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Der Wenzberg ist eine vielbefahrene Straße in Icking. Leicht möglich, dass der Gemeinderat sie umbenennen wird, Namensgeber Paul Wenz ist als einstiger SA-Truppenführer ins Zwielicht geraten. 

Debatte um Umbenennung des Wenzbergs

Einen von-Hofacker-Steig wird es nicht geben

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Icking - Alfred von Hofacker, Sohn des Widerstands-Kämpfers Cäsar von Hofacker, sagt es klipp und klar: Einer Umbenennung des Wenzbergs in von-Hofacker-Steig wird er auf keinen Fall zustimmen. 

So ganz abwegig ist der Gedanke eigentlich nicht: Wenn man schon den Wenzberg wegen der Nazi-Vergangenheit seines Namensgebers Paul Wenz umbenennen will: Warum dann nicht in von-Hofacker-Steig? Schließlich würde der Name von Hofacker für das Gegenteil stehen: Nicht Verstrickung in das NS-Regime, sondern Widerstand. Ja, Cäsar von Hofacker hat sogar seinen Tod in Kauf genommen, als er sich den Attentätern des 20. Juli 1944 um Graf von Stauffenberg anschloss, am 20. Dezember 1944 wurde er in Berlin hingerichtet. Den Gedanken, den Wenzberg in diesem Sinne umzutaufen, hat zuerst Konzertveranstalter Dr. Christoph Kessler ins Spiel gebracht, in einer E-Mail mit einem denkbar großen Verteiler. 

Cäsar von Hofacker war niemals in Icking, es gibt keinen Bezug

Alfred von Hofacker wird den Namen seines Vaters für eine Umbenennung nicht zur Verfügung stellen. 

Fest steht: Alfred von Hofacker, Sohn von Cäsar von Hofacker, wird auf keinen Fall bereit sein, den Namen seiner Familie zur Verfügung zu stellen. Es gibt eine Cäsar-von-Hofacker-Straße in Tutzing (wo die Familie lange gelebt hat) sowie eine weitere in Berlin. Eine dritte wird in der Isartalgemeinde nicht hinzukommen, Alfred von Hofacker ist da ganz rigoros. „Ich will das ganz und gar nicht, man soll die Finger von unserem Namen lassen.“ Und zwar aus mehreren Gründen. Fakt eins: Cäsar von Hofacker hat nie in Icking gelebt. „Mein Vater hat hier niemals auch nur eine Nacht verbracht“, sagt er. Cäsar von Hofacker wurde in Ludwigsburg geboren, lebte lange in Berlin und arbeitete während des Kriegs in Paris. Zwischen der Gemeinde und dem Hitler-Attentäter gibt es also keinen Bezug. Ein „von-Hofacker-Steig“ würde deswegen eher auf ihn, Alfred von Hofacker, hinweisen, der in den 1960er Jahren ins Isartal gezogen ist. Und genau das möchte der Jurist, der erst kürzlich wegen seinen Einsatzes für den Hospizverein mit der Isar-Loisach-Medaille ausgezeichnet wurde, auf gar keinen Fall. Fakt zwei: Alfred von Hofacker würde es als unpassend empfinden, wenn eine Straße, die viele Jahrzehnte den Namen eines SA-Mannes trug, plötzlich mit dem Namen Cäsar von Hofacker geschmückt werden sollte. „Ich wünsche nicht, dass der Name meines Vaters dafür benutzt wird.“

Dass überhaupt sein Name ins Spiel gebracht wurde, ärgert ihn

Am liebsten wäre es Alfred von Hofacker gewesen, wenn er all das nicht öffentlich hätte erklären müssen. Doch Konzertveranstalter Dr. Christoph Kessler hatte den möglichen neuen Namen in einer E-Mail vorgeschlagen – und zwar ohne Rücksprache mit dem Betroffenen. „Ich hätte mir verbeten, dass in diesem Zusammenhang unser Name fällt. Aber er hat mich leider nicht gefragt“, so der Ickinger. „Und plötzlich war diese E-Mail in der Welt.“ So habe es fatalerweise den Anschein erweckt, als habe Hofacker selbst hinter der Initiative gesteckt. Einen zweiten, ebenso gravierenderen Fehler hat jedoch nach von Hofackers Ansicht Bürgermeisterin Margit Menrad gemacht. Sie hat am Tag des Eingangs der E-Mail von Kessler, also noch am 4. Januar, die E-Mail an die Anwohner des Wenzberg per Post weitergeleitet. „Sie hat es mir gegenüber so begründet, dass sie der Presse zuvorkommen wollte“, sagt von Hofacker. Das sei aber völlig übereilt gewesen. Und von Erfolg war der Versuch auch nicht gekrönt: Die örtlichen Zeitungen lagen schon am Morgen des 5. Januar im Briefkasten. Die Post hingegen war erst mittags da.

Auf die Bürgermeisterin ist er nicht gut zu sprechen

Was von Hofacker außerdem erbost: Die Bürgermeisterin hat die Anwohner des Wenzbergs um ihre Meinung gefragt, Rücksendung bis Ende Januar erbeten. Anzukreuzen waren folgende Alternativen: „Der Straßenname Wenzberg soll beibehalten werden“, „Die Straße soll den Namen von-Hofacker-Steig erhalten“ sowie „Die Straße Wenzberg soll einen anderen Namen erhalten“. Und zwar ohne mit dem Mann, über dessen Namen verhandelt wird, zu sprechen. „Das hat mich in eine sehr unangenehme Situation gebracht.“

Von Hofacker wünscht sich eine sachliche Diskussion

Was die Debatte um den Wenzberg angeht, plädiert von Hofacker dafür, nichts zu übereilen und einen Schritt nach dem anderen zu machen. Zunächst solle die nationalsozialistische Vergangenheit des Ehepaars Wenz aufgearbeitet werden. Bisher weiß man wenig über den Grad der Verstrickung, das soll sich ändern. „Ich hoffe, dass in aller Sachlichkeit geforscht und diskutiert wird.“ Eine neue Namensgebung sei völlig zweitrangig. Mehr möchte Alfred von Hofacker nicht sagen. „Das ist mein letztes Wort in dieser ganzen Sache.“

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