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Rund 60 Besucher kamen zur Bürgerversammlung in Icking. Trotz der Themenfülle blieb es erstaunlich ruhig.

Bürgerversammlung Icking

Geothermie: Landratsamt trägt Kompromiss mit

Viele Themen, aber wenig Aufreger gab es in der Bürgerversammlung in Icking. Dritter Landrat Klaus Koch überbrachte eine gute Nachricht.

Icking – Geothermie-Projekt, Umbenennung Wenzberg, Supermarkt, B 11-Umgestaltung, Glasfaserprojekt, Niederschlagswasserbeseitigung: Diskussionsstoff wäre reichlich vorhanden gewesen für die Bürgerversammlung am Donnerstagabend. Die Themen wurden auch alle angesprochen – aber nicht von den rund 60 anwesenden Bürgern, sondern nur im Bericht von Rathauschefin Margit Menrad. Angesichts der Themenfülle blieb es erstaunlich ruhig.

Kühleranlage im Wald

Neuigkeiten hatte Dritter Landrat Klaus Koch. Er überbrachte in seinem Grußwort eine gute Nachricht von Landrat Josef Niedermaier, was den Standort der Geothermieanlage angeht. „Die von den Bürgern gewünschte Kompromisslösung wird vom Landratsamt mitgetragen“, erklärte Koch. Der Grund: Bei der Güterabwägung müsse auch berücksichtigt werden, was die Geothermie für die Energiewende bedeute. Bislang hatte die Untere Naturschutzbehörde an einer Realisierung des Projekts außerhalb des Waldes festgehalten. Derzeit erarbeitet die Gemeinde einen Bebauungsplanentwurf mit der von den Attenhauser und Dorfener Bürgern vorgeschlagenen Variante. Wie berichtet soll für eine Kühleranlage der Anlage zirka ein Hektar Wald gerodet werden, die zweite Kühleranlage wird auf dem Feld situiert.

Menrad sprach in ihrem Bericht sämtliche Gemeindethemen an. Demnach verzögert sich der Baubeginn des Supermarkts. Eine Bohrpfahlwand mache eine Tekturplanung erforderlich. „Ein Baubeginn vor der Sommerpause ist aber geplant.“ Ausführlich ging die Bürgermeisterin auf den Baufortschritt und die kleineren und größeren Schwierigkeiten beim Glasfaserprojekt ein sowie auf die bereits bekannte Kostensteigerung auf rund 6,6 Millionen Euro brutto. „Ich bin überzeugt, dass wir den richtigen Weg gehen“, resümierte die Rathauschefin.

Hoffen auf Genehmigung in Sachen Ortsdurchfahrt

Die Unterlagen zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt (B 11) lägen dem Staatlichen Bauamt zur Begutachtung vor, berichtete Menrad weiter. Sie hoffe „wenigstens in diesem Jahr auf eine Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern“. Zum Thema Verkehrssicherheit erklärte die Rathauschefin, dass 32 Vorschläge von Bürgern eingegangen seien, die vor Ort mit der Polizei besprochen wurden. Was den Wenzberg angeht, erläuterte Menrad, dass eine Entscheidung über die Umbenennung der Straße erst fallen soll, wenn die Aufarbeitung der NS-Zeit in Icking durch einen Arbeitskreis abgeschlossen ist.

Was die Ickinger mehr umzutreiben scheint als die großen Gemeindethemen waren alltäglichere Probleme. Eine der wenigen Wortmeldungen betraf etwa die unzureichende Beleuchtung in Icking. Menrad erklärte, das Thema bereits im Hinterkopf zu haben. Es stehe ein Konzept mit LED an. Auch die Notwendigkeit von Verkehrsschwellen oder der Ärger mit wuchernden Hecken wurde angesprochen.

Viel Beifall erhielt Zweiter Bürgermeister und Archivar Dr. Peter Schweiger, der mit den Bürgern eine Zeitreise unternahm. Das Thema lautete: „Die B11 in alten Fotos.“

Yvonne Zuber

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