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Wärme aus der Erde: Anders als in Holzkirchen steht das Geothermie-Projekt zwischen Attenhausen und Dorfen noch ganz am Anfang. Jetzt wird ein Bebauungsplan für den Alternativstandort Wald/Feldflur aufgestellt.

Geothermie-Projekt

„Schwierig, aber nicht unmöglich“

Die Gemeinde Icking stellt für den alternativen Standort eines Geothermie-Projekts einen Bebauungsplan auf. 

Icking – Das Geothermie-Projekt, das die Erdwärme Bayern GmbH zwischen Attenhausen und Dorfen realisieren will, soll die Bürger möglichst wenig belasten. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung deshalb einstimmig beschlossen, dass vom Planungsbüro U-Plan ein Bebauungsplan erarbeitet werden soll für den von den Attenhauser Bürgern vorgeschlagenen Standort „Wald/Feldflur“.

Nach dieser Variante soll für eine Kühleranlage der Geothermiezentrale zirka ein Hektar Wald gerodet werden. Die zweite Kühleranlage wird östlich des Waldes auf dem Feld situiert. Dadurch kann die Senke zwischen Höhenrainer Straße und Sonnenweg am Waldrand möglichst gut ausgenutzt werden, und die großen Kühleranlagen sind weniger auffällig.

Vorausgegangen war dem Beschluss, dass sich das Büro U-Plan mit den Stellungnahmen der Unteren Naturschutzbehörde und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu dem Planentwurf zur Wald/Feldflur Variante auseinandergesetzt hatte. Um auf dieser Basis besser abschätzen zu können, ob man die Variante im Bauleitverfahren durchsetzen kann. Das Ergebnis des Büros: „Es wird schwierig, aber nicht unmöglich sein, die von verschiedenen Seiten formulierten Ansprüche an die Planung in einem Bebauungsplan zusammenzufassen und zur Satzung zu bringen.“

Wie Uwe Feickert vom Büro U-Plan erläuterte, hält die Naturschutzbehörde weiter an der Realisierung der Geothermieanlage außerhalb des Waldes fest. Die geringere Sichtbarkeit rechtfertige keinen so großen Eingriff in den Naturhaushalt. Feickert führte allerdings dazu aus, dass die Planungshoheit in dem Verfahren bei der Gemeinde liege. „Aus unserer Sicht kann die Gemeinde in ihrer Abwägung auch zu anderen Ergebnissen als die Naturschutzbehörde kommen, indem sie den Willen der Bürger nach geringerer Sichtbarkeit der Anlage stärker in ihrer Abwägungsentscheidung gewichtet.“ Zumal weder geschützte Biotope noch Schutzgebiete nach dem Bundesnaturschutzgesetz betroffen seien.

Als geradezu „zynisch“ empfanden die Räte, dass die Behörde zur Schutzbedürftigkeit des Landschaftsbildes zwischen Attenhausen und Dorfen damit argumentiert hatte, dass durch einen weithin sichtbaren Funkmast eine Vorbelastung des Landschaftsbildes und des Erholungswertes gegeben sei und dieses somit also eine geringere Wertigkeit hat. Der Mast war von der Gemeinde an diesem Standort damals abgelehnt worden.

Die Forstbehörde ist mit der Wald/Feldflur-Variante auch „nicht glücklich“ (Feikert). Sie würde die Rodung aber unter bestimmten Bedingungen, wie etwa Ersatzaufforstung und dass es zu keiner Mehrung der veranschlagten Rodung kommt, akzeptieren. Laut dem Geschäftsführer der Erdwärme Bayern, Markus Wiendieck, sind die Probleme, die aus seiner Sicht mit der Planung verbunden sind, durch die Verschiebung der Anlage um einige Meter nach Westen lösbar. Dies könnte jedoch zu weiteren Waldverlusten führen.

Der Gemeinderat votierte zwar einstimmig für die Erarbeitung eines Bebauungsplans für den Standort Wald/Feldflur. Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) erklärte jedoch erneut, dass sie dem nur zustimme, um die Position der Gemeinde zu stärken und nicht weil sie das Projekt an sich befürworte. Für sie sei es nach wie vor das „falsche Projekt am falschen Ort“.

Yvonne Zuber

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