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Witziges Selfie: Ruth-Maria Frech liebt ihre Tiere auf dem Hof in Irschenhausen. Deswegen hat sie auch ein Foto mit ihnen gemacht. Am Wochenende ist die junge Frau auf der Grünen Woche in Berlin vertreten. 

Grüne Woche in Berlin

So geht moderne Landwirtschaft

Berlin/Icking - Ruth-Maria Frech (24)aus Irschenhausen ist mit Leib und Seele Bäuerin. Bei der Grünen Woche in Berlin kommt sie in direkten Kontakt mit Verbrauchern - und leistet damit Aufklärungsarbeit.

Die Grüne Woche ist eines der ganz großen Ereignisse für alle bäuerlichen Belange. Als die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau hat sie globale Bedeutung. Von 15. bis 24. Januar, also zehn Tage lang, können sich Verbraucher darüber informieren, wie die Gegenwart moderner Landwirtschaft aussieht – und was die Trends der Zukunft sind. Mitten drin wird diesmal, zum 90-jährigen Jubiläum der Messe, eine junge Frau aus Irschenhausen sein: Ruth-Maria Frech.

Die "Freche Milch" ist auf Facebook zu finden

Die junge Bäuerin ist 24 Jahre alt, studiert derzeit dual Landwirtschaft in Weihenstephan und und will später einmal den Hof ihres Vaters übernehmen. Auch ehrenamtlich ist sie sehr rege. So fungiert sie als Vorsitzende des Rings junger Landwirte im Landkreis und ist bei der Bayerischen Jungbauernschaft Oberbayern als Sprecherin zum Thema Agrarpolitik tätig. Die Frage, ob sie gerne Bäuerin ist, beantwortet sie mit einem von Herzen kommenden: „Ja, sehr!“ Was das Thema Kommunikation angeht, ist die junge Frau definitiv modern unterwegs: Sie nutzt die sozialen Medien, auf Facebook ist sie mit „Freche Milch“ vertreten. Der Name ist Programm: Der Schwerpunkt auf dem Hof liegt auf der Milchwirtschaft. „Wir haben zur Zeit etwa 50 Kühe zu melken, und die dazugehörige eigene Nachzucht.“ Die Flächen bestehen zur Hälfte aus Mähweiden und zur anderen Hälfte aus Acker, auf dem Mais und Getreide angebaut wird. Außerdem bewirtschaftet die Familie 13 Hektar Wald.

Ihr Job ist der eines Agrar-Scouts

Ruth-Maria Frech freut sich schon auf ihren Auftritt in der Bundeshauptstadt. Es ist nicht der erste, schon 2013 war sie auf einem Stand der Bayerischen Jungbauern vertreten und diskutierte mit Verbrauchern. Ihr Auftrag heuer ist ähnlich. Die Irschenhauserin ist eine von 100 Agrar-Scouts, die während der zehn Messetage auf dem Erlebnisbauernhof in Halle 3.2 als Dialog-Partner für die Besucher zur Verfügung stehen. Die Idee, die hinter dem vom Forum Moderne Landwirtschaft initiierten Agrar-Scout-Projekt steckt, ist eigentlich ganz einfach: Was es heißt, als Landwirt oder Mitarbeiter eines Betriebs in der modernen Landwirtschaft tätig zu sein, kann kaum jemand authentischer erklären als die Menschen aus der Praxis selbst. „Ich will, dass nicht nur über uns, sondern mit uns geredet wird. Deshalb suche ich den Dialog mit dem Verbraucher. Die Grüne Woche ist eine ideale Plattform dafür“, sagt sie.

Halle 3.2 ist als Erlebnisbauernhof konzipiert

Zwei Tage wird die junge Irschenhauserin in der Bundeshauptstadt zu Besuch sein. Die Anreise erfolgt am heutigen Freitag. Am morgigen Samstag schließt sich die junge Landwirtin der Demonstration „Wir machen Euch satt“ in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs, genauer am Washington-Platz, an. Diese soll ein Gegenpol zu der Demo „Wir haben es satt“ sein, einer Versammlung diverser Gruppen vor dem Bundestag, die seit einigen Jahren zeitgleich zur Grünen Woche eine Agrarwende fordern. „Da sind einige radikale Gruppen dabei, mit deren Zielen ich mich nicht identifizieren kann“, sagt die Irschenhauserin. Die Organisatoren von „Wir machen Euch satt“ wollen etwas ganz anderes erreichen, nämlich eine vorurteilsfreie Betrachtung der modernen Landwirtschaft, ohne Ideologie. „Schlagwörter wie ,Massentierhalter’ und ,Agrarindustrie’ erzeugen unklare Feindbilder in der Bevölkerung und stigmatisieren jeden modernen Familienbetrieb“, heißt es auf der Homepage. Dem kann Ruth-Maria Frech nur zustimmen.

Am Sonntag wird es ernst

Nach der Demo beginnt ihre eigentliche Mission in Berlin. Noch am Samstag erhält die Irschenhauserin ein Coaching für den Dialog mit den Verbrauchern, etwa ein Rhetorik-Training und Argumentationshilfen. Und am Sonntag, 17. Januar, wird es ernst: Dann steht sie in Halle 3.2 den ganzen Tag auf dem Erlebnisbauernhof interessierten Besuchern Rede und Antwort. Volker Ufertinger

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