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Das Geothermieprojekt in Walchstadt: Gegen die zukunftsweisende Energie haben die wenigstens Ickinger etwas. Wohl aber gegen den massiven Schwerlastverkehr, der über Gemeindestraßen zum Bohrplatz rollen soll. 

Bauteile müssen nach Walchstadt

Geothermieprojekt: Rollen bald 100-Tonner durch Icking ?

Das geplante Geothermieprojekt treibt die Ickinger weiterhin um. Heftig diskutierten die Gemeinderäte in der Sitzung am Montag über die Zu- und Abfahrt zum Bohrplatz Walchstadt und den zu erwartenden Schwerlastverkehr.

Icking „Überrollt“ worden sei man von der Errichtung des Bohrplatzes in Walchstadt zum jetzigen Zeitpunkt, meinte Bürgermeisterin Margit Menrad. Man habe damit gerechnet, dass sich erst im Herbst am Bohrplatz Attenhausen etwas abzeichne. Doch das ist war nicht alles. „Laut Auskunft der Erdwärme Isar GmbH werden um den Bohrplatz Walchstadt herzurichten zirka 900 Lastwagen verteilt auf drei Monate fahren – also durchschnittlich zehn am Tag“, berichtete Menrad den entsetzten Gemeinderäten. Während der Bohrzeit sei mit fünf bis sechs Lastwagen zu rechnen. Einzelne Trucks würden bis 100 Tonnen schwer sein. Einzelne Bauteile, etwa der Bohrturm, seien sehr groß. Um eine Zufahrt nicht allein über Walchstadt, sondern auch über Wadlhausen möglich zu machen, sei ein Grundstückstausch bei Gut Wadlhausen und die Verlegung eines Weges nötig, erläuterte die Rathauschefin weiter. Matthias Ertl (PWG) brachte dafür jedoch überraschend eine Alternativroute ins Spiel, nämlich östlich der Autobahn entlang. Der Weg würde sich zudem im Besitz des Grundbesitzers des Bohrplatzes befinden. Ein Vorschlag, der ihm den Beifall seiner Ratskollegen einbrachte und nun zunächst geprüft werden soll.

„100-Tonner auf unseren Dorfstraßen, das ist völlig indiskutabel“, betonte Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) in der weiteren Diskussion. Das Unternehmen müsse sich Alternativen einfallen lassen, etwa aus der Luft. Das sei heutzutage schließlich kein Problem mehr.

Christian Mielich (SPD) hielt besonders den Dauerbetrieb, „der durch die Vorgärten der Walchstädter“ fahren soll für problematisch. Er fragte, ob nicht Routen ausgewiesen werden könnten. Menrad erläuterte dazu, dass die Straßen keine Gewichtsbeschränkungen hätten, bis zu 40 Tonnen zulässig seien und man die Straßen nicht einfach für diese Gewichtsklasse sperren könne. Für Fahrzeuge mit 100 Tonnen Gewicht hingegen werde eine bestimmte Strecke vorgegeben. Verena Reithmann (UBI) fand, dass Planer und Betreiber dazu verpflichtet seien, den Weg zu wählen, der für die Gemeinde am schonendsten sei.

Das Gremium fasste keinen Beschluss für eine Zufahrt über Wadlhausen. Die von Matthias Ertl vorgeschlagene Route parallel zur Autobahn soll nun zunächst abgeklärt werden.

Yvonne Zuber

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