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Hat sich im Rathaus gut eingerichtet: Ickings Bürgermeisterin Verena Reithmann. 

„Meine Türe steht immer offen“

Ein Besuch im Amtszimmer von Bürgermeisterin Verena Reithmann

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Verena Reithmann ist seit Mai Ickings neue Bürgermeisterin. Im Rathaus hat sie sich inzwischen gut eingelebt - und dort bereits erste Änderungen eingeführt. Ein Besuch im Amtszimmer der Rathauschefin. 

Icking – Ein lichtdurchfluteter Raum mit Ausblick auf das Ickinger Waldpanorama. An den Wänden hängen kleine und große Landschaftsgemälde. Auf der rechten Seite steht ein hölzerner Schreibtisch. Dahinter sitzt mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht Verena Reithmann (UBI), seit Mai Ickings neue Bürgermeisterin.

Icking: Einiges hat sich im Amtszimmer verändert

Einiges hat sich im Amtszimmer der neuen Rathauschefin verändert. „Meine Vorgängerin saß mit dem Gesicht zur Tür und mit dem Rücken zum Fenster“, berichtet die 53-Jährige. „Das ist nicht meine Arbeitshaltung. Ich muss hinausschauen können“, verrät sie lächelnd. Ein paar Gemälde wurden abgehängt, ein Tisch mit zwei Stühlen direkt am Fenster kam dazu.

Ickings Rathauschefin wirkt zufrieden. Kein Wunder – ihre ersten Tage als Bürgermeisterin verliefen „sehr schön“. „Ich bekam einige nette Anrufe von Bürgern, die mich begrüßten und sich über meine Wahl zur Bürgermeisterin freuten.“ Reithmann deutet zur Tür: „Diese Tür ist nie geschlossen, sondern steht allen immer offen.“

Allererste Amtshandlung: Vereidigung des neuen Gemeinderates

Ihre allererste Amtshandlung erfolgte bereits wenige Minuten nach der Amtseinführung: die Vereidigung des neuen Gremiums. „Natürlich war ich etwas nervös. Es gab ja keine Probeläufe. Doch es lief zum Glück alles gut“, erzählt Reithmann. 

Das bisher schönste Erlebnis als Rathauschefin war für sie jedoch die Teilnahme an einer Hochzeit. Reithmann traute das Paar zwar noch nicht selbst, „aber das war wirklich ein schöner Moment“.

Bisher schönstes Erlebnis war die Teilnahme an einer Trauung

Ihr Blick wandert zu einer kleinen Holzkommode. Darauf thront eine fliederfarbene Orchidee. „Die hat mir eine Mitarbeiterin zur Begrüßung hingestellt, damit es nicht so kahl ausschaut“, sagt sie.

„Ansonsten sind Zimmerpflanzen bei mir in der Regel nicht gut aufgehoben“, gesteht die 53-Jährige lachend und deutet zum Fenster. „Ich erfreue mich lieber an dem Grün da draußen.“

Nicht nur optisch hat Reithmann das Rathaus verändert. Die Ickingerin führte zum Beispiel den papierlosen Gemeinderat ein. „Den letzten Bauausschuss haben wir erstmals papierlos geladen“, berichtet sie stolz.

Die Bürgersprechstunde verlegte sie vor die Sitzungen. „Ansonsten finde ich alle Leute in ihren Bereichen gut etabliert. Da habe ich nicht das Gefühl, das Haus komplett umkrempeln zu müssen.“

Reithmann führte papierlosen Gemeinderat ein

Nach sechs Jahren im Gemeinderat kennt Reithmann bereits alle Kollegen. Die große Begrüßungsrunde fiel wegen der Corona-Pandemie bisher flach. „In kleiner Runde standen wir zwar oben im Sitzungssaal und haben Kuchen gegessen. Ein richtiger Einstand, bei dem wir auch beinander sitzen können, steht aber noch aus.“

Knapp zwei Monate sind seit ihrem Amtseintritt vergangen. Für Reithmann ist eines jedoch klar: Die größten Herausforderungen stehen ihr erst bevor. In Zusammenarbeit mit der Verwaltung habe sie in den vergangenen Wochen zwar versucht, „viele Themen anzustoßen, die uns in der Gemeinde schon lange am Herzen liegen. Aber es zählt erst, wenn ich sie auch zum Abschluss bringen kann.“

 Damit spielt Reithmann zum Beispiel auf die Wasserversorgung an, die Icking seit bald zwei Jahrzehnten beschäftigt. Oder den geplanten Radweg an der B11 und den Abschluss des Breitbandausbaus.

Größten Herausforderungen stehen für Reithmann noch an

Auch bei den Reithmanns zu Hause macht sich die neue Stellung der 53-Jährigen bemerkbar: „Am Anfang war es schon etwas komisch, als mein Mann corona-bedingt noch im Homeoffice arbeitete und ich plötzlich jeden Tag das Haus verließ. 

Mehr als zwei Jahrzehnte hatten wir schließlich die umgekehrte Situation“, erzählt die Juristin amüsiert. Dann wendet sie sich wieder ihren Unterlagen auf dem Schreibtisch zu. Bis zum Feierabend muss schließlich alles abgearbeitet sein.

Reithmanns Vorgängerin war Margit Menrad. Nach 14 Jahren im Amt verließ die Ickingerin das Rathaus. Im Abschieds-Interview mit unserer Zeitung blickt die sie auf die vergangene Zeit zurück.

kof

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