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Waren gut vorbereitet: (v. li.) Moderator Dion Thränhardt sowie die beiden Interviewer Niklas Wolfrum und Amelie Pätzold  im Gespräch mit Dr. Edmund Stoiber. 

„Unsere Zukunft ist eine europäische.“

Brexit, Beatles und der FC Bayern: Gymnasiasten diskutieren mit Edmund Stoiber

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Schüler des Günter-Stöhr-Gymnasiums bekamen am Mittwoch die Gelegenheit, Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber zu interviewen - dabei wurde sowohl über Politik als auch über Privates diskutiert. 

Icking Die einzige Frage, die Dr. Edmund Stoiber am Mittwoch im Rahmen der Veranstaltung „Schüler im Gespräch“ am Günter-Stöhr-Gymnasium (GSG) mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortete, kam zum Schluss. Ungewohnt einsilbig bestätigte Bayerns Ex-Ministerpräsident, dass er Fan der Beatles sei. Daraufhin sang das Vokalensemble der Schule ihm zu ehren ein kleines Medley seiner Lieblingsband. Bei den ersten Takten von „Hello Hello“ ließ sich der 77-jährige schnell sein Smartphone auf die Bühne bringen und hielt das Ganze im Bild fest.

Vorausgegangen waren zwei prall gefüllte Stunden mit einem leidenschaftlichen Vortrag Stoibers zum Leitthema „Quo vadis, Europa?“, zwei gut vorbereiteten Interviews und ambitionierten Fragen aus dem Publikum. Was er den Schülern mit auf den Weg geben wollte, fasste Stoiber so zusammen: „Unsere Zukunft ist eine europäische. Es gibt keine sachliche Alternative!“

Auch wenn der CSU-Ehrenvorsitzende einräumte, dass Europa noch bei zu wenigen Europäern ein echtes Heimatgefühl aufkommen lasse, habe sich diesbezüglich in den vergangenen Jahrzehnten viel verändert. Offene Grenzen, eine einheitliche Währung und einheitliche Handy-Tarife seien für die Schüler eine Selbstverständlichkeit. Aber diese Freiheit gelte es künftig verstärkt zu verteidigen. Sein Appell mit Blick auf die Europawahl im Mai: „Geht zur Wahl!“ Hinsichtlich der Verteilung der Sitze in Brüssel sei es wichtig, die demokratischen Grundrechte wahrzunehmen.

Die Reihe „Schüler im Gespräch“ findet in unregelmäßigen Abständen statt. Diesmal hatten die 15 Schüler des Oberstufen-Profilkurses „Aus Politik und Zeitgeschichte“ der Q12 die Veranstaltung unter der Leitung von Sebastian Stastny (Fachlehrer für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde) vorbereitet. Die Schüler hatten fundierte Fragen zur Europapolitik (unter anderem zum Brexit, der Rolle der EU gegenüber USA und China) vorbereitet. Dion Thränhardt betonte als Moderator der Veranstaltung: „Wir mussten nicht lange suchen, um nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung im Kurs zum krönenden Abschluss den perfekten Ansprechpartner für die Europafragen zu finden.“ Als immer noch bedeutender Europapolitiker und ehemaliger Schülervater sei der prominente Wolfratshauser der absolute Wunschkandidat gewesen. Stoibers Sohn Dominik machte 1999 am Günter-Stöhr-Gymnasium Abitur, damals noch in Solln. Man ist sich offensichtlich immer noch herzlich verbunden: Stoiber kam in Begleitung seiner Ehefrau Karin. Zur Begrüßung standen nicht nur zahlreiche Schüler und Schulleiter Dr. Michael Maier, sondern auch die frühere Schulleiterin Maria Jaklitsch Spalier, die Karin Stoiber mit einer Umarmung willkommen hieß.

Lesen Sie auch: Warum Dr. Edmund Stoiber in Egling ein Heimspiel hat

Die Klassen 9 bis Q12 des Günter-Stöhr-Gymnasiums erlebten den gebürtigen Oberaudorfer (Landkreis Rosenheim) wortgewandt und leidenschaftlich. Auch bei der einzigen nicht politischen Frage, die aus dem Publikum zum Spiel des FC Bayern und Liverpool am kommenden Dienstag kam. Stoiber zeigte sich zuversichtlich: „Wenn wir nicht zu offensiv spielen, dann gewinnen wir.“ Nicht nur dafür gab es zustimmenden Applaus. Der intensive Vormittag in der Villa Eggenberg werde vielen, so Moderator Thränhardt, unvergesslich bleiben.

ina

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