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Die 5G-Technologie ist umstritten. Der Gemeinderat legte am Montag drei Standorte für neue Funkmasten fest.

Vorstellung im Gemeinderat

Experte empfiehlt drei Standorte für Mobilfunkmasten

  • vonRudi Stallein
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Das Thema 5G polarisiert - auch in Icking. Doch zur jüngsten Gemeinderatssitzung, in der es um das Thema Mobilfunk ging, kamen weniger besucher als erwartet. 

Icking Die Befürchtung von Bürgermeisterin Verena Reithmann, zahlreiche Zuhörer abweisen zu müssen, erwies sich als unbegründet: Das Interesse der Ickinger Bevölkerung am Fortgang in Sachen Mobilfunk hielt sich am Montagabend in Grenzen. Als Hans Ulrich von der Firma Funktechanalyse in der Gemeinderatssitzung die Ergebnisse seiner Untersuchung zu weiteren Mobilfunkstandorten in Icking vorstellte, blieb die Hälfte der etwa 50 Stühle in der Aula der Grundschule leer. Was womöglich einen einfachen Grund hatte. „Die Zuhörer sind dazu verdammt, zuzuhören, aber sich nicht zu Wort melden zu dürfen“, hatte die Rathauschefin vor Sitzungsbeginn betont.

Wie berichtet plant der Mobilfunkanbieter Vodafone neben dem Sportplatz einen Mobilfunkmast der fünften Generation (G5) zu errichten. Außerdem liegen in der Verwaltung zwei „Suchkreisanfragen“ vor: Die Deutsche Telekom plant, nordwestlich von Schlederloh und im Bereich von Schützenried Masten zu errichten, insbesondere, um die S-Bahn-Strecke zu versorgen.

Der Gemeinderat hatte sich in der Sitzung am 25. November 2019 dazu entschlossen, seine Mitwirkungsmöglichkeiten entsprechend dem Bayerischen Mobilfunkpakt auszuschöpfen und selbst Standorte vorzuschlagen. Dazu war Experte Ulrich, der die Gemeinde seit 2006 zu dem Thema berät, beauftragt worden, geeignete Mobilfunkstandorte herauszufiltern. Das Ziel sei, so Reitmann, „die Strahlenbelastung bestmöglich zu minimieren und dabei auch das Orts- und Landschaftsbild zu berücksichtigen.“

Neben dem Funkmast am Sportplatz kristallisierten sich aus sieben Alternativen zwei Standorte heraus, die dem am besten gerecht werden: Im Norden der so bezeichnete Standort A12N am Waldrand oberhalb des Schulgeländes sowie im Süden, wo die S-Bahn in den Wald einbiegt, der Standort A21N. Die drei Masten sorgten für eine „vergleichsweise lückenlose Abdeckung“, sagte Ulrich.

Geschluckt hat der eine oder andere Zuhörer vermutlich, als Ulrich auf Nachfrage von Gemeinderätin Claudia Roederstein auf die Höhe der Masten einging. 40 Meter beträgt die Höhe an der S-Bahn sowie am Sportplatz, 50 Meter wird der Mast hinter der Schule aufragen. „Das dient dazu, dass beispielsweise der Sportplatz und somit auch die Sportler nicht angestrahlt werden. Das geht über die Köpfe hinweg“, erläuterte Ulrich. „Ein niedrigerer Mast würde weniger versorgen und mehr gefährden.“

Vigdis Nipperdey wollte wissen, ob die Gemeinde Einfluss auf die konkreten Standorte nehmen könne. „Es sind im Vorfeld alle Grundstückseigentümer gefragt worden, ob sie zu Gesprächen bereit wären, wenn der Gemeinderat die entsprechenden Standorte favorisiere“, sagte Bürgermeisterin Reithmann.

Auch interessant: Mobilfunk 5G: Gemeinde Icking kann Bauvorhaben nicht verhindern

Einigkeit herrschte, dass das begonnene „Dialogverfahren“ mit der Telekom fortgeführt werden soll. „Dort, wo Gemeinden nicht mitwirken, sucht der Netzbetreiber selbst Grundstücke. Und die Akquisiteure finden immer jemanden, der unterschreibt“, antwortete Ulrich auf Stefan Schneiders Frage: „Was passiert, wenn wir sagen, wir wollen hier keine Masten?“ Die Rathauschefin ergänzte: „Es gibt genug Gemeinden, die nicht mitwirken wollen. Die haben meist ein Dauerproblem.“

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass die vom Experten herausgearbeiteten Standorte im Norden und Süden weiterverfolgt werden sollen. Damit einher geht der Wunsch, dass der aktuelle Telekom-Mast beim Bauhof an der Mittenwalder Straße aufgegeben und auf einen der neuen Standorte verlagert werden kann. Zudem beschloss das Gremium, das Grundstück am Sportplatz für den Bau eines maximal 42 Meter hohen Masts zur Verfügung zu stellen. Auch hier besteht die Hoffnung, dass der neue die bisherigen zwei kleineren Masten an der Tankstelle neben der B11 überflüssig macht.

rst

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