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Mit dem Thema Geothermiezentrale setzten sich die Ickinger Gemeinderäte erneut auseinander. Auch im Geretsrieder Ortsteil Gelting wird das Erdreich ergründet - das Bild zeigt den Bohrturm, der dort 2013 zum Einsatz kam.

Geothermiezentrale

Gemeinderat beschließt Veränderungssperre 

Nur eine Woche nach der letzten Sitzung zum Thema Geothermiezentrale trafen sich die Ickinger Gemeinderäte erneut. Die anstehende Genehmigung durch das Landratsamt zwang die Räte zum Handeln.

Icking – „Aus dringendem Grund haben wir mit verkürzter Frist zur Sitzung geladen“, erklärte Bürgermeisterin Margit Menrad. Die Leiterin des Bauamts, Cornelia Zechmeister, verdeutlichte, warum Eile geboten war: „Nach Rücksprache mit dem Landratsamt steht die Genehmigung für das Vorhaben der Erdwärme Bayern kurz bevor. Bis zum Donnerstag, 2. Februar, könnte das geschehen.“

Cornelia Zechmeister Leiterin des Ickinger Bauamts.

Damit wäre der jüngste Beschluss des Gemeinderates, einen Vorschlag der Attenhauser Bürger zum Standort der Anlage zu überprüfen, nicht mehr umzusetzen gewesen. „Über einen Bebauungsplan und die vierte Variante, den Vorschlag der Bürger, hätten wir uns im diesem Fall keine Gedanken mehr zum machen brauchen“, so Zechmeister. Nur durch einen schnellen Aufstellungsbeschluss zum Erstellen eines Bebauungsplanes und einer Veränderungssperre für den Bereich könne die Gemeinde der Entscheidung des Landratsamtes einen Riegel vorschieben. „So behalten wird das Heft des Handelns in der Hand und haben weiterhin die Planungshoheit“, so Zechmeister.

Vorschlag der Bürger soll in Ruhe geprüft werden

Der Geltungsbereich der im Aufstellungsbeschluss vorgesehenen Fläche werde weiter nach Süden gezogen, umfasse nun auch die Grundstücke, auf denen nach den Vorschlägen der Bürger die Geothermiezentrale errichtet werden soll. Wie berichtet, sieht diese Variante vor, die Anlage zum Teil im Wald „zu verstecken“ und damit die Beeinträchtigungen für das Landschaftsbild und für die Bürger sowie die Reduzierung der Erholungsflächen zu begrenzen. Eine endgültige Entscheidung über den genauen Standort sei mit diesem Aufstellungsbeschluss noch nicht gefallen. Aber er berücksichtigt, „dass alle vier Varianten der Planer, des Antragstellers und der Bürger möglich sein können“, so Zechmeister. Einen endgültigen Entwurf wolle der Planer bis Donnerstag, 2. Februar, ausarbeiten. „Dann wird im Gemeinderat diskutiert, auch über den Bebauungsplan.“

Einstimmig votierten die Räte für dieses Vorgehen und beschlossen die Veränderungssperre. Diese soll spätestens mit der Bekanntgabe am 25. Januar in Kraft treten. Das biete der Gemeinde und den Planern ausreichend Zeit für die weiteren Beschlüsse. Maximal zwei Jahre könne sich die Kommune dann Zeit nehmen. „Ich glaube aber nicht, dass wir so lange brauchen“, meinte Menrad.

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