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Geothermie: Der Gemeinderat Icking möchte die Landschaft westlich von Attenhausen nicht mit solchen Bauten gefährden.

Geothermiezentrale

Geothermie in Icking: Neuer Standort gesucht

Icking - Westlich von Attenhausen wird es vorerst keine Geothermiezentrale geben. Nun sucht die Gemeinde und die Firma Erdwärme Bayern nach neuen Standorten.

Die Bedenken der Ickinger Gemeinderäte waren zu groß: Der Antragsteller hat deshalb in der Montagssitzung den Vorbescheidsantrag zur Errichtung einer Geothermiezentrale vorerst zurückgezogen. Gemeinsam mit der Gemeinde sollen Standort-Alternativen gesucht werden.

Ziemlich bald hatte sich in der erneuten Diskussion um den Vorbescheidsantrag herauskristallisiert, dass es im Gemeinderat keine Mehrheit für den Antrag an dem geplanten Standort geben wird. Obwohl Dr. Markus Wiendieck, Geschäftsführer der Erdwärme Bayern, damit warb, dass es sich um eines der größten Geothermieprojekte in Deutschland handeln würde und mit einem Schlag das Energiewendeziel im Landkreis erreicht wäre.

Zu groß waren die Bedenken der Räte wegen des exponierten Standortes westlich von Attenhausen oberhalb der Autobahn und des massiven Eingriffs in die Landschaft. Auch wenn das Gremium dem Projekt an sich positiv gegenüberstand.

Die Visualisierung der Außenecken der Bauten mit Ballons am Freitag, um die Dimension des Vorhabens zu vermitteln, hatte an den Sorgen nichts geändert. Laut den Ausführungen von Bürgermeisterin Margit Menrad würde sich die Grundfläche aller Gebäude (Betriebsgebäude, Turbinengebäude und zwei Bauten für Luftkühler) auf 8500 Quadratmeter belaufen.

Wiendieck zeigte sich in der Sitzung zu Kompromissen bereit. So bot er eine Reduzierung der Höhe der Luftkühlerbauten von 14 auf zwölf Meter an und eine Verschiebung aller Bauten um 60 bis 70 Meter nach Westen. Auch mit Farbgebung und Fassadengestaltung könne einiges erreicht werden, meinte er. Er betonte aber auch, dass die Zeitachse wichtig sei, da ab dem Jahr 2021 die Förderung dramatisch nach unten gehe.

Um die Befürchtungen einiger Räte zu entkräften, dass sich an dem Standort sukzessive ein Gewerbegebiet entwickeln könnte, schlug er vor, sich mit einer Erklärung zu verpflichten, an niemanden Wärme zu liefern, wenn die Gemeinde nicht zustimme. Wie berichtet, soll der Fokus der Anlage ohnehin auf Stromproduktion liegen, man hätte die Wärme allerdings zur Nutzung angeboten.

Trotz aller Zugeständnisse haderten die Räte weiter mit dem geplanten Standort, der zur Erholung genutzt werde und in dessen Nähe im Winter die Langlaufloipe gespurt sei. Zudem wollte man sich nicht unter Druck setzen lassen. „Für Sie pressiert es wegen der Fördergelder, hier aber geht es um Landschaft, die kaputtgeht“, sagte Matthias Ertl (PWG). Immerhin gehe es um eine Bebauung, die 130 Meter lang und über 50 Meter breit ist. Nahezu 10 000 Quadratmeter würden verbaut. Man müsse sich die Zeit nehmen, etwas anderes zu suchen.

„Der Standort ist ein Riesenproblem“, meinte Claudia Roederstein (UBI). Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) fragte, ob man nicht Alternativen wie Wadlhausen, wo es bereits eine Biogasanlage gebe, ins Auge fassen könnte. Auch eine Versetzung am derzeit geplanten Standort weiter in den Wald hinein wurde diskutiert. Menrad fragte schließlich, ob Wiendieck bereit sei, den Antrag zurückzuziehen, um mit der Gemeinde alternative Standorte abzuklären. Wiendieck stimmte zu, den Antrag vorerst zurückzunehmen: „Ich will mit Ihnen zusammenarbeiten und keinen Konflikt.“ Er betonte aber, dass der Bohrplatz nördlich von Walchstadt nicht versetzt werden könne.  

yvi

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