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Gott und die Welt

Was ist unsere Aufgabe nach der Bundestagswahl?

In dieser Folge „Gott und die Welt“ macht sich Sabine Sommer, Evangelische Pfarrerin in Icking, Gedanken zu der Bundestagswahl am 24. September.

Icking – Deutschland hat gewählt. Das Ergebnis war vorhersehbar, und doch freut es die einen und beunruhigt die anderen. Seither geht es in den Medien um Analysen und Hintergründe. Experten werden befragt, und vor allem wird über mögliche Regierungsbildungen spekuliert. In Berlin treffen sich die Fraktionen, um den weiteren Kurs festzulegen. Die Koalitionsgespräche kommen langsam in Gang, und in so mancher Partei dreht sich das Personalkarussell. Deutschland ist im Wahlfieber, auch noch nach der Wahl.

Können wir uns getrost zurücklehnen? 

Wir Wähler – aber auch diejenigen, die (noch) nicht wählen durften – verfolgen diese Debatten gespannt. Wie wird es mit unserem Land weitergehen in den nächsten vier Jahren? Wer wird sich bei welchen Themen durchsetzen? Wir Wähler verfolgen die Debatten gespannt – und doch auch gleichzeitig entspannt. Denn wir (zumindest 75,6 Prozent von uns) haben unsere Schuldigkeit ja getan und unsere Stimmen abgegeben.

Sabine Sommer: Evangelische Pfarrerin in Icking

Jetzt sind die Politiker dran, sollen die doch sehen, was sie aus diesem Wahlergebnis machen können. Wir lehnen uns solange in unseren Sessel zurück und beobachten das Ganze im Fernsehen. Aber sind wir in dieser Beobachterrolle wirklich gut aufgehoben? Können wir uns getrost zurücklehnen, wenn wir am Wahltag unsere Kreuzchen gemacht haben?

Mich lässt da der Predigttext für den kommenden Erntedanksonntag aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes. 58,7-12) nachdenklich werden: „Heißt es nicht: Brich mit den Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! […] Wenn du in deiner Mitte niemanden unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen […] und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt […].“

Wahlergebnisse bestimmen nicht darüber, wie wir zusammenleben

Hier werde ich direkt angesprochen: Wenn du  … ja, wenn ich etwas tue, und sei es ganz im Kleinen, dann ändert sich etwas in unserer Welt, in unserem Land. Und so können wir uns auch nach der Wahl nicht entspannt zurücklehnen und die anderen machen lassen.

Die Wahlergebnisse bestimmen vielleicht darüber, wer uns in den nächsten vier Jahren regiert. Aber sie bestimmen nicht darüber, auf welche Weise wir in unserem Land zusammenleben wollen, wie wir unser Zusammenleben gestalten wollen. Das wählen wir, täglich, nicht mit einem Kreuzchen auf dem Wahlzettel, sondern mit dem, was wir tun oder auch unterlassen, mit dem, wofür wir uns einsetzen oder mit dem, was uns nicht so wichtig ist, mit dem, worüber wir reden und schreiben oder mit dem, worüber wir schweigen.

Wir, jeder einzelne von uns, gestaltet so unser Zusammenleben mit. Denn wir haben die Wahl, nicht nur bei der Bundestagswahl, sondern jeden Tag!

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