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Bayerische Gemeinde lässt Google Maps verzweifeln - müssen Straßen umbenannt werden?

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Von: Dominik Stallein

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Das Ortsschild der Gemeinde Icking
Vor Fahrten in die Gemeinde Icking müssen Rettungsdienste, Pizzalieferanten und Kurierfahrer genau in die Karte gucken: In der Gemeinde gibt es zweimal eine Münchner Straße. © Foto: Hermsdorf-Hiss

Ein Rettungswagen hielt nicht am Einsatzort, sondern fuhr weiter. Das Problem: In Icking gibt‘s zwei Münchner Straßen. Die Gemeinde rätselt, was sie tun soll.

Icking – Von der Münchner Straße 9 zur Münchner Straße 7 braucht man zu Fuß etwa 46 Minuten. Die Grundstücke in Icking sind zwar verhältnismäßig groß – aber solch ein Abstand ist selbst in der Isartal-Gemeinde ungewöhnlich. Der Grund: Die Münchner Straße gibt es im Ort zweimal.

Und beide haben noch dazu dieselben Hausnummern. Die eine schlängelt sich im Ortsteil Icking an Feldern vorbei, die andere entspringt im Ortsteil Dorfen aus den Serpentinen. Das ist schon länger so, seit 1978 genauer gesagt, also seit der Eingemeindung Dorfens. Lange war das auch kein Problem.

Icking hat zwei Münchner Straßen - Google Maps überfordert

Jetzt scheint es eins zu sein: Navigationsgeräte sind mit zwei Münchner Straßen in Icking überfordert. Manche Lieferdienste oder Kurierfahrer haben schon Irrfahrten hinter sich. Und spätestens, als ein Rettungswagen, statt in Dorfen zu halten, weiter in Richtung Icking düste, stellte die Gemeinde fest: Dieser Ort ist zu klein für zwei Münchner Straßen. Mindestens eine sollte einen neuen Namen bekommen.

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Die Entscheidung sollten die Menschen fällen, die betroffen sind. Die Anwohner der Münchner Straßen wurden von der Gemeinde nach ihrer Meinung befragt. Drei Möglichkeiten standen zur Wahl: Die Straße in Icking wird zur Nördlichen, das Dorfener Pendant zur Südlichen Münchner Straße. Variante zwei beinhaltet eine Umbenennung der Straße in Dorfen in „Straßfeld“ beziehungsweise „Schlederloher Straße“, oder – Möglichkeit drei – sie kriegt einen ganz neuen Namen.

Navigations-Geräte und Google Maps sind in Icking überfordert - was passiert mit Münchner Straßen?

59 Anwohner wurden angeschrieben – 52 antworteten mit einer wenig überraschenden Tendenz: Die Anwohner der Münchner Straße in Icking würden eine Umbenennung nur in Dorfen präferieren. Die Mehrheit der Dorfener sieht das anders: Sie wollen weiter an der Münchner Straße wohnen, selbst wenn es künftig die Südliche wäre und sie in Icking das Wort „Nördliche“ auf den Straßenschildern lesen würden. Eine einvernehmliche Lösung scheint nicht in Sicht.

Landkarte von Icking bringt Google Maps zur Verzweiflung - müssen Straßen umbenannt werden?

Bürgermeisterin Verena Reithmann erklärte in der Gemeinderatssitzung, dass einige Bürger darum gebeten hätten, eine Umbenennung „nicht aus Gründen, die nur dem Hörensagen nach bekannt sind“ zu vollziehen. Sie habe folglich bei der Integrierten Leitstelle gefragt, wie groß die Verwirrung um die gleichnamigen Straßenzüge tatsächlich sei. Der Mitarbeiter dort sehe „keine Notwendigkeit“ für neue Namen auf der Landkarte, berichtete die Rathauschefin.

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Weil die Anregung aus der Bürgerschaft stamme, möchte die Rathauschefin das Thema noch nicht sofort zu den Akten legen. Auf den Bürgerversammlungen werde sie das Thema erneut ansprechen.

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