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Johanna Jauss aus Irschenhausen hat ein Buch über Anne Marie Jauss verfasst. Das Buch wird am Freitag im Hollerhaus vorgestellt. 

Hollerhaus in Irschenhausen

Eine magische Realistin

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Icking - Die Malerin Anne Marie Jauss war ein erstaunlicher Mensch und hat ein großes Werk voller magischer Momente hinterlassen. Teilweise lebte sie in Irschenhausen. Aus diesem Grund widmet das Hollerhaus der Künstlerin am Freitag eine Veranstaltung.

Sie war eine der renommiertesten Buchillustratorinnen und Malerin ihrer Zeit. Die Rede ist von Anne Marie Jauss, die einen Teil ihres Lebens auch in Irschenhausen verbracht hat. Zum Leben und Werk der facettenreichen Künstlerin hat nun Johanna Jauss, ebenfalls aus Irschenhausen und eine Verwandte der Künstlerin, eine reich bebilderte Biografie verfasst. Am heutigen Freitag, 8. April, wird das Werk mit dem Titel „Magischer Realismus – Auf zwei Kontinenten“ im Hollerhaus vorgestellt

Die Künstlerin gehörte der Münchner Bohème an

 Anne Marie Jauss musste ihre Karriere als Malerin dreimal ganz von vorne beginnen: Zuerst in Deutschland, dann in Portugal und schließlich in den USA. Dabei ist sie ihrem Malstil, dem „magischem Realismus“, ein Leben lang konsequent treu geblieben. Als Tochter des impressionistischen Malers Georg Jauss wurde Anne Marie 1902 in München geboren. Anne Marie wollte es ihrem Vater gleichtun und ebenfalls Malerin werden. Sie besuchte daher die Münchner Kunstgewerbeschule. Der Aufenthalt war allerdings nur von kurzer Dauer, sie flog raus und wurde Autodidaktin. Ihr Mentor, der Maler und Grafiker Willi Geiger, bildete sie in der Technik der Kaltnadelradierung aus. Ab 1928 beteiligte sich Jauss an Kunstausstellungen in München und Berlin und wurde bald im Kreis der zeitgenössischen Maler und Schriftsteller wie Ruth Landshoff, Francesco Mendelssohn und Klaus Mann aufgenommen.

Wegen der Nazis floh sie aus ihrer Heimat

„Wegen ihrer ausgeprägten Freiheits- und Friedensliebe konnte sie die Intoleranz und die beginnenden Terroraktionen der Nazi nicht verkraften“, sagt Johanna Jauss Ende. 1932 verließ Anne Marie Jauss nach mehrere Drohungen durch die Nazis schließlich Deutschland und ging nach Portugal, wo sie 14 Jahre lang lebte. Vielen ihrer Landsleute wie dem Verleger Kurt Wolff sowie den Literaten Anette Kolb und Eugen Gürster half sie und besorgte ihnen Schiffspassagen nach Übersee. Die Zeit in Portugal war eine ausgesprochen kreative Periode für Anne Marie Jauss. Sie fand Anerkennung als Malerin, Illustratorin, Designerin und Fayencemalerin.

Johanna Jauss hat über ihre Verwandte ein Buch verfasst

1946 wanderte sie in die USA aus, wo sie sich der Buchillustration zuwandte. Für ihr erstes Buch über den Sternenhimmel erhielt sie hervorragende Kritiken. In der Folge malte sie mit Gespür für Form und Farbe, einem tiefen Verständnis für die Natur und mit viel Sinn für Humor gut 80 Bücher, zumeist für Kinder und Jugendliche. „Sie hatten einen ganz eigenen Stil, den man als geträumte Realitäten bezeichnen könnte“, sagt die Biografin Johanna Jauss. Für „The Pasture“ etwa erhielt sie mehrere Preise. In New York freundete sie sich mit Oskar Maria Graf an, der dort wie viele andere deutsche Intellektuelle im Exil lebte. Zu dessen 60. Geburtstag illustrierte sie das Buch „Der ewige Kalender“. Sie wurde zum dritten Mal erfolgreich. Viele ihrer Gemälde befinden sich in Privatsammlungen, Universitäten und Museen. Anne Marie Jauss starb 1991 im Alter von 89 Jahren in New Jersey.

Im Hollerhaus hängen Bilder der Künstlerin

Info Die Präsentation des im Allitera-Verlags erschienen Buches findet am heutigen Freitag, 8. April, im Hollerhaus statt. Beginn: 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Im Hollerhaus sind auch Originalwerke der Künstlerin zu sehen. 

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