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Tausendsassa aus Amerang: D.D. Lowka spielt Bass wie kaum ein Zweiter und liebt die Fotografie.

Magische Momente mit dem Tausendsassa

Im Hollerhaus huldigt D.D. Lowka dem Leben

Icking – Beim Betreten des Irschenhausener Hollerhauses fühlten sich die zahlreich zur Vernissage gekommenen Gäste auf den ersten Blick wie in einem Kinderzimmer.

Bunte und überwiegend hochglänzende Fotokunst rundherum an allen Wänden und auf den Fenstersimsen bildeten ein wunderbares Kontrastprogramm zum verregneten Sonntagvormittag. Der Chiemgauer Bassist D.D. Lowka, oft und gerne gesehener Gast im Hollerhaus, hat seine Fotoarbeiten mitgebracht, und zwar unter dem Ausstellungstitel „Eine Liebeserklärung an das Leben“.

Neben der Musik ist D.D. Lowkas zweite große Leidenschaft seit fast zehn Jahren die Fotografie. Die Motive für seine Arbeiten findet er sowohl auf seinen zahlreichen Tourneen, die ihn als Mitglied von „Quadro Nuevo“ durch die ganze Welt führen als auch im heimischen Amerang, wo unter andrem das seiner Familie zugelaufene Rehkitz „Resi“ mehrfach Modell für grandiose Fotos stand.

D.D.Lowka richtet seine Kamera besonders gerne auf Tiere. Alle möglichen Arten sind in der aktuellen Ausstellung zu bewundern. Da ist beispielsweise ein Schwein mit Sonnenbrille, das Nashorn beim Bad im Fluss, ein einem Fußball nachjagender Affe oder der starr in Acryl schillernde Maikäfer. Der besondere Charme entsteht dabei nicht nur durch die bisweilen witzigen Momentaufnahmen oder besonderen Bearbeitungen der Fotos, sondern auch durch die originellen, vom trockenen Humor des Künstlers getragenen Bildtitel.

Sind nun schon die Bilder eine Liebeserklärung an das Leben, so trug das Konzert zur Ausstellungseröffnung, das D.D.Lowka und seine Band vor Ort gaben, dem zusätzlich Rechnung. Bescheiden als „Mini Jazz“ angekündigt, versammelten sich bekannte Hochkaräter der Jazz-Szene auf der Hollerhaus-Bühne und verwandelten die Liebeserklärung in Fotobildern in eine swingende, groovende und ohrschmeichelnde Hommage an den Jazz und seine glänzenden Helden wie Dizzy Gillespie, Herbie Hankock, Duke Ellington und andere.

Das Publikum lauschte neben bekannten, besonders arrangierten Jazz-Standards wie dem „Pink Panther“ von Henri Mancini oder „Caravan“ aus der Feder von Duke Ellington auch einer nie gehörten, grandiosen Fassung des Marlene-Dietrich-Hits „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Um D.D. Lowka an seinem weich pumpenden sechssaitigen Bass musizierten keine Geringeren als der Quadro-Nuevo-Kollege Chris Gall am Fender-Rhodes-Piano, der Filmkomponist Florian Riedl an Klarinette und Querflöte, der Hochschullehrer Reinhard Greiner an der Trompete und der Banafishbones-Schlagzeuger Florian Rein an der Percussion.

Unterstützt wurden die fünf Herren bei mehreren Stücken von Lowkas zwölfjähriger Tochter Luna, die ihr musikalisches Talent an der Querflöte unter Beweis stellte. Diese „anspruchsvolle Minderheitenmusik“, wie der Amranger es schelmisch nannte, zog die Menschen deartig in den Bann, dass bei geöffneter Türe immer noch mehr Zuhörer in den Hollerhaus-Garten strömten. Sogar den leichten Nieselregen schienen sie vollkommen zu vergessen. Flüchtig sind letztlich die Töne, doch die wunderbare Fotokunst des künstlerischen Tausendsassas aus dem Chiemgau bleibt im Hollerhaus. Sie ist noch bis Sonntag, 10. Juli, immer am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung zu besichtigen.

von Assunta Tammelleo

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