Stäbchen rein: Elternbeiratsvorsitzende Michaela Chucholowski hilft dem zehnjährigen Luis beim sogenannten Popeltest, einem Abstrich im vorderen Nasenbereich. Die Kinder an der Ickinger Grundschule werden mit Unterstützung von etwa 20 freiwilligen Helfern beim Selbsttest unterstützt.
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Stäbchen rein: Elternbeiratsvorsitzende Michaela Chucholowski hilft dem zehnjährigen Luis beim sogenannten Popeltest, einem Abstrich im vorderen Nasenbereich.

Eine Nasenlänge voraus

Eltern organisieren Corona-Selbsttest an Ickinger Grundschule

  • Bettina Sewald
    vonBettina Sewald
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Die Corona-Tests an den Schulen sind in jedem Fall eine große Herausforderung. An der Ickinger Grundschule haben sich Eltern für diesen Zweck schulen lassen.

Icking – Überall im Land zerbrechen sich Pädagogen, Politiker und Eltern die Köpfe, wie man den Schulbetrieb möglichst uneingeschränkt wieder aufnehmen kann. In Icking ist man eine Nasenlänge voraus: Es wurde ein Hygiene- und Testkonzept erarbeitet, bei dem engagierte, speziell geschulte Eltern die Kinder mit Selbsttests in einem separaten Raum betreuen – und damit auch die Lehrkräfte im Klassenraum entlasten.

Bereits vor den Osterferien hatte Schulleiter Peter Lang die Ickinger Eltern angeschrieben und über das geplante Konzept informiert. Michaela Chucholowski hat als Elternbeiratsvorsitzende mit Unterstützung der Allgemeinärztin und Schülermutter Dr. Barbara Gundel sowie Tina Weber von der „Offenen Ganztagsschule“ eine stattliche Zahl freiwilliger Helfer zusammengetrommelt, die dann unmittelbar nach den Ferien in das Testsystem eingewiesen wurden. „Das hat alles super geklappt“, freut sich Michaela Chucholowski, die immerhin zwei ihrer vier Kinder an der Grundschule hat.

Extra Räume für den Popel-Test

Durch die aktuellen Zahlen im Landkreis wurde allerdings nach nur einer Woche der Schulbetrieb wieder reduziert, sodass in dieser Woche nur die vierten Klassen im Wechselunterricht beschult sowie die „Not-Gruppe“ betreut werden. „Ich hatte eigentlich die Hoffnung, dass wenn die Kinder zweimal die Woche getestet sind, trotz steigendem Inzidenzwert der Unterricht zumindest im Wechselbetrieb weiter hätten stattfinden dürfen“, bedauert die 34-jährige und hofft, „dass die Politik bald ein Einsehen hat und aufgrund der gut funktionierenden Testungen an den Schulen von dem Hunderter-Wert abrückt.“

Für die Tests wurden in Icking eigens Räume eingerichtet, in denen die Kinder den sogenannten „Popeltest“ (ein Abstrich im vorderen Nasenbereich) unter Anleitung der freiwilligen Helfer durchführen können. Im Schulgebäude wurde dafür fleißig umgeräumt und gewerkelt. Für jede Klasse steht ein eigenes Areal zur Verfügung. Unter anderem wo sonst Lehrmittel gelagert sind, wurde eine Teststation eingerichtet. Weitere Stationen sind in der Aula. Hausmeister Walter Scholz baute Plexiglas-Trennscheiben, um Eltern und Schülern die nötige Sicherheit zu gegeben und fertigte zudem Holzhalterungen für die Röhrchen an, sodass die Proben-Röhrchen einen festen Platz haben und nicht verwechselt werden können.

Schulleiter Peter Lang war für seine knapp 150 Schülerinnen und Schüler besonders wichtig: „Wir wollten für die Kinder eine möglichst ruhige Atmosphäre schaffen, in der sie sich testen können.“ Das sei gleichzeitig natürlich eine tolle Entlastung für die Lehrkräfte, die ihre bis zu 25 Kinder sonst selbst gleichzeitig im Klassenzimmer beaufsichtigen und die Tests auswerten müssten.

Der Rektor freut sich über das Engagement der Eltern

Getestet wird in Icking immer vor Schulbeginn zwischen 7.30 und 8.15 Uhr. Nach dem erfolgten Abstrich sowie der Auswertung durch die Helfer werde der Protokollbogen im Sekretariat abgeben. Bislang seien alle Tests negativ verlaufen, bestätigt die Elternbeiratsvorsitzende. Sollte einmal ein Kind einen positiven Corona-Test haben, werde über das Sekretariat die entsprechende Lehrkraft informiert und das Kind behutsam aus dem Klassenverbund separiert. Chucholowski: „Dieses Kind würde dann betreut werden, bis die Eltern es abholen können.“ Danach müssten die Eltern ohnehin ein PCR-Test beim Arzt machen lassen, um das Ergebnis abzusichern. Auch hier habe man sich Gedanken gemacht und schulpsychologisch Rat eingeholt, um einer möglichen Stigmatisierung vorzubeugen.

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Der Rektor freut sich: „Nur durch die sehr rege Unterstützung der Elternschaft war es möglich, das Konzept in dieser Form umzusetzen. Die Resonanz in dieser Größenordnung hat mich äußerst positiv überrascht.“ Das Kollegium und er seien den freiwilligen Helfern sehr dankbar. Lang bringt es auf den Punkt: „Dieses Beispiel zeigt nicht zum ersten Mal, wie hoch das Engagement der Elternschaft ist – ein äußerst wichtiger Faktor im Hinblick auf eine gelingende, fruchtbare Kooperation.“

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