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Nach Gelting (Foto) soll in Icking das zweite Geothermieprojekt im Landkreis entstehen.  

Strom für 50.000 Haushalte

Finnen steigen in Geothermieprojekt ein

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Ein finnisches Unternehmen steigt mit einem dreistelligen Millionenbetrag in das Ickinger Geothermieprojekt ein. Zusammen mit der Erdwärme Bayern GmbH planen die Skandinavier, zwischen Attenhausen und Dorfen nahe der Garmischer Autobahn Deutschlands größtes Geothermie-Kraftwerk zu bauen. Die Anlage soll Strom für 50.000 Haushalte liefern.

Icking – Der Landkreis scheint ein gutes Fleckchen für die Geothermie zu sein. Die Enex Power Germany hat ihre aktuelle Bohrung auf dem Hofgut Breitenbach bei Gelting niedergebracht, in ein paar Wochen sollen die Ergebnisse der Pumptests vorliegen. Auch in Icking hofft man auf Thermalwasser unter der Erde, und man ist guter Dinge. „Die bergrechtlichen Genehmigungen liegen vor“, bestätigt Markus Wiendieck, Geschäftsführer der Erdwärme Bayern GmbH, die das Projekt entwickelt hat. Mit dem neuen Investor im Boot könne man jetzt einen großen Schritt vorwärts machen. Einen genauen Termin für den Bohrbeginn will Wiendieck noch nicht nennen. „Aber man kann davon ausgehen, dass 2018 was passiert.“

Bei dem Geldgeber handelt es sich um ein finnisches Finanzdienstleistungsunternehmen. „Für Taaleri ist dieses Projekt Teil eines größeren strategischen Ganzen“, teilt der stellvertretende Geschäftsführer Karsten Haaparinne mit. „Gemeinsam mit unseren Kunden investieren wir bereits seit Jahren in erneuerbare Energie, zunächst in Finnland, und jetzt auch international.“ Geothermie sei „ein neues und interessantes Gebiet, für das wir geschickte Partner gesucht haben.“ Das Unternehmen wird gemeinsam mit seinen Kunden für die Eigenkapitalfinanzierung der Bauphase verantwortlich sein und 160 Millionen Euro investieren. Die Erdwärme Bayern bleibt als Minderheitseigentümerin im Projekt.

Das Geld soll in die Bohrungen sowie den Bau des Kraftwerks gesteckt werden, das 2020 in Betrieb gehen soll. Laut Wiendieck sind drei Bohrungen vorgesehen, um das etwa 150 Grad heiße Wasser aus einer Tiefe von 4000 Metern zur Stromgewinnung aus der Erde zu holen. Über zwei weitere Löcher gelangt das Thermalwasser zurück in die Erde. Das Kraftwerk soll eine Leistung von 30 Megawatt erzeugen – das entspricht etwa dem Verbrauch von zirka 50.000 Haushalten. In Weilheim plant die Erdwärme Bayern ein Kraftwerk mit 26 Megawatt. Zum Vergleich: Die Anlage in Sauerlach versorgt mit einer Leistung von fünf Megawatt rund 16.000 Haushalte. 

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