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Prominente Geburtstagsgäste: (v. li.) Landrat Josef Niedermaier, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Ickings Bürgermeisterin Margit Menrad, Jürgen Salzhuber (Vorstand Projekteverein) Bezirksrat Thomas Schwarzenberger sowie Holger Steckermaier, Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH des Projektevereins.

Wohnprojekt feiert zehnjähriges Bestehen

Haus Buchenwinkel ist ein Ort, um wieder Kraft zu tanken

Das zehnjährige Bestehen des Wohnprojekts im Haus Buchenwinkel für psychisch erkrankte Erwachsene wurde kürzlich mit einem Fest und viel Politprominenz gefeiert.

Icking  Ein herzlicher Empfang sowie liebevoll mit Blumen und Luftballons dekorierte Räumlichkeiten erwarteten die Gäste in dem ehemaligen Gutshof. Die Gäste wiederum sparten nicht an Lob für die Einrichtung.

Als „hoch spannend“ bezeichnete Bezirkstagspräsident Josef Mederer das, was seit 2007 in Haus Buchenwinkel passiert sei. Das Konzept für psychisch kranke Erwachsene ermögliche den Betroffenen, sich in angstfreier Umgebung zu entwickeln, mit dem Ziel, wieder ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Gerade die Abgeschiedenheit in Haus Buchenwinkel gebe ihnen die Kraft und den Mut dazu. Mederer: „Wenn es gelingt, Menschen wieder in die Gesellschaft zurückzuführen, was gibt es Schöneres?“

Gutshof war ein Sanatorium für Kinder

Jürgen Salzhuber, Vorstand des Projektevereins, der Träger der Einrichtung ist, ging auf die Historie des geschichtsträchtigen Gutshofes ein. So sei das Haus nach dem Zweiten Weltkrieg unterschiedlich genutzt worden, unter anderem waren jüdische Auswanderer und ein Kindersanatorium dort untergebracht. 1951 übernahm der AWO Landesverband Bayern das Haus und änderte die Nutzung von einem Kindersanatorium in ein Kindererholungsheim – das sich zu einer Einrichtung für erziehungsschwierige Kinder weiterentwickelte. Von 1961 bis 1983 war das Haus unter der Trägerschaft der AWO ein Müttergenesungsheim. 1983 war die Therapieeinrichtung „Daytop“ dort ansässig, bis schließlich der Tierschutzverein das Anwesen erwarb. Für rund 1,1 Millionen Euro kaufte die AWO München vor elf Jahren Haus Buchenwinkel erneut, sanierte es für weitere 2,5 Millionen Euro und vermietete es an den Projekteverein, der dort seit Anfang 2007 das Wohnprojekt betreibt.

Wohnprojekt ist Teil des örtlichen Lebens geworden

Salzhuber betonte, dass der Verein mittlerweile Träger von mehr als 30 psychiatrischen Einrichtungen ist. Neben Wohnprojekten wie das Haus Buchenwinkel gehöre eine Vielzahl an ambulanten Einrichtungen dazu, wie etwa Sozialpsychiatrische Dienste. Er hob das gute Verhältnis zur Gemeinde Icking hervor. Bürgermeisterin Margit Menrad berichtete, dass die Bevölkerung den Wegzug der Vorgängereinrichtung zur Suchthilfe bedauert hatte. „Dass hier als Nachfolgeeinrichtung ein stationäres Wohnprojekt für psychisch kranke Menschen einzog, wurde bei uns von vornherein begrüßt und als Teil des örtlichen Lebens genommen.“

Menrad wies auf Parallelen zwischen Haus Buchenwinkel und einem anderen Gebäude hin – dem Hollerhaus in Irschenhausen. Die sei „eine Art magischer Ort für alle, die Kraft tanken wollen“, so Menrad. „Beide Häuser sind hier im Ort angesehen und beide Einrichtungen werden geschätzt.“ Auch in Haus Buchenwinkel könnten die Menschen „Kraft tanken für den Alltag an einem Ort, der dazu beste Voraussetzungen bietet“. 

  Yvonne Zuber

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