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Auslaufmodell: Die Hundepension „Gassisi“ soll durch einen Neubau ersetzt werden. Dort sollen Kinder mit ADHS-Syndrom betreut werden.

Betreiber von „Gassisi“ suchen neue Bleibe

Hundepension vor dem Aus

Icking – Die Ickinger Hundepension „Gassisi“, untergebracht im ehemaligen Reitstall unterhalb der B 11, sucht für den Herbst 2017 eine neue Bleibe. Die Grundstücksbesitzer, die Familie Abfalter, hat dem Pächterpaar Christiane Keilich und Silvio Hauke wegen Eigenbedarf gekündigt.

Das Gelände, auf dem die frühere Reitstallbesitzerin Barbara Kern eine Quelle mit Heilwasser entdeckt hatte, wird an Josef Abfalter verkauft, Senior-Chef der renommierten Leonhardsquelle. Der erfolgreiche Unternehmer ist sich seiner Sache sicher: „Die Wasserqualität ist einmalig.“ Er möchte das Areal zeitnah aus dem Dornröschenschlaf wecken.

Für Christiane Keilich kommt die Nachricht nicht völlig überraschend: „Das stand im Prinzip von Anfang an fest, dass es hier nur eine begrenzte Zeit weitergeht. Trotzdem sind wir ein bisschen traurig, weil wir uns hier sehr, sehr wohlgefühlt haben.“ Geplant war eine Pachtzeit fünf Jahre plus x. „Jetzt sind es genau fünf plus eins“, erklärt die Tierärztin. Sie betont das entspannte Verhältnis zum Verpächter und ergänzt: „Die Hundebesitzer rennen uns hier die Bude ein, und ich möchte natürlich gerne weitermachen.“ Deshalb suche sie jetzt in der näheren Umgebung ein bezahlbares kleines Häuschen mit Grund oder einen Bauernhof in Ortsrandlage.

Josef Abfalter hat auf dem Gelände einiges vor. „Wir haben an dem Standort in Icking jetzt insgesamt drei Brunnen gebohrt, und es ist an der Zeit, den Betrieb aufzubauen“, sagt er auf Anfrage. Das sei der erste Schritt. Er sei in dieser Angelegenheit auch schon im Gespräch mit den Behörden. „Das ist leider etwas mühsam, aber wir sind in Kontakt.“

Roland Kriegsch, Leiter des zuständigen Wasserwirtschaftsamtes, erklärt auf Nachfrage: „Von unserer Seite wurde vorgeschlagen, ein klärendes Gespräch zwischen Antragsteller, Landratsamt und uns als Fachbehörde zu führen, um vom Antragsteller die genaue Absicht erläutert zu bekommen.“ Noch sei der Antrag auf Bohrung recht ungenau und gebe keine genauen Hinweis, ob es sich um Brauchwasser, Heilwasser, Trink- oder Mineralwasser handle. Die alten Bohrungen seien als nicht ergiebig eingestuft worden und sollen laut Wasserwirtschaftsamt wieder rückgebaut beziehungsweise versiegelt werden.

Die Wasserförderung betrifft allerdings nur den unteren Teil des Geländes, auf dem sich noch immer die alte Reithalle befindet. Sie dient dem Zirkus Crocofant als Winterlager. Für den oberen Bereich, auf dem sich die Hundepension befindet, plant Abfalter einen Neubau: „Da wollen wir dann ein Heim zur Tagesbetreuung von Kinder mit ADHS einrichten.“

Um dieses Projekt werde sich dann seine Tochter Roswitha Abfalter-Karpat in Zusammenarbeit mit einem Arzt aus München und einer Therapeutin aus Rosenheim kümmern. Im nächsten Schritt will sich Josef Abfalter aber erstmal mit der Gemeinde Icking in Verbindung setzten, um die zuständigen Mitarbeiter und Ratsmitglieder in das geplante Projekt einzubeziehen.

ina

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