Icking Bayern: Kreativ, spontan, schlagfertig: Gymnasiasten spielen Improvisationstheater
+
Das etwas andere Märchen: Beim Impro-Theater der Ickinger Gymnasiasten verliebt sich die Prinzessin kurzerhand in einen Bademeister. 

Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium

Kreativ, spontan, schlagfertig: Gymnasiasten spielen Improvisationstheater

Ob Mord durch ein Nutellaglas, die Erfindung einer Popcorn-Kühl-Maschine oder eine Liebesgeschichte zwischen Prinzessin und Bademeister: Das Impro-Theater des Ickinger Gymnasiums hatte alles zu bieten – außer die Lust am Scheitern.

Icking –13 Stühle stehen zu Beginn des Abends auf der Bühne. Es gibt kein Drehbuch, keine Kostüme und keine Requisiten. Alles, was den Mitgliedern der Impro-Theater-Gruppe des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums zur Verfügung steht, sind ihre Kreativität, Spontanität und Schlagfertigkeit.

Aber auch das Publikum hat beim Improvisationstheater seine Aufgabe. „Ihr müsst hellwach sein und die Energie der Spieler zurückgeben“, erklärt Leiter Karl Haider. Bei vielen Szenen dürfen die Zuschauer den Ort oder die Beziehung der Figuren zueinander bestimmen. Nicht zu vergessen das obligatorische Einzählen vor jedem Spiel, das die Stimmung ordentlich anheizt. Philipp von Unold, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, begleitet die Show am Klavier.

Erster Schauplatz ist der Tierpark. Immer zwei Spieler interagieren miteinander, bis Kollegen sie antippen. Dann nehmen die neuen Schauspieler die Positionen der alten ein und beginnen eine andere Szene. Die Schüler reagieren blitzschnell, nutzen die Bewegungen der anderen Mitspieler für ihre eigenen Einfälle. Eine absurde Situation reiht sich an die andere, das Publikum lacht und tobt.  Auch beim nächsten Improvisations-Spiel sind die Vorschläge der Zuschauer gefragt. Das Resultat? Ein Märchen, in dem ein Bademeister vorkommt. Kein Problem für die Schauspieler, sie entspinnen eine romatische Geschichte von einer Prinzessin, die auf den großspurigen Bademeister eines Freibads trifft. Einige Schüler auf der Bühne erzählen die Geschichte abwechselnd, zwei stellen die spontan ausgedachte Handlung dar. Als einer der Erzähler unter Zeitdruck gerät, finden sich die Pommes des frisch verliebten Paares unversehens in der Nase des Rettungsschwimmers wieder. Aus dem Publikum erklingt ein hohes Kinderstimmchen: „Waah!“

Auch interessant: Geretsrieder Gymnasiasten begeistern ihr Publikum

Beim anschließenden „Experten-Spiel“ stellt das Ehepaar Maier-Huber in einer Fernsehshow seine neueste Erfindung vor. Der einzige Haken: Sie haben keine Ahnung, worum es sich handelt. Das hat nämlich das Publikum vorher ohne sie entschieden. Hinter den Wissenschaftlern sitzen zwei weitere Schauspieler, die den Forschern ihre Hände leihen, und somit Hinweise auf die bahnbrechende Entwicklung geben können. Nach einiger Zeit kommt das Geheimnis ans Licht. Es handelt sich um eine Popcorn-Kühl-Maschine.

Lesen Sie auch: Brauchtumsgruppe bietet echtes Schmankerl in der Fastenzeit

Beim Mörderspiel dürfen die Theaterbesucher eine Mordwaffe vorschlagen. So kommt es, dass das Opfer bei einem Streit mit einem Glas Nutella erschlagen wird. Anschließend ist zum ersten Mal am Abend eine Requisite erlaubt. Die kommt aus den Zuschauerreihen und stellt sich als Eieruhr heraus. Haider sammelt Vorschläge für das Genre: Auf seiner Liste landen Musical, Krimi, Soap, Werbung, Western und viele mehr. Nun ist es Aufgabe der zwei Schauspieler, Eieruhr und vorgegebenes Genre in Einklang zu bringen. Man möchte es nicht glauben, aber es gelingt ihnen sogar bei der Politdebatte.

Wie Leiter Karl Haider dem Publikum vor Beginn der Show erläutert hatte, ist der Grundsatz des Improvisationstheaters „Die Lust am Scheitern“. Nach zwei unterhaltsamen Stunden bleibt nur eine Frage offen: Wo ist an diesem Abend eigentlich das Scheitern geblieben?

lm

Auch interessant

Kommentare