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Drei Vorstandsmitglieder für Icking: (v.li.) Dr. Michael Prosinger, Laura von Beckerath-Leismüller und Philipp Geiger.

Vorstandswahlen in Icking und Münsing

Freie Fahrt für „grünes Gedankengut“: Grüne haben zwei neue Ortsgruppen

Die Grünen haben ab sofort auch in Icking und in Münsing jeweils eine Ortsgruppe. Kürzlich fanden die Vorstandswahlen statt. Beide Vereinigungen haben viele Ideen und Vorhaben für ihre Gemeinden. 

Icking/Münsing – Lange haben die Grünen-Sympathisanten aus Icking und Münsing überlegt, ob sie einen gemeinsamen Ortsverband (OV) von Bündnis 90/Die Grünen oder zwei Verbände gründen sollen. Nachdem sich in beiden Gemeinden genügend Mitglieder fanden, gibt es seit Montagabend nun eine Ortsgruppe Icking und eine Ortsgruppe Münsing.

Beide entstanden bei einem Treffen im Landgasthof Rittergütl in Irschenhausen. Der Nebenraum war gesteckt voll. Außer sechs neuen Grünen aus Icking und vier aus Münsing waren die Kreisverbandsspitze mit Barbara Schwendner und Alexander Müllejans, Dritter Landrat Klaus Koch sowie Grüne aus Wolfratshausen und Bad Tölz gekommen, um der Geburtsstunde beizuwohnen.

Drei Vorstandsmitglieder für Münsing: (v.li) Professor Dr. Matthias Richter-Turtur, Mechthild Felsch und Klaus Mair. 

Sie freue sich, dass nun in zwei weiteren Kommunen im Landkreis Grüne „Verantwortung übernehmen und mitgestalten wollen“, sagte Schwendner. Müllejans erinnerte, dass Icking bei der Landtagswahl eine Grünen-Hochburg gewesen sei. Dort holte die Partei mehr Erststimmen als die CSU. Auch in Münsing schnitt sie überdurchschnittlich gut ab.

Icking war Grünen-Hochburg bei der Landtagswahl

Vor einem halben Jahr hatten drei Ickinger beschlossen, einen Grünen-OV ins Leben zu rufen. Aus ihnen wurden innerhalb weniger Wochen 13 Frauen und Männer, die vor der Versammlung alle einen Aufnahmeantrag bei den Grünen unterschrieben. In Münsing sind es sieben Gründungsmitglieder.

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Die Wahl der Vorstände ging schnell und reibungslos über die Bühne. Dr. Michael Prosinger wurde für den OV Icking zum Vorsitzenden gewählt. Der seit Kurzem pensionierte Arzt saß bereits früher sechs Jahre für eine parteifreie Gruppierung im Ickinger Gemeinderat sowie sechs Jahre für die Freien Unabhängigen Wähler (FUW) im Kreistag. Zu seinem Stellvertreter wurde der Unternehmensberater Dr. Philipp Geiger gewählt. Schriftführerin ist Laura von Beckerath-Leismüller, von Beruf Gesellschafterin und ehrenamtlich aktiv in der örtlichen Bürgerinitiative Verkehrssicherheit.

Für die Kommunalwahl fehlen Landwirte und junge Kandidaten

Das Trio hat einige Ideen für die Isartalgemeinde. Es wünscht sich einen Ortskern, in dem man sich gerne trifft, ratscht und wo die Kinder spielen können. Außerdem regt es einen Jugend- und einen Seniorentreff an. Von Beckerath-Leismüller möchte den Individualverkehr reduzieren. Es würden viel zu viele Menschen allein in ihrem Auto täglich nach München und zurückfahren, sagte sie. Bei der Kommunalwahl 2020 wollen die Grünen mit einer Liste, auf der noch Landwirte und jüngere Kandidaten fehlen, antreten. Auch Nicht-Parteimitglieder seien willkommen, betonte Prosinger.

Den neuen OV Münsing führt Professor Dr. Matthias Richter-Turtur an. Der Mediziner saß ebenfalls für die FUW im Kreistag und gehört dem Gemeinderat Münsing für die Wählergruppe Ammerland an. Zur Seite stehen ihm als Vize der Bio-Landwirt Nikolaus Mair, Grünen-Kreisrat, und als Schriftführerin Mechthild Felsch, Grünen-Kreisrätin und Seniorenbeirätin.

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„In Münsing gibt es schon einen gehörigen Anteil von grünem Gedankengut“, sagte Richter-Turtur. Er nannte die Energiewende Münsing, die vielen Radwege und die neu aufgestellten Mitfahrerbänke als Beispiele. Trotzdem bestehe weiterer Handlungsbedarf. Nikolaus Mair nannte als wichtiges Ziel, dass die Seegemeinde nicht Vorstadt werden, sondern ein Dorf bleiben solle. Dazu gehöre es, den Flächenverbrauch zu minimieren. Eine in der Diskussion stehende Umgehungsstraße für Münsing lehne er deshalb ab. Mechthild Felsch kündigte an, sie wolle gegen das geplante Seniorenwohnstift „für Betuchte“ in Ambach kämpfen und ein Carsharing-Projekt ins Leben rufen.

Der Dritte Landrat und Grünen-Fraktionssprecher im Kreistag, Klaus Koch, gratulierte den beiden neuen Ortsverbänden zur Gründung. Er hoffe auf künftige Grünen-Vertreter in den beiden Gemeinderäten. Als Gemeinderat könne man tatsächlich sein nahes Umfeld gestalten, sagte er und appellierte: „Wir müssen uns dringend wesentlich und nachhaltig ändern“. Das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ sei nur der Anfang gewesen. Im Landkreis sei mit der Verdichtung der Buslinien zwischen Wolfratshausen und Bad Tölz ein wichtiger Schritt in Richtung besserer öffentlicher Nahverkehr getan worden. Auch für die Grünen-Kreistagsliste würden engagierte Frauen und Männer gesucht.

tal

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