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Kabelsalat herrscht derzeit auf Ickings Straßen. 

Bürgermeisterin Margit Menrad im Interview

„Glasfaser Icking“: So laufen die Bauarbeiten

Rund 6,5 Millionen Euro investiert die Gemeinde Icking in eine gemeindeweite Glasfaserverbindung. Seit Oktober 2016 laufen die Bauarbeiten für „Glasfaser Icking“.

Icking – Bürgermeisterin Margit Menrad verrät im Interview, ab wann die Ickinger endlich superschnell im Internet surfen können.

Frau Menrad, wie geht es vorwärts mit dem Glasfaserausbau?

Begonnen haben wir mit den Bauarbeiten in Dorfen. Hier konnten wir etwa ein Drittel der Hausanschlüsse legen. Da sich jedoch der Bau der Verbindungsleitung in Dorfen und von Dorfen nach Icking durch Straßenplanungen des Staatlichen Bauamtes verzögert, haben wir im Frühjahr mit den Bauarbeiten in Irschenhausen angefangen. Dort konnten wir schon die Hausanschlüsse in der Rüttgerssiedlung fertigstellen. Im Hinblick auf den Schulbusverkehr ist besonders wichtig, dass wir die Leitung entlang der Kreisstraße in den Sommerferien vollenden können. Die Hauptleitung von Vodafone zum Hauptverteiler beim Bauhof in Icking ist bereits fertig. So kann dort, wo die Bauarbeiten abgeschlossen und die Glasfasern eingeblasen sind, bereits im Herbst Glasfaser bis zum Haus mit bis zu 200 MBit pro Sekunde genutzt werden.

Hat es noch andere Probleme gegeben?

Bürgermeisterin Margit Menrad

Ja, leider. Zum einen hatten wir einen ungewöhnlich langen Winter. Außerdem haben wir die Dauer für die Erteilung der notwendigen Genehmigungen für die Verlegung der Leitungen entlang der B 11 und der Staatsstraßen sowie für die Querungen der Bahntrassen unterschätzt. Und die Baufirma „leidet“ unter zu vielen Aufträgen. Sie hat große Probleme, die Arbeiter für die Baustellen und entsprechende Fachfirmen zu gewinnen.

Haben sich die Probleme auf die Anwohner ausgewirkt?

Mit der zeitlichen Verzögerung, die auch zur Folge hatte, dass die Gräben entlang der Gemeindestraßen verspätet geschlossen werden konnten, hatten wir so nicht gerechnet. Das war für die Anlieger dann leider schon mit Beschwernissen verbunden.

Sie haben die Anlieger kürzlich ausdrücklich gebeten, keine Kabel zu überfahren, da dies zu Kabelbrüchen führen kann. Ist das Problem im Griff?

Nachdem wir den Bewohnern die Problematik erklärt haben, haben wir hier aktuell keine Probleme mehr.

Wie gehen die Bürger mit den Baustellen und Verkehrsbehinderungen um?

Wenn in der Straße, in der ich wohne, gebaut wird, kann ich vielleicht nur mit Umwegen oder sehr langsam und vorsichtig entlang dem Kabelgraben zu meinem Haus fahren. Das ist natürlich eine Belästigung und jeder ist froh, wenn er es überstanden hat.

Gibt es Beschwerden im Rathaus?

Natürlich gibt es immer wieder Klagen, aber es überwiegen Stimmen, die Verständnis zeigen. Wir informieren möglichst aktuell auf unserer Homepage und haben auch große Unterstützung von der Breitbandinitiative, die ebenfalls Ansprechpartner ist. Außerdem sollen ab Donnerstag alle zwei Wochen immer von 16 bis 18 Uhr Sprechstunden mit den beauftragten Firmen zu Vertrags- und Technikfragen im Rathaus stattfinden. Ich denke, dass damit viele Unsicherheiten beseitigt werden können.

Wann sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein?

Unser Ziel ist immer noch Ende 2018. Das ist realistisch, wenn die Baufirma ab Herbst mehr Bautrupps einsetzen kann.

Rückblickend gesehen: War die Entscheidung für „Glasfaser Icking“ richtig?

Derzeit sprechen sich ja Politiker aller Parteien für schnelles Internet und damit für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden aus. Das zeigt auch, wie richtig die Entscheidung des Gemeinderats war. Bestätigt wurde unser Weg zudem von den Bürgern. Damit wir das Projekt umsetzen konnten, mussten sich mindestens 700 Haushalte an „Glasfaser Icking“ beteiligen. Inzwischen sind über 950 Haushalte dabei.

Yvonne Zuber

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