt Harfe und Tuba, die Burgi Gitarre und Posaune, und die Moni hämmert so schnell aufs Hackbrett, wie bekanntlich ihr Mundwerk geht. Die stubenmusikalischen Interpretationen der Wellküren reichen von bayrisch-klassisch bis zur Neuinterpretation von „Highway To Hell“ – „Da Deifi soll earm hoin“. Denn eines können Frauen ab einem gewissen Alter gar nicht brauchen, und das sind „Männer im Wechsel“: heimlichtuende Leberkäse-Esser, Flachbildschirmgucker und biermäßig „Nass-G‘futterte“. Auch die altbewährte Nonnenflöte kam an diesem Abend zum Einsatz. Auf diesem Zwitter – halb Geige, halb Blasinstrument – erklang die Soundtrack zum Westernklassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ sehr nah am Original. Im gleichnamigen Stubenmusical der Wellküren duellieren sich Söder, Seehofer und Aigner auf einem Autobahnrastplatz. Das war aber auch der einzige Ausflug zurück ins politische Bayernland, ansonsten ging es an diesem Abend im aktuellen Programm „Herz sticht“ eher ums Eingemachte und die Frage: „Was soll i heit kocha, was soll i heit oziang?“ Nur für wen?, fragt sich heute die emanzipierte Frau in besten Jahren.

Andrea Weber

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