Seenplatte: Der Ichoring ist einer der Bereiche in Icking, die von Starkregen besonders betroffen sind.
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Seenplatte: Der Ichoring ist einer der Bereiche in Icking, die von Starkregen besonders betroffen sind.

Gemeinderat

Eine Flut von Problemen: Ickinger erörtern Maßnahmen gegen die Auswirkungen von Starkregenereignissen

  • Bettina Sewald
    VonBettina Sewald
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Die jüngsten Starkregenereignisse haben es gezeigt: An Ickings Straßenentwässerung muss dringend etwas getan werden. Darüber diskutierte der Gemeinderat.

Icking – Es gibt wohl kaum eine passendere Zeit, um über mangelhafte Entwässerungssysteme nachzudenken als im Augenblick. Insbesondere wegen des Hagels kürzlich und der anhaltenden Starkregen findet man im Gemeindegebiet zahlreiche Bereiche, in denen sich nicht nur Pfützen, sondern direkt kleine Seen auf den Straßen bilden, weil das Wasser nur unzureichend abfließen kann. Teilweise schoss es in den vergangenen Tagen sogar sturzbachartig den Ichoring, den Tal- oder Wenzberg hinunter und sorgte für vollgelaufene Keller und reichlich Verkehrschaos (wir berichteten). In diesem Zusammenhang formulierte Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) ihren Dank an die vielen freiwilligen Helfer, die ihre Ärmel hochgekrempelten, um das Chaos in den Griff zu bekommen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung brandete entsprechend lebhaft die Diskussion auf, welche Maßnahmen geeignet seien, um dieser Flut von Problemen entgegenzutreten. Inklusive der Überlegung, die Straßensanierung des nördlichen Teils der Irschenhauser Straße zurückzustellen, um das bereits bewilligte Geld für dringendere Sanierungsarbeiten zu verwenden. In der Gemeinderatssitzung am 17. Mai hatte das Gremium zwar beschlossen, dass der Gehweg im nördlichen Teil der Irschenhauser Straße auf der kompletten Länge saniert werden solle. „Zu diesem Zeitpunkt war aber noch nicht klar, welche Maßnahmen bezüglich der Regenentwässerung getroffen werden müssen“, führt die Rathaus-Chefin ihre Überlegung aus.

Die erforderlichen Maßnahmen hat nun das beauftragte Ingenieurbüro Voit ausgerechnet und das Ergebnis mit einer Kostenschätzung der Verwaltung vorgelegt. Mit elf Sicker- sowie sechs Absetz- beziehungsweise Reinigungsschächten, nebst an einigen Stellen nötiger Rohrrigolen würden für die Regenentwässerung zusätzliche Kosten von knapp 150 000 Euro anfallen. Zusammen mit den bereits beschlossenen Arbeiten und den Pflasterarbeiten im Angerl würde sich die gesamte Auftragssumme auf etwa 420 000 Euro erhöhen. Das liege, so Reithmann, knapp 120 000 Euro über den im Haushalt veranschlagten Mitteln von 300 000 Euro. Alle wünschenswerten Bauvorhaben seien im laufenden Haushaltsjahr finanziell nicht zu schaffen. Die Idee eines „Masterplan“ für die Regenwasserbeseitigungsproblematik gefiel den Räten parteiübergreifend gut. „Wir müssen uns langfristig darauf einstellen, dass wir auch hierzulande öfter mit Extremwetterlagen zutun bekommen“, bemerkte Zweite Bürgermeisterin Claudia Roederstein (UBI).

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Das Ratsgremium folgt deshalb der Empfehlung von Bauingenieur Johannes Voit, der als Fachmann in der Sitzung Rede und Antwort stand. Als erstes soll der Bereich am unteren Wenzberg in Angriff genommen werden, der als Weg zum Bahnhof von Starkregen besonders elementar betroffen ist. Der einstimmig angenommene Beschluss sieht vor, dass hier auch gleich ein Gehweg errichtet und der Parkplatz befestigt werden soll. Die Kostenschätzung liegt bei rund 160 000 Euro.

Den Beschluss zur Sanierung der nördlichen Irschenhauser Straße stellte der Rat auf den Herbst zurück – entgegen der Anregung von Josef Mock (UBI): „Haben wir nicht irgendwo die nötigen Euro, dass wir das jetzt endlich mal fertigmachen können?“ Und auch Matthias Ertl (PWG) mahnte seinen Kollegen eindringlich: „Wir tun da jetzt schon so lang’ rum! Ich fände besser, wir beschließen das jetzt, damit es auf der Liste nicht wieder weiter nach hinten rutscht.“

Darüber hinaus wurden die Mehrkosten für die Straßenarbeiten im vergangenen Jahr im Bereich der Ulrichstraße in Höhe von 98 000 Euro einstimmig rückwirkend bewilligt.

ina

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