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Feuerkatastrophe: Eine zu Appartements umgebaute Reithalle in Icking brannte am frühen Montagmorgen lichterloh. Zwei Menschen starben, ein dritter wurde schwer verletzt. 

Inferno am Isarhochufer 

Brand in Icking: Schock bei  Eigentümer - so gefährlich waren die Löscharbeiten

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Beim Brand einer ehemaligen Reithalle in Icking starben in der Nacht auf Montag zwei Menschen. Ein Dritter wurde schwerst verletzt. Die Bürgermeisterin und der Eigentümer des Gebäudes sind geschockt.

Icking – Einst war die Reithalle am Isarweg mit seinen Lüftlmalereien ein schönes, stolzes Haus. Das ist unwiderruflich vorbei. Die Anlage am Isarweg wurde in der Nacht auf Montag zum Schauplatz einer Tragödie. Unter Umständen, die die Polizei noch aufklären muss, fing das Anwesen Feuer. Zwei Menschen starben in den Flammen, ein dritter wurde schwerst verletzt und kämpft in einer Münchner Spezialklinik um sein Leben. „Vom Reitstall stehen nur noch die Außenmauern, es besteht akute Einsturzgefahr, das Gelände ist bis auf Weiteres nicht betretbar“, erklärt Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Rosenheim.

Gegen 2.45 Uhr erreichte der erste Alarm die Feuerwehren in Icking und Wolfratshausen. Nachdem zunächst von einem Zimmerbrand die Rede gewesen war, wurde nach dem Eintreffen der Löschkräfte die tatsächliche Dimension des Brandes rasch klar.

Anwesen brannte lichterloh

Während des ersten Angriffs auf das Feuer vom Innern des Gebäudes sei es zu einer Rauchgas-Durchzündung durch das gesamte Hallendach gekommen, erklärt Kreisbrandrat Karl Murböck. Kurz gesagt: Das Anwesen brannte lichterloh. Umgehend wurden die umliegenden Feuerwehren aus Höhenrain, Gelting, Berg, Geretsried, Ebenhausen, Hohenschäftlarn, Dorfen, Weidach, Münsing und Bad Tölz verständigt, 180 Einsatzkräftte kämpften gegen die Flammen. Im Einsatz waren überdies BRK-Trupps aus Wolfratshausen, Geretsried, Weilheim und Starnberg. Ein Großaufgebot.

Hier gibt es den Newsblog zum Großbrand in Icking zum Nachlesen.

Im Gebäude wohnten zehn als sozial schwach geltende Personen, vor allem Männer. Drei waren zunächst vermisst. Einen von ihnen, einen 74-jährigen Mann, bargen die Einsatzkräfte schwerst verletzt. Ihn flog ein Helikopter in eine Münchner Klinik, sein Zustand ist stabil, aber kritisch. Für zwei weitere Personen kam jede Hilfe zu spät, sie konnten nur noch tot geborgen werden. „Zu ihrer Identität können wir noch keine Angaben machen“, sagt Stefan Sonntag. „Sie sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.“

Immer wieder erschütterten Explosionen den Unglücksort.

Seit vier Uhr früh war auch Margit Menrad auf den Beinen. Vom ersten Alarm hatte Ickings Bürgermeisterin nichts mitbekommen. „Wir hören von unserem Haus aus die Sirene nicht.“ Nachdem sie telefonisch informiert worden war, machte sich die Rathauschefin sofort auf den Weg zum Unglücksort. Die stundenlange Arbeit der Rettungsdienste und Feuerwehrleute bezeichnet die Bürgermeisterin als bewundernswert. „Ich kann da nur ein ganz großes Dankeschön aussprechen.“ Dies gelte auch für die Anwohner, die die Einsatzkräfte zunächst mit Getränken und Snacks versorgt hatten, bis Ickings Feuerwehr morgens selbst eine Verpflegungsstelle mit Brotzeit, Gulasch und Kaffee eingerichtet hatte. Menrad und ihre Mitarbeiter machten sich dann daran, für fünf Männer, die durch den Brand obdachlos geworden waren, neue Unterkünfte zu finden.

Lesen Sie auch: Großbrand in Icking mit zwei Toten: Was bisher bekannt ist

Von den Flammen nicht betroffen scheint der Zirkus Crocofant von Francois Meise. Der Zirkus hat dort noch einige Wohnwagen mit Material stehen: Sie alle sind laut Augenzeugen intakt geblieben. Auch Tiere sind nicht zu Schaden gekommen, denn die beiden Elefantendamen Betty und Miry, die am Isarweg ihr Winterquartier bezogen und in Icking bei Spaziergängen immer wieder Aufsehen erregt hatten, sind vor einigen Jahren an den Osnabrücker Zoo verkauft worden.

Verschont wurde die nahe Hundepension „Gassisi“ von Christiane Keilich. Abgesehen davon, dass in der Nacht einige Schläuche durch ihren Hof gelegt wurden, passierte nichts. „Ich bin wahnsinnig dankbar dafür“, sagt sie.

Bewohner sprangen ins Freie

Nach ihrer Schilderung müssen sich dramatische Szenen abgespielt haben, einige der Reithallenbewohner sind offenbar durch die Fenster ins Freie gesprungen, um sich vor den Flammen zu retten. Keilich ist froh, dass es in den vergangenen Tagen geregnet hat. „Sonst hätte es uns wahrscheinlich erwischt.“ Wie es bei ihr jetzt weiter geht? „Da habe ich keine Idee.“ Wegen der Pläne des Eigentümers, Johann Abfalter, hätte sie Ende September ohnehin die Pension aufgeben müssen. Ihre Kunden hat sie alle durchtelefoniert, damit sie Bescheid wissen.

Diese neuen Pläne hat der Unternehmer kürzlich dem Ickinger Gemeinderat vorgestellt. Abfalter hat sich mit der St. Leonhards-Quelle in der Nähe von Rosenheim einen Namen gemacht, Ähnliches schwebt ihm in Icking vor. Weil er bemerkt hatte, wie gut den Pferden das Wasser bekommt, hat Abfalter im Jahr 2003 das Areal erworben. In der Sitzung war die Rede von Büros, Wohnungen für Gemeindemitarbeiter, soziale Nutzung sowie einem Raum für Seminare – und irgendwann eine Abfüllanlage für das Ickinger Wasser, das der Geschäftsmann in höchsten Tönen lobte. Der Gemeinderat stand dem neuen Misch- oder Gewerbegebiet relativ aufgeschlossen gegenüber. Wie es jetzt weitergeht, ist unklar. Abfalter ist sofort nach Icking gefahren, als er von dem Unglück gehört hat. Für eine Stellungnahme war er am Montag nicht erreichbar. In der von Heinrich Hirschauer errichteten Reithalle hatten in den 1970er Jahren viele Promis ihre Pferde stehen. Doch irgendwann war die Halle in keinem guten Zustand mehr, 2008 musste ein Abitur-Ball wegen Einsturzgefahr abgesagt werden. Auch das Elefantenreiten mit Betty und Miry war danach zum Leidwesen vieler Ickinger nicht mehr möglich. Jetzt ist die Halle nichts mehr als eine einsturzgefährdete Ruine.

sh/peb/ina

Großbrand in Icking: Bilder vom Einsatz

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