Große Überraschung: WM in Katar 2022 wohl nicht mit 48 Teams

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Film ab: Rüdiger Lorenz dreht gemeinsam mit Sohn Philipp und Ehefrau Fari Dokumentationen für das Fernsehen. 

Porträt

Filmemacher bereist seit 40 Jahren die Welt - das hat er schon alles erlebt

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Rüdiger Lorenz bereist mit seiner Familie seit Jahren die Welt - und dreht Filme. In seiner Berufslaufbahn hat der Ickinger schon mehr als 100 Filme gedreht - und dabei schon das ein oder andere Abenteuer erlebt.

Icking – Ickingern, die es allmählich leid sind, auf ihre S-Bahn zu warten, sei gesagt: Es geht noch viel schlimmer. Etwa mitten in der Wüste bei 50 Grad auf einen Zug zu warten, der nur einmal täglich fährt und dann ausfällt, weil Kamele über die Schienen laufen. Der Ickinger Filmemacher Rüdiger Lorenz (70) hat genau das erlebt. Für ihn gehört das zum Alltag, Berufsrisiko sozusagen. Seit 40 Jahren ist er in der Filmbranche tätig. Für zwei Eisenbahndokumentationen war er jüngst im Sudan und in Äthiopien unterwegs.

Mehr als 100 Werke - in 40 Jahren

Ob Berichterstattung aus dem iranischen Golfkrieg für das ZDF, eine Doku über die Oasenstadt Isfahan (Iran) für das Bayerische Fernsehen oder Eisenbahnfilme für den Südwestrundfunk: Rüdiger Lorenz’ Arbeitgeber sind breit gefächert. In seiner bisherigen Berufslaufbahn hat der Ickinger mehr als 100 Werke geschaffen, darunter viele Dokumentarfilme und Reportagen.

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Stets bei den Dreharbeiten mit an seiner Seite: Ehefrau Faranak (Fari) Djalali-Lorenz. Der Weltenbummler lernte seine iranischstämmige Frau (59) jedoch nicht auf Reisen, sondern in der Disco kennen. „Ich habe Rüdiger getroffen, als er gerade vom Filmdreh aus Ruanda zurück war. Er erzählte mir von seiner Arbeit und ich dachte mir: Wow, was für ein interessanter Mann,“ erinnert sich Fari Lorenz. Die Faszination für die Arbeit ihres Mannes hat sie bis heute nicht losgelassen.

Bereits als kleiner Bub zog der gebürtige Münchner mit den Eltern nach Icking. Zum Filmemachen kam Lorenz mehr oder weniger zufällig. Zunächst studierte er Grafik und Fotografie in der Landeshauptstadt. “In München bin ich mit einer Filmgruppe zusammengekommen. Weil ich durch das Studium von Fotografie schon eine Ahnung hatte, hab’ ich die Kamera gemacht.“ An sein erstes richtiges Projekt kann sich der 70-Jährige noch gut erinnern: „Ich reiste nach Ruanda. Es ging um ein Projekt zur alternativen Landwirtschaft.“

Die Normalität des Lebens vor Ort darstellen

Viele seiner Werke handeln bis heute von Afrika und dem Nahen Osten. „Wir versuchen jedes Mal, die Normalität des Lebens vor Ort darzustellen“, erklärt der Ickinger seine Intention. Das gilt besonders für Kriegsregionen. Etwa den krisengeschüttelten Iran, wo ein Teil von Fari Lorenz’ Familie lebt. „Uns liegt es am Herzen zu zeigen, dass es dort oft anders ist, als die Klischees vermitteln.“

Neben seiner Gattin begleitete beim letzten Film auch Sohn Phillipp (26) seine Eltern – und das nicht zum ersten Mal. „Die Kinder waren immer mit dabei, von Anfang an. Sie sind damit aufgewachsen. Erst als die Schulzeit anfing, da mussten wir aussetzen,“ sagt Fari Lorenz. Als ein achtmonatiger Filmdreh im Iran anstand, nahm die Familie kurzerhand einen Lehrer mit auf die Reise.

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Auch wenn vieles, was die Globetrotter erzählen, spannend, abenteuerlich und bizarr klingt: Die Ickinger erlebten auch brenzlige Situationen. „In Kurdistan wurden wir einmal festgesetzt und durften das Hotel nicht verlassen“, erinnert sich die Ehefrau des Filmemachers. „Das war wirklich grenzwertig. Zum Glück haben wir es geschafft, sind rausgekommen und konnten den Film drehen.“

„Gegen 5 Uhr stehen wir gewöhnlich auf“

Der Job eignet sich auch nicht für Langschläfer: „Gegen 5 Uhr stehen wir gewöhnlich auf. Das Morgenlicht brauchen wir zum Drehen“, erklärt Rüdiger Lorenz. Denn: In Afrika wird es bereits um 18 Uhr dunkel. Am Abend ist die Familie mit Material kontrollieren, einspielen oder Planungen beschäftigt. „Das ist schon viel Arbeit. Aber es macht halt Spaß“, meint Philipp Lorenz schulterzuckend. Aber wird einem das nicht irgendwann zu anstrengend? „Manchmal kostet es schon Überwindung“, gesteht der Regisseur. „Da fährt man den ganzen Tag Auto und durchquert plötzlich eine tolle Landschaft. Ich weiß sofort, die muss ich aufnehmen. Auch wenn ich hundemüde bin.“

Ans Aufhören denkt der 70-Jährige noch lange nicht

Im Untergeschoss des Ickinger Domizils existiert ein kleines Filmstudio: Frontal in der Mitte des kleinen dunklen Raumes steht eine Leinwand. In der linken Ecke stehen blaue Kinostühle. Rechts auf einem Stativ thront eine große Kamera. In dem Heimkino werden die fertigen Werke begutachtet. Rüdiger Lorenz dreht jedoch nicht nur in fernen Ländern. Für das Waldramer Badehaus hat der Ickinger etwa Zeitzeugenberichte aufgenommen. Ans Aufhören denkt er übrigens noch lange nicht. Sein aktuelles Projekt widmet sich Geretsried. Für das Stadtjubiläum 2020 plant Lorenz einen Film. „Mit der Drohne haben wir schon ein paar schöne Aufnahmen gemacht.“

kof

Info: 

Der Film „Trambahnen und Schmugglerzüge in Äthiopien“, läuft am Freitag, 17. Mai, um 14.15 Uhr im Südwestfunk.

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