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Regelrecht umgepflügt wurde vor einem Jahr die Blumenwiese am Langmoos bei Dorfen. 

Sachverständiger kommt zu einem traurigen Ergebnis 

Blumenwiese ist irreparabel zerstört

Vor einem Jahr wurde eine Blumenwiese bei Dorfen durch Schlepperfahrten stark beschädigt. Jetzt hat ein Sachverständiger festgestellt: Sie ist irreparabel zerstört. 

Icking 20 Jahre blühte sie dank einer Bürgerinitiative jeden Sommer wunderschön: die Blumenwiese am Langmoos bei Dorfen. Vor einem Jahr wurde sie bei Waldarbeiten regelrecht umgepflügt. Nun geht der Rechtsstreit um das zerstörte Biotop in die nächste Runde. „Der Verursacher hat einem vom Gericht angeregten Vergleich nicht zugestimmt“, berichtete Bürgermeisterin Margit Menrad in der Ratssitzung am Montagabend.

Mehr als 120 Pflanzenarten hatten auf der Moorwiese ihren Lebensraum, ebenso wie Schmetterlinge und andere Insekten. Die 5500 Quadratmeter große Wiese der Gemeinde am Langmoos bei Dorfen ist als Biotop ausgewiesen und von Wald umgeben. Über 20 Jahre lang hatten engagierte Bürger mit Unterstützung des Bauhofs und des Bund Naturschutz unter der Regie von Vize-Bürgermeister Dr. Peter Schweiger die ehemalige Streuwiese in ein Biotop verwandelt.

Im März 2018 wurde das Biotop dann durch Schlepperfahrten quer über die Feuchtwiese stark beschädigt (wir berichteten). Der Eigentümer des südlichen Nachbargrundstücks hatte bei einem Dorfener Bürger Baumfällarbeiten in Auftrag gegeben. Eingesetzte Waldarbeiter fuhren bei der Ausführung der Arbeiten mit einem Traktor mit Anhänger immer wieder quer über die Wiese, statt am Waldrand entlang.

Lesen Sie auch: 20 Jahre wurde hier eine Moorwiese gepflegt

Um feststellen zu lassen, welche Schäden tatsächlich entstanden sind und welche Renaturierungsmaßnahmen empfohlen werden, hatte die Gemeinde nach dem Vorfall einen Sachverständigen beauftragt. „Ein Rechtsanwalt wurde zudem eingeschaltet, auch um sicherzustellen, dass der Verursacher das Gemeindegrundstück nicht mehr betreten darf“, berichtete Bürgermeisterin Menrad in der Montagssitzung.

Nach einem Ortstermin im April habe der Sachverständige der Gemeinde mitgeteilt, dass sich der ursprüngliche Zustand wohl nicht mehr herstellen lasse, „auch nicht durch gärtnerische Maßnahmen“, so Menrad. „Selbst nach 15 Jahren werden die Stellen noch gut zu erkennen sein, weil sich auf den nun offenen Torfen wohl eher Teich- oder Sumpf-Schachtelhalm und die Flatter-Binse ausbreiten werden. Wertgebende Arten wie der Lungen-Enzian oder das Spatelblättrige-Greiskraut werden wohl nicht mehr einwandern.“ Damit sei für die Artenvielfalt ein großer, allerdings immaterieller Schaden entstanden.

Der Verursacher, so die Bürgermeisterin, habe sich geweigert die der Gemeinde entstandenen Kosten, für den Sachverständigen und den Rechtsanwalt, zu tragen. Die Summe sollte deshalb gerichtlich eingetrieben werden. Menrad: „Aber auch hier stimmte der Verursacher dem von der Richterin vorgeschlagenen Vergleich nicht zu, so dass es zu einem weiteren Verfahren kommen wird.“ Yvonne Zuber

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