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Zurück in der Pension Resi: Mit trockenem Humor kommentierte Ottfried Fischer Filmszenen aus der Sat1-Serie „Der Bulle von Tölz“, die unter anderem im Hollerhaus in Irschenhausen gedreht wurde. 

Einblicke hinter die Kulissen

Der Bulle kehrt heim: So berührend war Ottfried Fischers Besuch im Hollerhaus 

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Ottfried Fischer, der Bulle von Tölz, war kürzlich zu Gast im Hollerhaus in Irschenhausen. Der 64-Jährige gab gefühlvolle Einblicke hinter die Kulissen der legendären Serie. 

Irschenhausen Der Tölzer Streuselkuchen hat im Hollerhaus noch keine echte Tradition. Aber Ottfried Fischer und Ruth Drexel alias Benno und Resi Berghammer haben ihn für eine Folge in der legendären Sat1-Serie „Der Bulle von Tölz“ gebacken. Mit einem Szenen-Bild davon lud Hausherrin Lia Schneider-Stöckl am Freitag zum Themenabend „Den Täter zieht es an den Tatort zurück“. Zur Feier des Tages hatte auch sie für „Otti“ und seine Gäste Streuselkuchen gebacken. Nach dem Originalrezept, versteht sich. „Aber den hat bisher jeder nur einmal gebacken,“ witzelte der in sich wie auch in seinem Rollstuhl ruhende Schauspieler zu Beginn des unterhaltsamen wie berührenden Abends.

„Otti“ öffnet Herzen und Schranken 

Auf dem Gelände oberhalb vom Hollerhaus wurde am Tatort-Abend sinnigerweise eine echte Tatort-Folge gedreht. Doch die absehbare Parkplatznot löste sich durch hilfsbereite Nachbarn, die kurzerhand ihre Wiese zur Verfügung stellten. Wenn „der Otti“ nach Irschenhausen zurückkehrt, da gehen offensichtlich nicht nur die Herzen, sondern auch die Schranken auf. Gut so. Nachdem Fischer zur 100-Jahr-Feier im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte, gab es jetzt so viel zu berichten, so viele wunderbare Anekdoten zu erzählen.

Insgesamt 69 Folgen wurden in der Zeit von 1995 bis 2008 gedreht, knapp 1400 Drehtage. Ottfried Fischer war diese Serie auf den Leib geschrieben, entwickelt auf einem Bierdeckel im Bierzelt zusammen mit dem geschätzten Ernst von Theumer. Für Fischer, über seine kabarettistische Karriere hinaus, war es der Durchbruch. Die „Pension Resi“, das Hollerhaus, war ein fester Bestandteil.

Im kleinen, aber feinen Kreis gab der 64-Jährige pointierte und gefühlvolle Einblicke hinter die Kulissen. Über einen Beamer zeigte er ausgewählte Filmszenen, um seine Weggefährten, allen voran „die Mama“ Resi/Ruth nochmal spürbar werden zu lassen. Unterstützt wurde er dabei von Lia Schneider-Stöckl, Christoph Zach (Sat1) und vor allem seinem Freund und „Bullen-Mitstreiter“ der ersten Stunde, Robert Müller (Produktions- und Aufnahmeleiter).

Zwischendrin durften Fragen gestellt werden. Welches seine Lieblingsfolge sei? „Die Bauernhochzeit,“ antwortete der Ur-Vater des Heimatkrimis mit spitzbübischem Lächeln und ergänzte: „Da, wo die Moni Baumgartner mit der toten Sau im Bett liegt.“ Mit „enger geht’s nicht“ beschreibt Fischer sein bei den Dreharbeiten durchaus immer mal wieder problematisches Steckenbleiben im winzigen, grün lackierten Treppenhaus. Ein Gast wagte als „vermutlich Zweitsteckengebliebener“ in dieser Treppe die Frage, ob es denn vor den Dreharbeiten statische Überprüfungen gegeben habe, beispielsweise für die Szene im grünen Bademantel auf dem kleinen Hollerhaus-Balkon. Fischer bedankte sich schmunzelnd bei seinem „Bruder im Geiste“ und bestätigte: „Ich kenne diese Sorge. Der Balkon legt die Frage nahe: Wie dünn darf ein Brett sein?“

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Die Frage nach den Dialogen, wie viel „Salz in der Suppe“ dabei dem politischen Kabarett geschuldet sei, brachte Fischer auf eine einfache Formel: „Ich habe den Text auf Hochdeutsch gekriegt und auf Bayrisch gesprochen.“ Genauer gesagt habe er sogar einen Passus im Vertrag gehabt, dass er an der Dialogentwicklung mitwirken darf und soll. Die Serie gab ihm folglich genug Raum, die Figur Benno Berghammer vielschichtig und glaubwürdig zu entwickeln. Ohne Blutvergießen, ohne Mord- und Totschlag, aber mit dem ein oder anderen Einblick ins Rotlichtmilieu: „Da gab es mal eine Szene in einem Bordell, wo die Prostituierte mich mit ,Servus Benno, du hast dich ja lang nicht blicken lassen‘ begrüßt hat.“ Das habe den Zuschauer beispielsweise dezent darauf hinweisen können, dass der gewichtige, ledige Ermittler „es“ sich nicht aus den Rippen schwitze...

Schwitzen tun vermutlich die, die an den Serien-Erfolg anknüpfen wollen. Der immer noch erfolgreichste Sat1-Ermittler widerspricht allen Gerüchten, es werde vielleicht doch noch ein letzter „Bulle“ gedreht: „Billy Wilder hat mal gesagt, zu einem guten Film gehört ein gutes Drehbuch, ein gutes Drehbuch und noch mal ein gutes Drehbuch. Bislang hat mich nichts überzeugt.“ Außerdem machte er deutlich: „Man muss auch nicht von allem ein ,Best of‘ produzieren.“

Heimweh ist erst einmal gestillt

Ein kleines „Best of“ war der Abend aber schon. Und gefühlt war und ist für den gebürtigen Passauer, der im vergangenen Jahr von München wieder zurück in die Drei-Flüsse-Stadt gezogen ist, das Hollerhaus vielmehr zweite Heimat als Tatort. Das wurde auch nach der Pause deutlich. Da las der 64-jährige aus seinem neu entstehenden Buch „Heimat is’ da, wo dir die Todesanzeigen etwas sagen“. Es wird voraussichtlich im Herbst 2019 erscheinen.

Ottfried Fischer beendete den Abend mit dem Gedicht „Daheim“ und bemerkte: „Fürs nächste halbe Jahr is’ mei Heimweh nach dem Hollerhaus erst einmal gestillt.“ „Ja, und dann musst Du einfach wiederkommen,“ griff Lia Schneider-Stöckl den Ball bereitwillig auf. Möglicherweise wird sie dann wieder einen Tölzer Streuselkuchen backen. Dann klappt es vielleicht doch noch mit der Tradition. ina

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