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Bis zu 150 Grad heißes Wasser soll in Icking sprudeln: Davon geht das Unternehmen Erdwäre Bayern aus.

Geothermie: Baubeginn 2020 ?

Icking – Noch hat das Unternehmen Erdwärme Bayern keine Gewissheit. Doch Geschäftsführer Dr. Markus Wiendieck erwartet, dass am Standort „Raststätte Höhenrain“ zwischen Attenhausen und Walchstadt in 4000 Metern Tiefe bis zu 150 Grad heißes Wasser sprudelt.

Probebohrungen, für die das Bergamt Süd bereits die Genehmigung erteilt hat, sollen dies bestätigen. Läuft alles nach Plan, will der Investor 2020 mit dem Bau eines Geothermiekraftwerks zur Stromerzeugung beginnen. „Nach der ersten erfolgreichen Bohrung werden wir die Turbinen für das Werk bestellen“, sagte Wiendieck in der Info-Veranstaltung zum geplanten Geothermie-Kraftwerk bei Attenhausen. Über 100 Bürger hörten im Rathaus zu. 

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen könnte durch die Anlage als erster sein Ziel erreichen, unabhängig von fossilen Energien zu werden, warb Moderator Stefan Drexlmeier von der Energiewende Oberland für das Projekt.

Bürgermeisterin Margit Menrad erinnerte daran, dass sich der Gemeinderat im Jahr 2009 einstimmig für die Teilnahme an der Energiewende ausgesprochen habe. Menrad: „Okay, das Kraftwerk ist ein außergewöhnliches Gebäude für unsere Gemeinde. Aber wir können nicht sagen, wir wollen die Wende, nur nicht vor unserer Haustür.“

Uwe Feickert von dem von der Gemeinde beauftragten Umweltberatungsbüro U-Plan in Königsdorf betonte, dass durch das Aufstellen eines Bebauungsplans die Planungshoheit bei der Gemeinde liege. Das heißt, sie könne Höhe und Lage des Gebäudes, Eingrünung, Ausgleichsmaßen für die Bodenversiegelung, Immissionsschutz und anderes festlegen.

Nachdem es in der Vergangenheit zu leichten Erdbeben im Umfeld bereits bestehender Geothermiewerke gekommen war, hatte die Gemeinde die Expertin Dr. Inga Moeck vom Leibniz-Institut für angewandte Geophysik in Hannover eingeladen. Sie relativierte die Gefahr. Die Auflagen für den Bau von Anlagen seien sehr streng.

Dr. Markus Wiendieck betonte, sollte es zu Schäden an Gebäuden kommen, müsse der Betreiber nach einem aktuellen Verwaltungsgerichtsurteil beweisen, dass er nicht für sie verantwortlich sei, was schwer sei. Andernfalls hafte er für die Schäden.

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