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Hoher Wasserpreis in Icking: Gebühren bleiben - Poolbesitzer brauchen keine Subvention

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Von: Dominik Stallein

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Teures Gut: 3,88 Euro kostet der Kubikmeter Wasser in Icking – statt zuvor 1,43 Euro.
Teures Gut: 3,88 Euro kostet der Kubikmeter Wasser in Icking – statt zuvor 1,43 Euro. © Roland Weihrauch/DPA

Die Gemeinde Icking hält an ihren Wasserpreisen fest – zum Frust der Bauern. Die Suche nach Lösungen für die Landwirte läuft. Ein Plan B ist vorerst vom Tisch.

Icking – Nicht nur die Landwirte gehen auf die Barrikaden. Auch einige Unternehmer in Icking sind mit den Wasserpreisen überhaupt nicht einverstanden. Wie berichtet wurden die Gebühren in der Isartal-Gemeinde massiv angehoben: 3,88 Euro kostet der Kubikmeter Wasser – statt bisher 1,43 Euro. Vorerst wird sich daran nichts ändern: Eine neue Gebührenregelung lehnte der Gemeinderat am Montagabend ab. Für die Landwirte ist das keine gute Nachricht. Der Gemeinderat sucht weiter nach einer Lösung für die Viel-Verbraucher.

Hoher Wasserpreis in Icking: Gebühren bleiben - „Poolbesitzer brauchen keine Subvention“

Im Zuge der Wasserpreis-Diskussion war eine Alternative aufgekommen: Die Gemeinde könnte, statt die Kubikmeter-Kosten anzuheben, die Grundgebühren für alle Wassernutzer erhöhen. Wie Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) erklärte, sei das rein rechtlich möglich: Derzeit werden 11,5 Prozent der Wasserkosten über die Grundgebühr eingenommen, möglich wären bis zu 45 Prozent. Statt den bisher 68 Euro könnte die Kommune also bis zu 271 Euro verlangen und im Gegenzug die Verbrauchsgebühr reduzieren.

Landwirte rebellieren: Wasserpreis in Icking wurde um 170 Prozent erhöht

Wie eine Kalkulation zeigte, würde ein Drehen an dieser Schraube tatsächlich dazu führen, dass Landwirte und Großverbraucher entlastet werden. Statt einer Gesamtgebühr – also Grund- und Verbrauchskosten zusammen – von 3,90 bis 4 Euro pro genutztem Kubikmeter müssten diese in einem solchen Szenario nur noch 2,70 bis 3,13 Euro bezahlen. Der Knackpunkt an dieser Variante: Für Mittel- und Kleinverbraucher würde es insgesamt deutlich teurer. „Bezogen auf alle Verbraucher würden bei einer hohen Grundgebühr zwei Drittel der Bürger schlechter gestellt“, erklärte Reithmann. Haushalte, die weniger als 165 Kubikmeter Wasser verbrauchen, kommen mit der bislang beschlossenen Gebührenordnung günstiger weg. „Das ist eine Menge, die ein Fünf-Personen-Haushalt verbraucht“, sagte Reithmann. Sie ist Mutter von drei (inzwischen erwachsenen) Töchtern, „wir haben es zu fünft nie geschafft, so viel zu verbrauchen“, erinnert sie sich.

„Unfaire“ Neuregelung ist vom Tisch - weil Poolbesitzer profitieren würden

Zweite Bürgermeisterin Claudia Roederstein (UBI) fasste das Rechenbeispiel so zusammen: „Die, die wenig verbrauchen – und das sind die meisten – müssten diejenigen subventionieren, die viel verbrauchen – und das sind wenige.“ Sie lehnte eine Erhöhung der Grundgebühr ab, weil sie „ungerecht“ sei und „das falsche Signal“. Sie befürchtete, dass die Gemeinde quasi „dazu aufrufen würde, den Verbrauch zu erhöhen“.

Für die Landwirte sei die beschlossene Regelung freilich ungünstig, „weil die Kuh halt so viel säuft, wie sie säuft“, so Roederstein. Von einer hohen Grundgebühr würden aber auch Pool-Besitzer profitieren, „die nicht subventioniert werden müssen“. Dritte Bürgermeisterin Laura von Beckerath-Leismüller (Grüne) empfand es als „absurd“, eine Regelung zu beschließen, die umso günstiger wird, je mehr Rohstoffe verbraucht werden.

Rohstoffe sparen soll sich lohnen - Wasserpreis in Icking sorgt für Diskussionen

Reithmann schlug ein anderes Prozedere vor: „Wir wollen für die Bauern eine Lösung finden – außerhalb des Wassersystems.“ Der Umweltausschuss soll sich damit befassen, wie die Landwirte entlastet werden könnten. Der Gemeinderat sah es genauso und hielt mit 12:1 Stimmen an der bereits beschlossenen Regelung fest. Die Grundgebühr für einen normalen Zähler soll weiterhin bei 68 Euro liegen. Ursula Loth (PWG) verweigerte ihre Zustimmung. Sie hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Gemeinde „handeln muss, damit ihre sieben Landwirte weiterleben können“.

Die Steigerung des Wasserpreises in Icking um 170 Prozent liegt an Baumaßnahmen: Die Rohrleitungen in der Gemeinde müssen umfassend saniert, die Kosten dafür auf die etwa 1200 Haushalte umgelegt werden.

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