Antwort auf Kritik von Naturschützern

Geothermie in Attenhausen: Für Schäden haftet der Investor

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Das Geothermie-Projekt hat Fürsprecher und Gegner. Nun antworten Bürgermeisterin Margit Menrad und das Bergamt Südbayern dem Bund Naturschutz.

Icking – Der Bund Naturschutz (BN) lehnt das Geothermieprojekt in Attenhausen ab. Diese Haltung hat der BN Anfang des Jahres in einem Schreiben an die Gemeinde zum Audruck gebracht. Die Ickinger Bürgermeisterin Margit Menrad teilt nun mit, dass die vom BN genannten Punkte den Bebauungsplan an sich nicht betreffen und daher auch nicht am kommenden Montag, 19. Februar, im Gemeinderat behandelt werden. Sie hat aber das Bergamt Südbayern um eine Stellungnahmen gebeten und diese dem BN zukommen lassen.

Da wäre zunächst der vom BN bemängelte „niedrige Wirkungsgrad“. Da die Anlage nur für Stromerzeugung konzipiert ist, geht man von einem Wirkungsgrad von etwa zehn Prozent aus. Das bedeutet: Etwa 90 Prozent der Wärme des nach oben beförderten Wassers bleiben ungenutzt. Hierzu stellt Menrad fest, dass die Gemeinde sich an den gesetzlichen Vorgaben zu orientieren hat, und diese sehen vor, dass Anlagen zur Energiegewinnung baurechtlich privilegiert sind. Die Entscheidung, ob das Kraftwerk allein zur reinen Stromerzeugung genutzt werden kann, treffe allein das bayerische Wirtschaftsministerium in eigener Zuständigkeit. Die Gemeinde habe zum Schutz von Landschaft und Bevölkerung einen Bebauungsplan erlassen.

Bürgermeisterin hat keine Sicherheitsbedenken

Die Sicherheitsbedenken des BN teilt Menrad nicht. Die Naturschützer hatten gemahnt, dass der Untergrund – eine Seitenarmmoräne – durch Eingriffe möglicherweise an Stabilität verliert. Dies wäre nicht nur eine Gefahr für die nahe Autobahn, sondern auch für die Häuser in der Umgebung. Die Bürgermeisterin weist in ihrem Brief darauf hin, dass bei eventuellen Schäden der Unternehmer in der Beweispflicht steht, dass der Schaden nicht von ihm verursacht wurde. „Kann er diesen Nachweis nicht erbringen, ist er zur Schadensregulierung verpflichtet.“

Außerdem hatte der BN davor gewarnt, Chemikalien einzusetzen, insbesondere Salzsäure. Daran, so das Bergamt, sei nicht gedacht. Es werde lediglich eine „geringprozentige Säuremischung“ in das Bohrloch eingebracht, um Verstopfungen aufzulösen. Zusammensetzung und Menge der Säuremischung werde mit dem Landesamt für Umwelt abgestimmt.

Informationsabend für Bürger

Darüber hinaus erhebt der BN den Vorwurf, dass über eine zweite Anlage in Walchstadt, in der das entnommene Wasser wieder in die Erde gepumpt wird, viel zu wenig informiert worden sei. Das weist die Bürgermeisterin zurück: Über das Projekt, auch den sogenannten Reinjektions-Bohrplatz Walchstadt, werde auf der Homepage der Gemeinde ausführlich informiert. Auch beim Bürgerinformationsabend am 12. Januar seien viele Fragen beantwortet worden.

Zuletzt hatte der BN behauptet, dass die Ickinger Geothermie-Anlage zeitlich befristet sei. „Nach 15 bis 20 Jahre ist sie thermisch ausgenutzt“, heißt es in dem Schreiben an die Gemeinde. Dem widerspricht das Bergamt: „Die Nutzung der Tiefengeothermie ist auf eine jahrzehntelange Laufzeit angelegt.“ Die Laufzeit der bergrechtlichen Erlaubnisse beträgt 50 Jahre.

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