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An der Fällung führt kein Weg vorbei: Die Pappeln auf am Meilenberg waren in einem schlechten Zustand.  

Allee gesperrt

146 Pappeln am Meilenberg sind in schlechtem Zustand: Jetzt werden sie gefällt

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Die Fällarbeiten am Ickinger Meilenberg haben begonnen. Gutsbesitzer Markus Fagner muss dafür Kritik einstecken. Er sagt aber: „Ich bin kein Pappelhasser, der sagt, ich will die jetzt weghaben.“

Icking – Die Fällung der 146 Pappeln am Meilenberg zwischen Dorfen und Münsing hat begonnen. Die Maßnahme lässt Besitzer Markus Fagner alles andere als kalt. Aber: „Es führt kein Weg daran vorbei“, sagt er. Wie berichtet sind die Bäume, die Fagners Großvater in den 1930er Jahren gepflanzt hatte, altersbedingt in schlechtem Zustand.

Gutsbesitzer Markus Fagner sorgt sich um die Verkehrssicherheit.

Um eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer auszuschließen, hat die Gemeinde Icking ein Durchfahrverbot verhängt. Seit zwei Monaten ist die Verbindungsstraße gesperrt. Daran halten sich allerdings nicht alle. „Erst gestern ist wieder eine Familie mit Kindern durchgeradelt“, berichtet Fagner im Gespräch mit unserer Zeitung. Er steht in der Allee und deutet nach oben. Dort wird ein etwa drei Meter langer, toter Ast nur noch von einer darunterliegender Gabel gehalten. „Was ist, wenn der plötzlich herunter kommt und jemanden trifft?“ Das will er sich lieber nicht ausmalen. „Ich bin kein Pappelhasser, der sagt, ich will die jetzt weghaben“, betont Fagner. Es gehe ihm um die Verkehrssicherungspflicht und darum, dass niemand zu Schaden kommt.

Die ersten Bäume, die gefällt am Wegrand liegen, machen deutlich, wie weit der Verfall bereits fortgeschritten ist. Wenn der Gutsbesitzer in einen der Baumstümpfe hineingreift, bröselt das feuchte und weiche Holz. Es wird nur noch von einem etwa sechs Zentimeter breiten Rand und der Rinde zusammen gehalten. „Der nächste Sturm hätte ihm den Rest gegeben“, ist sich Fagner sicher.

Etwa 1,20 Meter hohe Stümpfe will er stehen lassen. „Im Frühjahr schlagen sie von unten her aus und bilden so zusammen mit dem Unterbewuchs, den wir erhalten, eine Art Hecke.“ So solle auch eine gewisse Biodiversität erzeugt werden. Dass die Baumreihe wieder hergestellt werden soll, steht für den Meilenberger außer Frage. Aber: „Wir werden die Bäume in größeren Abständen zueinander pflanzen. So können sie sich auch besser entwickeln.“

Bislang standen die Pappeln zu eng nebeneinander – zwar gaben sie sich so gegenseitig Halt, aber sobald die Reihe unterbrochen wird, ist dieser hinfällig. Ein Baum, dessen Nachbarn bereits gefällt wurden, neigt sich schräg über die Straße. Fagner: „Gestern stand er noch gerade.“  sh

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