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Geothermie in Holzkirchen (Symbolbild)

Icking bereitet Großprojekt vor

Geothermie ja – aber nicht im Wald

Icking – Es ist ein weiterer Schritt zur Nutzung regenerativer Energie in Icking: Der Gemeinderat hat nach langer und kontroverser Diskussion dem Vorbescheidsantrag zur Errichtung einer Geothermiezentrale zugestimmt.

Das Interesse der Bürger war groß: Zahlreiche Zuhörer belegten am Montag die Stuhlreihen im Sitzungssaal. Die Räte machten sich die Entscheidung nicht leicht. Hauptproblem war nach wie vor die exponierte Lage und der Eingriff in die Natur am Standort westlich von Attenhausen oberhalb der Autobahn – auch wenn die Anlage laut dem neuen Antrag nun unmittelbar an der Waldgrenze situiert werden soll. Zudem plant man an der östlichen Grundstücksgrenze einen zu begrünenden Wall mit einer Höhe von zwölf Metern.

Wie berichtet hatte der Bauausschuss mit knapper Mehrheit beschlossen, dem Gemeinderat zu empfehlen, dem Vorbescheidsantrag zuzustimmen. Dennoch wollte man eine Alternativplanung im Wald weiter verfolgen. Die Hoffnung, das Projekt doch noch in den Wald verschieben zu können, schwand jedoch. Revierförster Robert Nörr erklärte nämlich, dass eine Rodungsgenehmigung von der unteren Forstbehörde für die zwei Alternativplanungen im Wald nicht in Aussicht gestellt werde. Der besagte Wald weise eine Funktion als lokaler Klima-, Emissions- und Lärmschutzwald auf.

Wie Nörr weiter ausführte, könne der Wald nach einer Rodung von ein oder zwei Hektar für die Geothermieanlage seine notwendigen Funktionen nicht mehr erfüllen. Die Beeinträchtigungen würden weit über die zwei Hektar hinausgehen. Der Waldfunktionsplan sei für Behörden verbindlich. Gingen Waldfunktionen verloren, sei die Genehmigung zu versagen. Vor allem werde keine Genehmigung erteilt, wenn es eine Variante gebe, bei der kein Wald in Anspruch genommen werden müsse.

Diese Aussagen wollten einige Räte nicht hinnehmen. Verena Reithmann (UBI) nannte es erbost einen Schildbürgerstreich, dass der Wald, der für die Bürger als Schutz fungieren soll, nun der Grund dafür sei, „dass wir eine gigantische Anlage an der Bebauung dulden müssen, die eine Lärmbelästigung darstellt“. Wie Reithmann plädierte auch Josef Mock (UBI) dafür, den Wald vor die Anlage zu verlegen. Dann wäre Attenhausen vor zwei Störquellen geschützt, Autobahn und Kraftwerk. Man könne nicht alles auf die Bevölkerung abwälzen. Nörr wies darauf hin, dass es 40 bis 50 Jahre dauern würde, bis der Wald die drei Funktionen wieder erfülle.

Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) hob hervor, dass Icking keinen Vorteil von der Anlage habe, abgesehen von der in Aussicht gestellten Gewerbesteuer. Außerdem äußerte sie die Befürchtung, dass mit dem Vorbescheid der Weg für ein zukünftiges Gewerbegebiet in Attenhausen bereitet werde.

Lisa Häberlein (SPD) fand: „Wir können nicht immer sagen: ,Nicht vor unserer Haustüre.‘“ Claudia Roederstein (UBI) und einige ihrer Ratskollegen vertraten nach Nörrs Erläuterungen die Ansicht, dass der vorhandene Wald mit dem geplanten Wall wohl mehr Schutz für die Bevölkerung darstelle als die Waldlösung. Christian Mielich (SPD) vermutete, dass „dieses Gigantenbauwerk“ an dem Standort nicht unbedingt ideal sei. „Aber die Energiewende wird uns immer etwas abverlangen.“

Mock warnte seine Ratskollegen: „Wenn der Gemeinderat dem Vorbescheid mit dem Standort Wiese zustimmt, geben wir jede andere Chance weg.“ Dennoch wurde der Vorbescheidsantrag mit zehn zu fünf Stimmen befürwortet. In der nächsten Gemeinderatssitzung wird über die Aufstellung eines Bebauungsplans beraten – und ob die Waldlösung weiter verfolgt werden soll.

von Yvonne Zuber

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