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Das Doric String Quartet am Ickinger Rilke-Gymnasium. 

Auftritt des "Doric String Quartets" im Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium

Begeisterte Bravo-Rufe

Icking – Schwungvoll, dynamisch, mitreißend: So begann das vielfach preisgekrönte Londoner „Doric String Quartet“ im Konzertsaal des Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums.

Das Publikum begrüßte die Musiker mit herzlichem Applaus – wie sich in Folge des Konzerts herausstellte, völlig zurecht. Angekündigt waren Streichquartette aus den Federn von Joseph Haydn, Leos Janácek und Ludwig van Beethoven.

Die ersten Bravo-Rufe gab es nach wenigen Minuten. Die Begeisterung der Zuhörer erfreute die Musiker offensichtlich sehr. Und Cellist John Myerscough ließ es sich nicht nehmen, die vorgetragenen Werke auf deutsch mit wunderbar britischem Akzent anzukündigen.

Nachdem sich Haydns berufliche Situation auf dem Höhepunkt seines musikalischen Schaffens 1790 durch Tod eines langjährigen Förderers veränderte, waren es Meisterwerke wie das „Lerchenquartett“ aus der Reihe der Tost-Quartette, die seinen Ruhm in London nachhaltig festigten. Genau das spielte das Quartett. Im Anschluss sollte es mit der „Kreutzersonate“ von Janácek dramatisch werden. Mit der Komposition verarbeitete er in Anlehnung an Tolstois Novelle seine eigene Ehe-Situation, aus der er durch die wohl platonische Liebe zu einer 38 Jahre jüngeren, verheirateten Frau wenigstens zeitweise zu entfliehen versuchte. Sein eindrucksvolles, mal leise klagendes, mal zärtlich tönendes und dann schrill schnarrendes Meisterwerk trugen die Musiker derart eindringlich vor, dass man das Hoffen und Leiden der Klavierspielerin in Tolstois Novelle förmlich in sich zu spüren glaubte.

Den zweiten Teil des Konzertes bildete Ludwig van Beethovens Streichquartett a-moll: eine Auftragsarbeit, bei deren Komposition er schwer erkrankte. Dies nahm er zum Anlass, seine Krankheits- und Genesungserfahrung in Form der „Heiligen Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit“ musikalisch zu verewigen. Ein so ungewöhnlich wie überraschendes, herrliches wie berührendes Werk, das die vier Musiker so gekonnt und überzeugt spielten, als wäre es ausdrücklich ihnen gewidmet worden. 

Assunta Tammelleo

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