Mobilfunkmast
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Der Mobilfunk beschäftigt Icking: Im Rathaus ging dazu ein Fragebogen mit über 100 Unterschriften ein.

Fragenkatalog von 100 Ickinger Bürgern

Gemeinderat ringt um Lösung zum Thema 5G

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Die Vorbehalte gegen den Mobilfunk scheinen in Icking groß zu sein. Der Gemeinderat sucht nach dem richtigen Weg in dieser schwierigen Frage.

Icking – Ein fünfseitiges Schreiben mit 28 Fragen zum Thema Mobilfunk – unterschrieben von über 100 Ickingern – hatte kürzlich Ickings Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) erreicht. Gemeinsam mit dem Gemeinderat diskutierte die Rathauschefin in der Sitzung am Montag einige der Fragen.

Die Hauptaussage des Fragenkatalogs sorgte bei Reithmann für Verwunderung: Demnach bestehe „kein Interesse an einer weitergehenden Verbesserung der funktechnischen Abdeckung“. Stattdessen regen die Verfasser an, nach einer „Minimallösung“ zu suchen. „Dies sehe ich als Paradigmenwechsel zu unseren bisherigen Überlegungen“, sagte Reithmann. Bis jetzt habe sie es so verstanden, „dass wir so wenig Masten wie möglich in Icking wollen. Und wenn wir welche bekommen, diese eine effiziente Versorgung liefern.“

Die Standortwahl für Masten ist eine undankbare Aufgabe

Claudia Roederstein (UBI) hakte daraufhin nach, wie viel Geld die Gemeinde in den vergangenen 20 Jahren in den Mobilfunk investiert hat. Auch diese Frage war in dem Katalog aufgeführt. Die Antwort: 100 795 Euro. „Eine ordentliche Summe“, befand Roederstein. „Das zeigt doch ganz klar den Weg der Gemeinde: Wie viel Geld wir in die Hand nehmen und uns dafür einsetzen, die Strahlung möglichst gering zu halten.“ Philipp Geiger (Grüne) hingegen schlug vor, ein „finales Szenario“ aufzusetzen. „Damit wir wissen, was in den nächsten 10 bis 15 Jahren auf uns zukommt.“ Auch dies war in dem Schreiben gewünscht.

Otto Güllich verliert die Geduld

„Ehrlich gesagt ist das nicht so leicht“, gestand Reithmann. „Aber ich habe mit den Bürgern bereits darüber gesprochen, dass wir dies in einem späteren Schritt prüfen.“ Daraufhin platzte Otto Güllich (Ickinger Initiative) der Kragen: „Mir erschließt sich der Anlass dieser Diskussion nicht. Wir haben bereits mehrfach darüber diskutiert. Waren die Bürger nicht beim Vortrag und nehmen die Fakten nicht zur Kenntnis? Ich sehe nicht, was diese Diskussion weiterbringen soll.“

Wir haben hier die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Claudia Roederstein (UBI)

Die Emissionsprognosen für den neuen Mast am Standort nahe der Schule waren ein weiterer Aspekt in dem Schreiben. Dazu ließ die Gemeinde Prognosewerte erstellen. „Beim Gymnasium liegt der Wert bei 1,6 Volt pro Meter und im Bereich der Grundschule bei 1,2“, erklärte Reithmann. Eine Auswertung des Bundesamts für Strahlenschutz habe ergeben, dass die „Grenzwerte nicht ausgeschöpft“ und in „zu erwartenden Größenordnungen“ bei solchen Anlagen lägen.

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Ein Punkt kam Georg Linsinger (UBI) in der Diskussion zu kurz: „Es heißt immer, die Masten sind eine optische Zumutung. Aber in einem Gebiet mit schlechtem Empfang strahlen die Handys in den Hosentaschen teilweise zum Grenzwert hoch.“ Ähnlich sah das Fraktionskollegin Roederstein: „Wir haben hier die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Masten werden im Wald nicht komplett versteckt und sind am Sportplatz keine Augenweide.“ Man müsse hier eine Abwägung zwischen Ortsbild und Strahlung treffen.

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Letztendlich fasste der Gemeinderat einstimmig den Beschluss, den Standort A12 am Waldrand oberhalb des Schulgeländes untersuchen zu lassen – auch hinsichtlich einer Minimierung der Strahlenbelastung und einer effizienten Versorgung.

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