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Bei einem verheerenden Brand in einem ehemaligen Reiterhof in Icking sind in der Nacht auf Montag zwei Menschen umgekommen. Ein 74-jähriger Mann schwebt in Lebensgefahr.

Ehemaliger Reitstall niedergebrannt

Großbrand in Icking mit zwei Toten: Was bisher bekannt ist  

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  • Peter Borchers
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Bei einem verheerenden Brand in einem ehemaligen Reiterhof in Icking sind in der Nacht auf Montag zwei Menschen umgekommen. Ein 74-jähriger Mann schwebt in Lebensgefahr. Die Kripo Weilheim ermittelt. 

Icking – Am frühen Montagmorgen gegen 2.45 Uhr wurden die Feuerwehren aus Icking und Wolfratshausen alarmiert. „Die ursprüngliche Meldung hieß, es handle sich um einen Zimmerbrand am Isarweg“, sagt Karl Murböck. 

Der Kreisbrandrat war gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak, der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-Öel) und Vertretern der Kreisbrandinspektion München-Land rasch vor Ort. „Erste Kräfte begannen im Innenangriff zu löschen“, schilderte Murböck die Arbeiten, „als es plötzlich eine Durchzündung durch das gesamte Hallendach gab.“ Die ehemalige Reitanlage – sie wurde zu Wohnräumen umgebaut – sowie das angrenzende Wohnhaus, das ehemalige Restaurant Stefani, brannten lichterloh. Umgehend wurden auch die umliegenden Feuerwehren aus Höhenrain, Gelting, Berg, Geretsried, Ebenhausen, Hohenschäftlarn, Dorfen, Weidach und Münsing zu Hilfe gerufen. Die Feuerwehr Bad Tölz sorgte im Laufe des Einsatzes für den Nachschub von Pressluftflaschen für die Atemschutzgeräte. 

Hier gibt es den Newsblog zum Großbrand in Icking zum Nachlesen.

In dem Gebäude wohnten zehn Personen, drei galten zunächst als vermisst. „Die Feuerwehrleute konzentrierten sich daher als erstes auf deren Rettung sowie auf den Schutz der umliegenden Gebäude“, berichtete Markus Zimmerer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Einen 74-jährigen Mann bargen die Einsatzkräfte schwer verletzt. Er kam zur weiteren Behandlung in eine Münchner Spezialklinik. Sein Zustand war laut Zimmerer kritisch. Für die beiden anderen Personen kam jede Hilfe zu spät, sie konnten nur noch tot geborgen werden. „Zu ihrer Identität können wir noch keine Angaben machen“, sagte Zimmerers Kollege Stefan Sonntag in einem Pressegespräch vor Ort. „Sie sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.“ 

Fünf Bewohner, die mit dem Schrecken davon gekommen waren, versuchte die Gemeinde im Laufe des Vormittags andernorts unterzubringen. Bis zum Mittag hatten Bürgermeisterin Margit Menrad und ihre Mitarbeiter damit „teilweise schon Erfolg, für einige suchen wir aber noch“. 

Brand in ehemaligem Reiterhof in Icking: Noch am Montagvormittag liefen Nachlöscharbeiten, weil immer wieder neue Glutnester aufbrachen. 

Die Löscharbeiten gestalteten sich äußerst diffizil. „Das Gelände hier fällt hier steil ab, das Gebäude selbst ist nur über eine einzige Straße zu erreichen“, beschrieb Murböck die Örtlichkeit. Immer wieder mussten die Brandbekämpfer ihre Einsatzfahrzeuge umrangieren, um effizient löschen zu können. Um die Wasserversorgung sicherstellen zu können, mussten wir die Schläuche teilweise über die B11 legen. Was wiederum zur Folge hatte, dass wir die Bundesstraße sperren und den Verkehr umleiten mussten“, sagte der Kreisbrandrat. 

Anwohner unterstützen Rettungskräfte

Zudem erschwerten mehrere Explosionen die Löschversuche. Murböck schätzte am Montagvormittag, dass die Nacharbeiten „einige Stunden dauern werden“. Probleme bereitete den Feuerwehrleuten die Dämmung im Dach des Wohngebäudes. Murböck: „Man kommt weder von oben, noch von unten dran.“ 

Die Anwohner selbst taten das Ihrige, um die 180 Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei und des Rettungsdienstes bei ihrer Arbeit zu unterstützen: Sie kochten kannenweise Kaffee und stellten auch den ein oder anderen Imbiss bereit. „Das ist“, so eine Dame, „einfach selbstverständlich in so einem Fall.“ Rathauschefin Menrad, seit 4 Uhr früh selbst vor Ort, war ebenfalls voll des Lobes. Sie nannte die Arbeit der Einsatzkräfte sowie das Engagement der Nachbarn „bewundernswert. Ich kann da nur ein ganz großes Dankeschön aussprechen.“ sh/peb

Großbrand in Icking: Bilder vom Einsatz

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