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Bis auf die Grundmauern brannte die Reithalle am Isarweg im Jahr 2018 ab. Jetzt überlegen Gemeinde und Eigentümer, wie es mit dem Gelände weitergeht. 

Drei mögliche Modelle

Ehemalige Reithalle in Icking: Gemeinderat ringt um Details

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Auf seiner jüngsten Sitzung diskutierte der Ickinger Gemeinderat über drei Entwürfe zur Bebauung der ehemaligen Reithalle. 

Icking – Auf dem Areal der ehemaligen, 2018 abgebrannten Reithalle soll Wohnraum entstehen – ein wichtiges Thema derzeit. In seiner jüngsten Sitzung beriet der Gemeinderat knapp zweieinhalb Stunden über mögliche Modelle. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.

Insgesamt lagen dem Gremium drei Vorschläge vor: Einer stammte von dem vom Grundstückseigentümer beauftragten Planer Georg Tahedl. Den zweiten hatte die von der Gemeinde beauftragte Städteplanerin Vera Winziger entworfen. Den dritten steuerte der Ickinger Architekten Gerhard Haisch bei. Wobei Bürgermeisterin Margit Menrad betonte, auch Vorschläge und Ideen aus dem Diskussionsabend im November mit einfließen lassen zu wollen.

Abgebrannte Reithalle: Gemeinderat berät sich über mögliche Modelle

Manche Ickinger erklärten damals die Erschließung der Anlage zum Hauptproblem, angesichts des schmalen Isarwegs. „Angedacht ist, dass wir eine Straßenbreite von 5,50 Meter erreichen“, erklärte Tahedl. „Das lässt Gegenverkehr zu.“ Ein Verkehrszeichen solle den Verkehr regeln.

Sein Vorschlag für die südliche Bebauung: Sechs Gebäude mit 38 Wohnungen, allesamt nach Süden orientiert. Eine private Erschließungsstraße führt zwischen den Gebäuden hindurch, am Ende liegt ein Wendehammer. Das Nebengebäude wird nicht abgerissen. Hierin könnte eine zentrale Blockheizung untergebracht werden. Ziel sei eine möglichst unabhängige Energieversorgung. „Die Dachflächen wurden untersucht, hier lässt sich Fotovoltaik nutzen“, so Tahedl.

Ickinger Architekt plädiert für Mehrgenerationenhäuser

Eine andere Idee verfolgte Gerhard Haisch. „Ich bin davon ausgegangen, dass nur im Hochsommer am Nachmittag die Ostseite nicht verschattet“, sagte der Ickinger. Sein Vorschlag: Die Häuser so weit wie möglich nach Osten verschieben. Außerdem möchte er relativ kleinteilige Gebäude mit 37 Wohneinheiten errichten. Unter anderem mit behindertengerechten Appartements, etwa für Mehrgenerationenhäuser.

Vera Winzinger, die nicht persönlich erscheinen konnte, schlug vor, nicht alle Balkone mit Zwerchgiebeln auszustatten, sondern differenzierter zu gestalten – auch wenn dies einen höheren Planungsaufwand mit sich bringe. Ihr Vorschlag: Im Norden Gewerbe, im Süden Wohnbebauung. Dadurch könne man den Verkehr am besten vom Wohngebiet weghalten.

Abgebrannte Reitschule: Gemeinderat fordert Radlparkplätze und Bürgertreffpunkt

Elisabeth Höflich-Häberlein (SPD/Grüne) erinnerte daran, bei den Planungen einen Bürgertreffpunkt nicht zu vergessen. Verena Reithmann (UBI) wünschte sich Radlparkplätze. Dr. Georg Linsinger (UBI) betonte, genug Platz für Einsatzfahrzeug zu lassen. In diesem Punkt konnte ihn Tahedl beruhigen: „Das schaffen wir auf jeden Fall.“ Ehrliche Worte für die teilweise „sehr unterschiedlichen“ Vorschläge fand Claudia Roederstein (UBI): „Ich muss sagen, ich fühle mich etwas überfordert.“ Sie schlug vor, sich die Situation vor Ort mit beiden Plänen anzuschauen. „Mit einer Entscheidungsmatrix könnten wir schauen, dass für die Gemeinde das Beste herauskommt“, erklärte sie.

Die Rathauschefin fasste anschließend die Ergebnisse zusammen: „Demnach sind für uns Aussagen zur Erschließung der Grundstücke, Gemeinschaftsräume, das Verlegen des Spielplatzes, Radlparkplätze, Besonnungsverhältnisse und größtmögliche Plätze in der Tiefgarage wichtig.“

Icking: Pläne für Bürogebäude müssen überarbeitet werden

Auch für das Bürogebäude im nördlichen Teil besaß Tahedl überarbeitete Pläne. Er stellte sowohl Varianten mit Wall- als auch mit Satteldach vor. Bodentiefe Fenster sorgen für eine ausreichende Belichtung. Vorteil beim Satteldach: Hier ist der Selbstversorgungsgrad etwas größer. Die üppige Glasfassade fand beim Gemeinderat keinen großen Anklang. Auch hier fasste Menrad die Kernergebnisse zusammen: „Vorzugsweise möchten wir Satteldach. An den Fenstern arbeiten wir noch.“

Das Thema alte Reithalle beschäftigt den Ickinger Gemeinderat schon lange: schon vor beinahe einem Jahr lieferten sich die Gemeinderäte eine zermürbende Diskussion in der Frage, wie das Gelände der abgebrannten ehemaligen Reitschule genutzt werden soll.

kof

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