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Mit der Kameraauf Entdeckungstourrund um die Welt

Manischer Wissenssammler

Verleger Herbert Lenz im Portrait

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Holzhausen/Grünwald – Herbert Lenz sagt von sich, dass er ein „manischer Wissenssammler“ ist, ausgestattet mit einer „Grundneugierde“. Der Oberbayer mit Wohnsitz in Holzhausen hat vor rund 30 Jahren in Grünwald den Verlag Komplett-Media gegründet, mit dem er sich zunächst auf Reisevideos spezialisiert hat. 

Denn: Vor seiner Zeit als Verleger arbeitete Lenz unter anderem als Reisejournalist bei der Münchner Abendzeitung und hatte auch als späterer Inhaber einer PR-Agentur viel mit Fremdenverkehrsämtern zu tun.

Noch immer geht der gerade erst im Januar 68 Jahre alt gewordene Herbert Lenz selbst auf Entdeckungsreise, schultert die Kamera, dreht, schneidet und textet 90-minütige Reisedokumentarfilme, die es sowohl auf DVDs wie auch in rund 50 Kinos bundesweit zu sehen gibt. Im Internet können sie unter Hddoku.de heruntergeladen werden.

Sein Komplett-Media-Verlag produziert, verlegt und vertreibt Filmdokumentationen auf DVD und Blu-Ray, Hörbücher und Bücher. Die Themenschwerpunkte liegen inzwischen im populärwissenschaftlichen Bereich, auf Reisen und Wissen. Über 800 Filme insgesamt hat der Verlag derzeit im Programm: von den ersten Hochkulturen, den alten Griechen und Römern bis zum großen Historien-Panorama „Die Deutschen“. Aber auch einiges übers Universum, über Menschen, Tiere und Natur. Das Hörbuch-Verlagsprogramm zählt inzwischen über 250 Titel. Erfolgsautor des Verlages ist der Münchner Uni-Professor und ZDF-TV-Star Harald Lesch.

Drittes Verlagsstandbein ist das Buch, genauer das Hardcover. Bestseller ist mit über 25 000 Exemplaren der 440-Seiten-Titel „Urknall, Weltall und das Leben“ der Autoren Harald Lesch und Josef Gaßner, der vom Nichts bis zum Homo sapiens führt. Die Zielgruppe sind fortgeschritten gebildete Leser. „Wer nicht wissen will, wie unsere Sonne strahlt, zählt bei uns zu den Anfängern“, sagt der Wissenssammler Lenz mit einem augenzwinkernden Schmunzeln. „Wichtig ist, sich klar zu machen, dass wir gerade mit über 100 000 Stundenkilometern um unseren Heimatplaneten unterwegs sind, dass alles in Bewegung und Veränderung begriffen ist. Wenn ich nichts weiß, fällt mir auch nichts auf und nichts ein.“ Gerade im schnellen Zeitalter von Google seien interdisziplinäre, profunde Informationen und Gedanken sehr wichtig. Man solle mit offenen Augen durch die Welt gehen. „Das hilft auch im täglichen Leben“, sagt Lenz. Er empfiehlt für Einsteiger die DVD „10 Hoch – Eine Reise vom Kleinsten bis zum Größten“. Reiseleiter ist Prof. Harald Lesch, der in eineinhalbstündiger Kinolänge vom inneren eines Atomkerns bis an den äußersten Rand des Universums unterwegs ist. Sein Fazit: Sowohl im Kleinsten wie auch im Größten herrscht gähnende Leere. Die Frage, wie aus dem scheinbaren Nichts dennoch alles entstehen kann, beantwortet der Wissenschaftler sehr allgemeinverständlich in seinem filmischen Exkurs.

Ein anderer Bestseller mit dem Titel „Unsterblich?! Gute Gründe für ein Leben nach dem Tod“, richtet sich vor allem an Menschen, die der Frage nachgehen wollen: Gibt es eine Seele oder ein Bewusstsein? Herbert Lenz war lange Zeit Atheist und ist jetzt Agnostiker. „Es ist in keiner Weise bewiesen, auch nicht wissenschaftlich, dass es kein Leben nach dem Tod gibt.“ Mit dem Lesen des Buches oder mit dem Thema an sich sollte man seiner Meinung nach also nicht warten, bis man sich schon in der „Todeszone“ ab 70 befindet. Sein bevorzugtes Gebiet ist jedoch die Philosophie. „Für mich ist sie ein Allheilmittel für Hirn und Seele“, gibt der 68-Jährige nach einigem Zögern zu. Für ihn gibt es so viele gescheite Leute, die sich seit Jahrtausenden gute Gedanken über Gott, den Lebenssinn und die Welt gemacht haben. „Die kann man sich ganz bequem per Buch, Hörbuch oder auf DVD ins eigene Wohnzimmer einladen.“

Roswitha Diemer

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