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Bayerischer Bilderbuch-Amor: Wolfgang Ramadan schreibt, was er lebt. Seine Gedichte sind mal bayerisch-derb, mal stürmisch euphorisch, mal nachdenklich, mal ironisch.

Buchvorstellung

Ein bisschen gaga, ein bisschen Revoluzzi

Icking – Wolfgang Ramadans Gedichteband „Einfach so“ beschreibt die ungenierte (bairische) Lust am Leben.

„Um den Partner fürs Leben z’kriang, muasst du jede Menge Niatn ziang.“ Vor 30 Jahren hat Wolfgang Ramadan seinen Gedichteband „Einfach so“ geschrieben, in dem auch diese Verse erschienen sind. Jetzt hat er das Buch veröffentlicht – und dafür den Münchner Künstlerpreis Kaleidoskop bekommen. Späte Lorbeeren? „Macht nix“, sagt der Romantiker, Lyriker, Lieder- und Theatermacher aus Icking. „Besser spät als nie.“ 

Ob in seinen Gedichten, Theaterstücken oder in den Liedern seiner Debüt-CD „Born in Bavaria“ – Ramadan lebt das, was er auf die Bühne bringt. Er beherrscht sie alle – die leisen wie die lauten Töne: mal bayerisch derb, mal stürmisch euphorisch, mal nachdenklich, mal ironisch. Mal Stenz, mal romantischer Liebhaber – aber immer ganz er selbst. Ramadan wirft sein ganzes Ich in die Waagschale, breitet dem Publikum seine Seele aus. Wer ihn erlebt, weiß nicht, ob er vor so viel Gefühl weinen oder lachen soll. Er erzählt vom Leben, wie es ist, schonungslos. Auch vom eigenen, immer seiner bayerischen Wurzeln bewusst, ohne ins Provinzielle abzugleiten. Ramadan ist, was er singt: Er macht Texte ohne Schranken und Musik, die einen irgendwie mitnimmt. „Bei mir kommt alles von ganz innen. Ohne Kompromisse“, sagt er. 

„Einfach so“ ist eigentlich ein Theaterstück: 1998 spielt Ramadan mit Jakob Schmidt das Programm im Münchner Volkstheater. Sein Fingerschnacklerblues“ ist legendär. Im gleichen Jahr ist Ramadan dort auch Referent für Öffentlichkeitsarbeit. In der Spielzeit 1999/2000 unter Ruth Drexl bleibt „Einfach so – Die ungenierte (bairische) Lust am Leben“ weiterhin im Spielplan.

Jahrgang 1960: Vater Brasilianer, Mutter Deutsche

Aber wer ist eigentlich Wolfgang Ramadan? Er selbst beschreibt sich so: „Bayerischer Neger, weißer. Milbertshofen, Portugal, Indien, Garching, München, Icking, Tölz. Ironie und Liebeslieder. Werbefuzzi, Revoluzzi, Romantiker. Lyrik, Lieder, Macher. Liedermacher. Schubladen? Fehlanzeige.“ Ramadan ist ein „Wanderer zwischen den Welten“. Aufgewachsen im sozialen Dickicht des Münchner Arbeiterviertels Milbertshofen – leiblicher Vater Brasilianer, Mutter Deutsche – unternimmt er erste musikalische Schritte mit „Wally Warning“, der gegenüber wohnt. 1981 fährt er per Anhalter als Straßenmusiker bis nach Portugal. Kauft dort 1983 ein Haus, in dem er ein Jahr völlig zurückgezogen lebt. Es entstehen erste Kurzgeschichten. Nach kurzem Intermezzo in München geht Ramadan zwei Jahre nach Indien, studiert klassischen indischen Gesang und Yoga. Gleichzeitig entsteht sein erster Gedichteband: „Peng! I hob di gseng!“ 

Wieder zurück in Deutschland tourt er, musikalisch begleitet von Wolfgang Netzers „Bavario“, Rudi Zapf und dem Cellisten Jakob Schmidt, mit seinen Liebesgedichten durch München. Mit seiner Band „Ramadan“ gibt er jährlich bis zu 50 Konzerte unter dem Motto „Born in Bavaria“. 2001 gründet er die Plattenfirma „mehrcedes“ und veröffentlicht die bairische Blues-Rock-CD „Wolf & Gang“. In Joseph Vilsmaiers Nachkriegsepos „Rama Dama“ wirkt Ramadan als Darsteller mit und steuert Texte zur Filmmusik bei, die kurz darauf mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wird. 

Nach seinen Engagement als Spielleiter bei der 200-Jahr-Feier des englischen Gartens in München wird Ramadan für eine neue Aufgabe engagiert: Er wird Kulturreferent der Stadt Garching. Er organisiert über 1000 Veranstaltungen, Gastspiele mit allem, was in Deutschland Rang und Namen hat, sowie zahlreiche Eigenproduktionen. Nebenher schüttelt Ramadan eine bayerische Fassung von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ aus dem Ärmel – ebenso wie seinen Gedichteband „Einfach so“.

Roswitha Diemer

Info

 „Einfach so“ ist 2015 im Omram-Verlag Icking erschienen.ISBN: 978-3-944285-04-7.

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